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Dschungelcamp, Tag 10: Iffi, die Königin der Schmerzen!

Da leck'st di nieder! Während Tanja von Live-Sex-Partys auf Malle plaudert, sorgt ausgerechnet Iffi Zenker für einen Moment ehrlichen Innehaltens im Dschungelcamp.

Von Jens Wiesner

Eigentlich ist das Dschungelcamp ja ein wahnsinnig zynisches Format. Je tiefer das Promipack auf der anderen Seite der Mattscheibe in der Scheiße steckt, desto wohliger wird uns ums Herz. Ihre Verzweiflung ist unser Entertainment. Und keiner nimmt es uns übel, wenn wir lästern, ätzen, spotten. Über Walters krummen Rücken. Über Patricias Vaterkomplex. Über den Körperumfang von Rebecca. Alles geht. Hemmungslos gemein sein, sich einmal richtig austoben können - RTL hat's erlaubt und mit Sonja und Daniel die richtige Gleitcreme für's Gewissen beigesteuert. Wenn selbst die Moderatoren über ihre Zöglinge abledern, was das Zeug hält, dann darf es der Zuschauer auch. Oder?

Tag 10 des Dschungelcamps stand ganz im Zeichen dieses "Oders". Da war er also, der Moment, auf den wir alle so sehnlich gewartet hatten. Der Moment, in dem endlich das rohe Gefühl hervorbrach. Der Moment, in dem das Dschungelcamp real wurde. So real, dass selbst Sonia und Daniel für einen Moment das Lästern verging. So real, dass selbst der Zynismus dieses Autors einen Polnischen machte und den Direktzug nach Nirgendwo bestieg. Stattdessen bleib: echte Sorge um Rebecca Simoneit-Barum. Das Zirkuskind war unter der Last der eigenen Erwartungen zusammengebrochen. Und das war kein schöner Anblick.

Zunge aus der Übung

Was war geschehen? Angezählt vom Telefonvoting des Vortrags wollte sich die Camp-Iffi unbedingt in der Dschungelprüfung beweisen, Selbstnominierung inklusive. Die Thronfolgerin in spe traf dabei auf die Regenten der vergangenen Staffeln - und denen gierte es nach wilder Zungen-Action. Natürlich - oder sagen wir besser: leider - nur im übertragenen Sinne. Mit ihrer Zunge musste Rebecca nämlich Sterne von einem Gewinde abschrauben, das sich hinter Gemälden der Sieger von einst verbarg. Je eine Minute Zeit standen ihr dabei zur Verfügung, während Skorpione, Fliegen und Kakerlaken um ihren Kopf wuselten.

Allein der Anblick des großen Costa I. weckte schmerzliche Nostalgiegefühle. Hach, was waren das noch für Zeiten, als schillernde Gestalten wie Daniel Küblböck und Willi Herren... Aber da machte es auch schon "Plopp" und die Zunge der traurigen Gegenwart reckte und streckte sich mit einer Effizienz in Richtung Stern, als wäre Ed von Schleck im Schwimmbadkiosk an einer Leckmuschel hängengeblieben.

Dschungelcamp-Tagebuch (10): Von Sonjas Schamlosigkeit und Wildschweinsperma

Scheitern als Chance

Machen wir es kurz: Mit einem einzigen Stern im Beutel musste Rebecca - das Gesicht mittlerweile im gleichen Rotton gefärbt wie ihre Haare - den Rückweg antreten. So weit, so normal. Doch hatten Walter und Konsorten ihre Prüfungs-Fails noch locker weggelacht, knabberte die missratene Prüfung sichtbar am Selbstbewusstsein der Schauspielerin, das kurze Zeit später vollends in sich zusammenfiel.

Man kann es durchaus einen emotionalen Zusammenbruch nennen, was uns RTL da beiwohnen ließ - oder aber die Dame verfügt schauspielerisches Potential, von dessen Existenz noch nicht einmal Momo etwas geahnt hat. Unter Schluchzen und Schnäuzen erzählte sie von ihren gescheiterten Versuchen, abzunehmen und von ihrer Unfähigkeit, im Leben jemals etwas richtig gemacht zu haben. Kurz: Sie legte einen Seelenstriptease erster Güte hin, der aber so ehrlich daher kam, dass die Illusion des Fernsehens für einen Moment aufbrach. Und plötzlich war auch unser Schutzschild dahin, dieser fein aufgebaute Wall, der es uns möglich macht, den Geschehnissen auf dem Bildschirm mit ironischer Distanz zu begegnen. Stattdessen blitzte da für einen Moment die Erkenntnis auf, dass Dschungelcamper, dass Prominente, auch nichts anderes sind als Menschen mit echten Gefühlen - selbst wenn sie gerade in einer Reality-Show mitmachen.

Harte Fakten, starke Sprüche, offene Fragen

- Erspielte Sterne bei der Dschungelprüfung: 1/11

- Vorahnung im Dschungeltelefon "Was ich zu bieten habe? Nichts mehr, meine Brüste habt ihr ja schon gesehen." Sprach Sara und wurde prompt herausgewählt

- Wie Dagmar Berghoff zu ARD-Ansagerzeiten. Rebecca Simoneit-Barum appelliert an die TV-Nation: "Liebe Nation, ich bin heute an die Grenzen meiner Fähigkeiten gestoßen. Sollten Sie mir trotzdem noch eine Chance geben..."

- Heute auf Schatzsuche: Walter und Maren mussten Alter (Rolfe, Aurelio) und Gewicht (Tanja, Sara, Jörn) der Mitcamper schätzen, die Zahlen in eine Gleichung eintragen und diese lösen. Als Belohnung gab's Pfeffer und Salz.

- Vertane Chancen: Benny Boyce geht aus dem Camp, ohne einmal in die Ecke gekotzt zu haben.

- Genutze Chancen: RTL verdonnert BB zur Crosspromo im Restaurant zum Goldenen M

- Ein Rembrandt war nicht, wer diese Porträts der Dschungelkönige gemalt hat...

- "Ich hätte es gekonnt" - Aurelio könnte besser entertainen, mag aber offenbar nicht.

- "Leck, leck, leck die Pussy" - Nach Tanias Berichten über Live-Sex-Partys auf Malle darf das Tourismusbüro Mallorca jetzt die Scherben aufkehren. Wie war das noch mit Imagewechsel?

- "Ja, ich fürchte Sturm und Wind, denn ich bin ein Zirkuskind" Rebecca singt sich das Unwetter schön.

- "Ein Mann, der unterwegs von plötzlichem Regen überrascht wird, rennt die Straße hinunter, um nicht nass und durchtränkt zu werden. Wenn man es aber einmal als natürlich hinnimmt, im Regen nass zu werden, kann man mit unbewegtem Geist bis auf die Haut durchnässt werden. Diese Lektion gilt für alles." Ehrenkodex der Samurai, sollte jeder Dschungelcamper kennen.