Dschungelcamp, Tag 6 Die Camp-Älteste knöpft sich Gil Ofarim vor – und knickt gleich wieder ein

  • von Mark Stöhr
Als Handtuch-Holer macht sich Gil Ofarim im Dschungelcamp beliebt
Als Handtuch-Holer macht sich Gil Ofarim im Dschungelcamp beliebt
© RTL
Plötzlich finden die Dschungelcamper Gefallen am gefallenen Musiker Gil Ofarim. Nur Ariel bleibt bei ihrer Anti-Haltung – und ist noch mehr auf Krawall gebürstet.

"Wenn man sich beim Reis Parmesan vorstellt, hat man Risotto." Könnte von Immanuel Kant sein, ist aber von Gil Ofarim. Von wem sonst. Dem Mann gelingt mittlerweile einfach alles. Erst hat er sonor geschwiegen und sich dadurch wirkungsvoll ins Gespräch gebracht. Jetzt brummen ihm die Worte samtweich aus dem Mund. Ein meditatives Hörbuch aus Höflichkeiten und Weisheiten. Unser Guru-Gil. Gibt’s den auch als Rasierapparat? 

Der 43-Jährige leistet im Dschungelcamp bekanntlich seine Sozialstunden ab. Da er sich aus juristischen Gründen die große Lebensbeichte verkneifen muss, um nach der Reality sein Comeback zu starten, macht er sich als Superman nützlich. Ein Gil für alle Fälle. Ariel heult rum, weil ihr Handtuch anscheinend von jemand anderem benutzt wurde ("Die Männer haben alle Durchfall, ich habe Scheiße auf meinem Kopf?"). Gil besorgt für alle einen neuen Satz. Ariel und Eva würgen sich durch die Dschungelprüfung und vergießen dicke Krokodilstränen, anstatt die dazugehörigen Augen zu essen. Gil zieht sich mit stoischer Miene alles rein.

Dschungelcamp: "Bisschen wie ein geschlagener Hund"

Dafür erhält er keinen Applaus, aber immerhin Respekt. Der Gil, urteilte Simone, die sich als ehemalige Spielerfrau ja mit groben Fouls und den damit verbundenen Rot-Sperren auskennt, verhalte sich tadellos. "Der ist ein bisschen wie ein geschlagener Hund – da ist es natürlich schwierig, noch draufzuhauen." Samira, die bei der Nachtwache mit Gil über seine Frau spricht ("Sie ist eine Privatperson und möchte nicht in die Öffentlichkeit"), ist fein mit den finanziellen Motiven seiner Teilnahme. "Wir kriegen alle eine Gage, und wenn Gil sagt: Hey, das ist es mir wert und für dieses Geld kann ich mich dem aussetzen – seinen eigenen Wert bestimmt jeder selbst."



Selbst die Camp-Älteste Nicole, die sich von Katharina Thalbach leider nur die Stimme, nicht die Karriere geliehen hat, knickte vor den Zivi-Qualitäten des Künstlers ein. Beim gemeinsamen Abspülen sprach sie ihn auf den Hotelangestellten an, der beim Davidstern-Gate im Mittelpunkt stand. "Du kommst hier rein", wetterte sie aufgewühlt, "und sagst: Ich möchte wieder Musiker werden. Und ich denke, der Mann will auch einfach nur sein Leben." 

Gil sammelte sich kurz und schaltete seinen Bass auf die Stufe supersoft. "Die Verschwiegenheitsklausel schützt mich – und übrigens auch den Mann, der ebenfalls nicht will, dass ich darüber rede." Das sah Nicole sofort ein. Angriff abgeblasen.

Ariel nutzt jede Gelegenheit zum Bashing

Bleibt nur noch Ariel als Antagonistin in diesem merkwürdigen Dschungel-Narrativ dieses Jahr. Die 22-jährige Schweizerin gerät mit jedem Tag mehr aus der Fassung. Ihre Sätze sind schrill und zusammenhangslos, selbst ihre Lippen scheinen verrutscht, als wären die schönheitschirurgischen Anpassungen für den Outdoor-Gebrauch nicht geeignet. 

Ariel nutzt jede Gelegenheit, um gegen Gil zu schießen. Beim obligatorischen Bettenkarussell weigerte sie sich, ihre weiche Matratze gegen einen Platz auf dem Boden oder in der Hängematte zu tauschen – wegen Erschöpfung, Menstruation, Angst vor der Wildnis und allgemeiner Bocklosigkeit. An Gil, betonte sie, würde sie ihr Lager schon gar nicht abtreten, weil der schlecht über sie rede. Nach der aus ihrer Sicht desaströs verlaufenen Dschungelprüfung ließ sie sich zu einem Lob ihres Kollegen herab, der im Alleingang die drei Sterne errungen hatte – nicht ohne mehrmals zu betonen, dass sie ihn trotzdem nicht mag. Auf dem Rückweg zum Camp hielt sie vor einer Kamera an und setzte mit theatralischer Stimme noch einen drauf: "Bin ich froh, dass es in meiner Familie keine Verbrecher gibt." Da knallten selbst bei Gil für eine Sekunde die Chakren durch.

Bei der Verkündung für die nächste Dschungelprüfung trafen sich die beiden im zweigeteilten "Du bist es vielleicht"- Fenster wieder. Ergebnis: Ariel muss heute wieder allein ran. In ihrem Gesicht manifestierte sich ein Ausdruck zwischen zwischen Trotz und Resignation – und die Frage, die sie am Ende eines der Scharmützel an diesem scharmützelreichen Dschungeltag gestellt hatte: "Was ist mit dieser Menschheit los?"

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