HOME

Stern Logo Dschungelcamp

Dschungelcamp 2017: Icke und Malle-Jens - der peinliche Altherren-Club vom Lagerfeuer

Nach zwölf Tagen im Dschungelcamp und ohne Nikotin im Blut fallen bei manchen Bewohnern die zivilisierten Masken: Thomas Häßler und Jens Büchner verstören mit gehässigen Aussagen über Hanka Rackwitz.

Dschungelcamp

Ein Bild aus glücklichen Tagen: Mit Zigarette waren Jens Büchner und Thomas Hässler noch erträglicher.

Es sei lediglich "Locker Room Talk" gewesen, also ein Gespräch unter Männern in der Umkleidekabine - so verteidigte Donald Trump seine frauenverachtenden Aussagen, die während des Wahlkampfs publik wurden. Nun hat es dieser Locker Room Talk bis nach Australien geschafft - denn im Dschungelcamp zeigen Thomas Häßler und Jens Büchner, wie hässlich so ein Gespräch unter Männern aussehen kann.

In einer Szene der Folge vom Dienstag waren die beiden am Lagerfeuer zu sehen. Plötzlich lästern sie los: "Oh Gott, warum muss man sich am frühen Morgen sowas anschauen?!", stöhnt Häßler und Büchner kommentiert: "Die Sonne geht wieder unter". Was war passiert? Die durch ihre Ticks und Phobien durchaus schwierige Kandidatin Hanka Rackwitz hatte die Augen aufgeschlagen. Grund genug für die Männer, über sie herzuziehen. "Es ist wach. War doch nicht notwendig, das zu wecken. Können Sie das Elend bitte mal zur Seite fahren?", giftet Häßler. Ganz nach dem Motto: Uns geilen Männern ist der Anblick einer Frau über 25 nach dem Aufstehen nun wirklich nicht zuzumuten.

Hanka Rackwitz verzieht vor Ekel das Gesicht, während ihr noch die Beine einer gegrillten Vogelspinne aus dem Mundwinkel ragen

Traurig zu sehen, welche hässlichen und unfairen Seiten ein einstiges Idol wie Häßler hat

Vor allem für Thomas Häßler - einst immerhin gefeierter Weltmeister - ist die Fallhöhe enorm. Seit zwei Tagen gibt es für ihn kein Nikotin mehr im Camp und mit dem Fair-Play ist es plötzlich nicht mehr weit her. "Das geht mir auf die Eier! Wenn ich heute keine Zigaretten kriege, dann scheiß ich denen vor die Kamera", brüllt er durchs Camp. Am ersten Tag auf Entzug hatte er angedroht, "den ganzen RTL-Laden klein zu hauen".

Verständlich, dass diese Aggressivität die Stimmung vergiftet. "Die Jungs sind schlecht drauf, das ist schrecklich", klagt Kader Loth im Dschungeltelefon. Die Männer seien zu Monstern geworden, die nur auf einen Fehler bei anderen warteten.

Das Dschungelcamp war schon immer auch wegen der menschlichen Abgründe beliebt

Auch das Prinzip des sogenannten Gaslighting - die Gefühle anderer als unberechtigt abzutun und die eigenen Verhaltensweisen zu verleugnen - wendet Häßler an. "Die fühlt sich immer sofort angegriffen, meine Fresse!", behauptet er, stellt Rackwitz damit als hysterisch dar - dabei reagiert sie auf seine Provokationen kaum. Nachdem er und Büchner laut über sie hergezogen sind und diese - wohlbemerkt direkt nach dem Aufwachen - zu ihnen blickt, fährt Häßler sie an: "Was guckst du mich denn an? Kannst weiterschlafen!" Büchner ergänzt: "Mach die Augen zu, auf immer und ewig", dann lachen sie über ihre eigenen Schenkelklopfer. Es ist eine klassische Mobbing-Situation, in der sich Rackwitz wiederfindet.

Solche Szenen sind beim Zusehen unangenehmer, als jede Ekel-Prüfung. Wirklich gruselig ist, wie schnell unter der zivilisierten Oberfläche Machotum und Aggressivität aufblitzen. Das war schon immer eine der Faszinationen, die das Dschungelcamp ausmacht. Doch gerade in Zeiten, in denen sogar der amerikanische Präsident dieses Verhalten als Normalzustand propagiert, kann es nicht genug Hankas geben, die knallhart diagnostizieren: "Einfach so viel Testosteron!"