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Dschungelcamp 2017: Das Häßler-Mysterium - warum "Icke" drinbleiben darf

Die meiste Zeit sitzt er schweigend rum, pafft eine Zigarette und rastet ab und an mal aus. Viel mehr macht "Icke" Häßler nicht im Dschungelcamp. Trotzdem wird er von den Zuschauern immer wieder gewählt. Warum nur?

Thomas Häßler im Dschungelcamp

Rumsitzen, rauchen, und ab und an mal explodieren: Thomas Häßler im Dschungelcamp

Wenn es um die Frage nach dem langweiligsten Dschungelcamp-Kandidaten aller Zeiten geht, ist er ein heißer Anwärter auf den Titel: Weltmeister Thomas "Icke" Häßler liefert den Fernsehzuschauern fast gar keine Gründe, um für ihn anzurufen. Er sitzt wortlos am Lagerfeuer und pafft eine Zigarette nach der anderen. Wenn er nicht ab und an mal ausrasten würde, bekäme niemand mit, dass er gerade im australischen Busch weilt. Und doch entscheidet das RTL-Publikum Abend für Abend aufs Neue, dass der frühere Fußball-Profi weiter am Rennen um die Dschungelkrone teilnehmen darf. 

Mit seinem Verhalten enttäuscht das einstige Sportidol viele Fans. In seiner Videokolumne auf "bild.de" hat sich Vorjahresteilnehmer Thorsten Legat auf "Icke" eingeschossen. "Hast du Sekundenkleber am Hintern", fragt er ihn. "Du kommst ja gar nicht mehr vom Fleck weg. DU machst wirklich gar nichts, du sitzt auf deinem Arsch, immer an der gleichen Stelle", pestet Legat, und bezeichnet ihn als "Nikotin-König".

Thomas Häßler - der HSV des Dschungelcamps?

Wirkte Häßler lange Zeit zwar langweilig, aber immerhin sympathisch, so hat er mit zunehmender Aufenthaltsdauer im Dschungel ein anderes Gesicht gezeigt. Als ihm RTL die Zigaretten wegnahm, ging er in die Luft wie ein HB-Männchen. Unter Nikotinentzug brüllte er rum - und wurde dabei richtig vulgär: "Das geht mir auf die Eier! Wenn ich heute keine Zigaretten kriege, dann scheiß ich denen vor die Kamera." Zuvor hatte er angedroht, "den ganzen RTL-Laden klein zu hauen". 

Seine Lästereien über Hanka Rackwitz sind dagegen nicht mit suchtbedingtem Stress erklären. "Können Sie das Elend bitte mal zur Seite fahren?", sagte er zu Jens Büchner mit Blick auf die 47-Jährige. Das ist nicht lustig, nicht unterhaltsam - sondern einfach nur mies.

Dennoch scheinen die Zuschauer Gefallen gefunden zu haben an dem 50-jährigen Berliner. Dafür gibt es nur eine vernünftige Erklärung: Häßler ist der HSV des Dschungelcamps. Genau wie der Bundesligist seit Jahren alles dafür tut, endlich in die 2. Liga abzusteigen, um dann durch ein Wunder in der Relegation gerettet zu werden, gibt es wohl auch bei "Icke" eine höhere Macht, die schützend ihre Hand über ihn hält.

Am Mittwochabend musste Häßler zum zweiten Mal in die Stichwahl - und setzte sich gegen Jens Büchner durch. Damit ist er dem Finale wieder einen Schritt näher gekommen. Auch darin ähnelt er dem HSV. Der hat gleich zwei Mal die Relegation bestanden - und ist noch immer in der Bundesliga.


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