VG-Wort Pixel

Dschungelcamp, Tag 12 Auge isst mit

Tag 12 im Dschungelcamp. Während sich vor allem bei Thomas "Icke" Hässler der Zigarettenentzug bemerkbar macht, versucht Malle-Jens die Leute mit seinen Saufgeschichten. 7000 Euro will er in drei Monaten versoffen haben. An den Rand ihrer Beherrschung bringt die Dschungelprüfung namens "Dschungel-Casino" Hanka Rackwitz und Marc Terenzi. Nach Roulette, Black Jack und Co. warten auf die beiden Tierteile, die sie essen sollen: Krokodilpenis, gegrillte Vogelspinne und den Anus eines Straußes etwa. Am Ende sollen sie aus Fischaugen mit den Zähnen das Blut herauspressen und ein Schnapsglas voll davon trinken. Die verständlicherweise magere Bilanz dieser Prüfung: nur ein Stern.
Nachdem Gina-Lisa Lohfink am Morgen das Camp verlassen musste, erwischt es am Ende des Tages Alexander "Honey" Keen, der bei den Zuschauern nicht mehr wohl gelitten ist. Seine verweigerte Dschungelprüfung hat ihn wohl einiges an Sympathien gekostet.
Mehr
In der ekligsten Dschungelprüfung ever EVER mussten Hanka und Marc Fischaugen auslutschen. Und gerade, als man sich "Team Honey" auf die Knöcheln tätowieren möchte, muss der Honigmann das Camp verlassen.
Von Ingo Scheel

Die Musik aus dem Dschungel klingt auch schon ziemlich zerkratzt. Ich habe geweint bei jedem zweiten Satz. "You want it darker", greint Leonard Cohen aus dem Jenseits herüber, und in der Tat, ganz besonders bei einer Bewohnerin wird es optisch immer dunkler. It's a dirty job, but someone's gotta do it. We Kader Loth. Dadurch, dass ihr Gesicht immer weniger Fläche einnimmt, ist bald wirklich alles zappenduster an der Vorderseite des Kader-Kopfs. Überhaupt sieht sie mittlerweile aus, als zöge der Riss im Firnis der Zivilisation mitten durch ihr Gesicht, das unter Mascara und Kajal nur noch von Klebreis zusammengehalten wird.

Von schmerzhafter Klarheit dagegen ihre Sicht der Dinge: Warum sich von ein paar Pfeifenköppen, die man nach ein paar weiteren Tagen im Camp niemals wiedersehen wird, etwas sagen lassen? Und warum erst morgen was dagegen unternehmen, wenn man im Prinzip schon heute mit dem Vorschlaghammer oder der Kettensäge durch die Reihen gehen könnte? Da wird im Sprechzimmer aus vollem Herzen Gott angefleht - "Bitte gib' mir die Kraft" - denn es sind "diese Monster da draußen", die "alle ihre hässliche Fresse zeigen".

Marc Terenzi und sein Sprach-Scrabble

Unschwer zu erraten, wen es als erstes treffen würde, schwänge Frau Loth das metzelnde Messer. Den Tumbeskanzler von Bla-Bla-Land. Den Extra-Terenzischen. Den Langenscheidt-Influencer Marc Terenzi, der sich mittlerweile, insbesondere in Rage geredet, anhört, als würde er den Inhalt des Buchstabenbeutels beim Scrabble-Spiel vorlesen. Man möchte sich zur Erholung umgehend alle "Matchball"-Folgen mit Howard Carpendale ansehen. Aber hey, das sin nun mal de Reagln und des Spiel has its eigene Reagln! Und auf de Bod slafe … aber das hatten wir ja schon mal.

Doch nicht nur bei Mr. T. liegen die Nerven blank, auch der unterqualmte Icke, von Reisdiät und Sitzstarre so schildkrötenhaft mimikriert, als würde er für die Rolle in einem Lurchi-Film vorsprechen, ist kurz vor der Selbstzerstörung. Oder zumindest drauf und dran hier ein ganz persönliches Gedächtnismonument ins Camp zu setzen: "Wenn ich nicht bald eine Zigarette bekomme, dann räum ich hier auf. Dann scheiß ich hier vor die Kamera!". Wie gut, dass Malle-Jens immer noch ein paar Anekdoten in der Bauchfalte versteckt hat, die Häßler vom Protestkoten abhalten. Immer gern genommen: Saufgeschichten. Stichwort wie viel und wie lange. Käptn Buddelrums Ballermann-Bilanz: 7000 Euro in drei Monaten. Hicks. Zahlen, bitte!

Die ekligste Dschungelprüfung ever

Ablenkung ganz anderer Art stand schließlich für Hanka auf dem Programm, denn die durfte sich ausgerechnet mit ihrem nächtlichen Widersacher, Marc Terrorenzi, ins "Dschungelcasino" begeben. Das Programm der Dschungelprüfung: Black Jack, Roulette und Daddelautomat - und dazu Snacks aus Lukullus' Hinterzimmer. Fischaugen, die es galt, mit den Zähnen so lange auszugniedeln, bis man ein Schnapsglas voller Blut hatte, um das dann wiederum zu exen - bilden Sie einen Satz mit "ekligste" und "ever" und diesmal stimmt's tatsächlich. "Ich esse Pimmel und Arschloch, aber Augen…?!" entfuhr es Hanka und damit nicht genug, es gab auch noch Kroko-Gemächt und Straußen-Stert, Motte und Tarantel, Heuschrecken und Ziegen-Mumu. Marcs Wasserstandsmeldung dazu: "Es gibt ein paar Dinge, die ich nicht essen möchte und das gehört dazu." Aber was is mit die Reagln?

Regelmäßig einmal pro Staffel gibt es jedenfalls die Feldpost. Diesmal trat Honigmann Keen in die Fußstapfen von Walter Sparbier und verteilte die zittrigen Zeilen, dazu angetan den Kurzzeit-Einsitzenden ein Lebenszeichen von daheim zu senden. Tausend Tränen tief, die Runde ums Lagerfeuer. Florians Bruder schickte versöhnliche Zeilen, Icke bekam Gattinnengrüße und Marc immerhin Post von der Fanclub-Präsidentin. Ein ganz persönlicher Moment und wirklich sehr, sehr, very ruhrend.

Keene Chance für die Liebe

Doch das Camp wäre nicht das Camp, würde hier die Matrix nicht gleich wieder strammgezogen. Und wie: Hatte man sich gerade mit dem Gedanken vertraut gemacht, Alexander Keen, sirenenhafter Somelier der Sanftmut, könnte vielleicht doch noch in den allerweltsgesichtigen Kreis der Favoriten aufsteigen, da war schon wieder Zapfenstreich. Keene Chance für die Liebe - hier geht Alex. Und zwar nach Hause. Period.


Mehr zum Thema


Wissenscommunity


Newsticker