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Dschungel-Show: Im Schlammbad der Gefühle

Susan Stahnke hatte einen Heulkrampf, Caroline Beil nahm ein stinkendes Schlammbad und Carlo Thränhardt wurde von den Zuschauern abgewählt. Ein neuer Tag im Dschungel-Camp von RTL.

Und wieder haben die Kandidaten in der RTL-Dschungel-Show "Ich bin ein Star - Holt mich hier raus" einen Tag im australischen Camp überstanden. Und was für einen: Bei der Ex-Tagesschausprecherin und gescheiterten Hollywoodschauspielerin Susan Stahnke liefen die Tränen, Caroline Beil nahm ein stinkendes Schlammbad und Carlo Thränhardt muss sich verabschieden. Er erhielt bei der Telefon-Abstimmung die wenigsten Stimmen.

Fast acht Millionen Zuschauer am TV-Gerät konnten verfolgen, wie "Stähnky" von den anderen Camp-Bewohnern angegriffen wurde. Die hatten nämlich herausgefunden, dass Susan Stahnke ein Tagebuch auf Bild-Online schreiben lässt ("Ehe ich mich versehe, tanze ich im Sandwich von Daniel Küblböck und Werner Böhm meine erste Dschungel-Polonäse"!). Oh Schock! Die gespielte Empörung der anderen war giftig genug, "die Susan" in den Dschungel abseits des Camps zu treiben. Dort vergoss die Geschundene bittere Tränen. Dem TV-Gott sei dank, RTL hatte die Kamera drauf. Aber die Frau, die einst ihre Darmspiegelung live übertragen ließ, hatte sich nicht so weit vom Camp entfernt, dass sie außer Reichweite der Kameras stand. Später jammerte sie noch ein bisschen darüber, dass sie ihren Vater nicht kennt. Das macht sie bereits zwei Jahre über die Medien. Langweilig!

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Werner Böhm war erbost

Besonders Werner Böhm alias Gottlieb Wendehals zeigte sich erbost. "Das Intimste" hätte die Stahnke an die Außenwelt weitergegeben. Für einen, der seinen aufgeschwemmten Zellulitis-Körper vor Millionen Zuschauern präsentiert, keine schlechte Volte. Aber sie haben dann darüber gesprochen und sich ausgesöhnt (Daniel Küblböck: "Du hättest uns echt vorher darüber informieren sollen").

Es war der letzte Tag, an dem die Zuschauer bestimmen konnten, wer für die Gruppe die Mutprobe bestehen sollte. Ab jetzt wählen die Gruppenmitglieder selbst aus, wer an der Reihe ist. Und siehe da, die "Läster-Natter des Dschungels" ("Bild"), Caroline Beil, wurde, wie bereits beim letzten Mal, von den Zuschauern dazu bestimmt. Sie hatte die Wahl, entweder einen Kaffeklatsch mit den Moderatoren Dirk Bach und Sonja Zietlow abzuhalten oder in ein stinkendes Schlammbad zu springen, um mit einem Teelöffel nach Sternen zu fischen. Für jeden Camp-Bewohner einen (insgesamt also neun) finden, bedeutete eine Mahlzeit.

Sie wühlte im Schlamm

Und sie tat es. Mit knappen Bikini bekleidet wühlte die Noch-Moderatorin Caroline Beil im Schlamm und fand immerhin sechs Sterne. Nicht schlecht! Und das passiert einer "Ästhetin", wie sie immer wieder beteuerte ("es riecht wie Scheiße, wie Kotze"). Der Landesmedienanstalt des Saarlandes scheint das Schlammbad aber aufgestoßen zu sein. Sie forderte tatsächlich, die Show abzusetzen. Dabei lässt sich aus der Show ein gesellschaftlicher Mehrwert ziehen, verehrte Damen und Herren!

Man muss das Spektakel mit seinen abgehalfterten Promis nur als eine mediale Inszenierung begreifen, die die Erfahrung sozialer Entwertung zum Ausdruck bringt. Beils Entscheidung für das Schlammbad hätte dann immerhin einen Sinn. Statt egoistisch mit Dirk Bach und Sonja Zietlow zu schlemmen und die Krise zu verschlimmern , bringt sie ein Opfer für die Gemeinschaft. Das Schlammbad steht also ganz im Dienst von Kanzler Schröders Agenda 2010. Staatstragend sozusagen.

Geburtstagsparty für Antonia

Danach war alles wieder gut. Abends gab es die Geburtagsparty für Antonia (42). Mit einer Flasche Bier und bunten Perücken sangen sie alle "Happy Birthday". Nur der ehemalige Weltmeister im Hochsprung, Carlo Thränhardt, bekam die betrübliche Nachricht, dass ihn die Zuschauer aus dem Camp gewählt hatten. Aber der Abschied wird ihm nicht all zu schwer fallen. Gerüchteweise soll die Gage für die Teilnehmer 30.000 Euro betragen, wie eine Münchner Zeitung meldete. Und ein Teil der Einnahmen wird für wohltätige Projekte gespendet. Dafür kann man/frau auch schon mal im Schlamm baden.

Tim Schulze