HOME

Stern Logo Dschungelcamp

Dschungelcamp 2011: Mathieu Carrière im Büßergewand

Sie waren ein Herz und eine Seele, Brüder im Geiste im TV-Experimentierlabor "Dschungelcamp". Doch dann ließ Mathieu Carrière seinen Busenfreund Peer Kusmagk fallen wie eine heiße Kartoffel. Kaum gefeuert, entschuldigt sich Carrière nun für sein schäbiges Verhalten - doch es bleiben Zweifel.

Von Carsten Heidböhmer

Nein, es war nicht der Abgang eines Ehrenmannes aus dem Dschungelcamp: Als Mathieu Carrière am Donnerstag das Lager verließ, verabschiedete er sich herzlich von allen Teilnehmern - mit einer Ausnahme: Denn ausgerechnet für den Mann, mit dem er in der ersten Woche permanent zusammenhing, von dem er schier unzertrennlich war, hatte er nur ein kaltes "Tschüs Peer" übrig. Es war der Tiefpunkt einer Männerfreundschaft, die erst im TV-Urwald von Australien begonnen hatte.

Dabei waren Carrière und Peer Kusmagk wenige Tage zuvor noch ein Herz und eine Seele gewesen. Doch in der zweiten Woche wendete sich das Blatt und Mathieu sich von seinem Freund Peer ab. Anlässlich des Streits um Lagerluder Sarah Knappik fing der Schauspieler an, mit anderen Camp-Teilnehmern über Krusmagk zu lästern - es kam jener Carrière zum Vorschein, den man von Anfang an im RTL-Promi-Grillplatz erwartet hatte. Die verdiente Quittung: Carrière wurde von den Zuschauern am Mittwochabend aus dem Camp gewählt.

Wieder in Freiheit scheint Carrière nun offensichtlich die Einsicht gekommen zu sein, dass er sich vor einem Millionenpublikum schäbig verhalten hat. Ob er selbst drauf gekommen ist, oder ihn ein Vertrauter darauf hingewiesen hat, ist nicht klar. Jedenfalls scheint der Schauspieler heute um Schadensbegrenzung bemüht. In mehreren Interviews versucht er, das Verhältnis zu Peer zu kitten.

In einem Interview mit der "Neuen Presse" sagte der Schauspieler zu seinem Zerwürfnis mit Peer: "Das war teilweise meine Schuld. In der Krise mit Sarah habe ich ihn verletzt, ich habe mich zu sehr auf die Seite der Gruppe geschlagen, das tut mir leid. Ich werde mich bei Peer entschuldigen, wenn er aus dem Camp kommt."

"Ich hoffe, du wirst mir verzeihen"

Auf seiner Homepage drückt er sich noch deutlicher aus und kündigte an: "Ich werde mich am Sonntag bei der Abschlussparty im Baumhaus von ganzem Herzen bei Peer entschuldigen! Nach dem GAU mit Sarah versus Jay hatte ich Scheuklappen auf. Nicht Peer zeigte in diesem Fall schlechte Menschenkenntnis, sondern ich. (...) Ich ziehe meinen Hut vor dir, Peer, mein Lieber. Ich hoffe, du wirst mir verzeihen und wir werden beide in deinem Restaurant unsere Versöhnung feiern!"

Ob es Carrière mit seiner Reue ernst ist? Zumindest die Ortsangabe, mit der er den Brief versehen hat, weckt Zweifel daran: "Canossa" steht dort - was eher darauf hinweist, dass der 60-Jährige die Büßerpose nur ironisch einnimmt.

Auch im Interview mit den "Lübecker Nachrichten" wirkt seine Reue nicht ganz ehrlich. Dort spricht er davon, "dass ich die Freundschaft zu Peer ein bisschen neutralisiert habe." Neutralisieren: ein recht harmloses Wort dafür, dass er zuvor einen Menschen eiskalt abserviert hat.

Doch jetzt, da Peer Kusmagk Topfavorit auf die Dschungelkrone ist, versucht er mit seinem Ex-Freund gut Stimmung zu machen, löst damit aber beim neutralen (nicht neutralisierten!!) Zuschauer eher Fremdschämen aus: "Du warst der Sleeper, der Joker, der Meisterkoch, der beste Freund im Dschungel und bist (nicht nur für mich) der wahre König!"

Carrières eigenes Verhalten - es hatte dagegen so gar nichts Königliches. Da kann man einen noch so französischen Namen haben!