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TV-Kritik

Dschungelcamp, Tag 6: "Ich hasse Menschen" – Danni hat es immer noch nicht verstanden

Auch in der sechsten Dschungelprüfung das gleiche Bild, derselbe Ton: kreisch, mecker, ächz. Elena und Danni im "Verlies Navidad" zwischen Wanzen und Gewürm. Es wird nicht das letzte Mal für die beiden Schmerz-Medusen gewesen sein.

Von Ingo Scheel

Dschungelcamp 2020

Die zwei kennen wir bereits: Am sechsten Tag im Dschungelcamp wurden wieder Daniela Büchner und Elena Miras in die Prüfung geschickt.

Wie sie da so über dem Boden hockt, die Hand an einem Pflock, das verzerrte Gesicht, ihr Ächzen und Stöhnen, das sieht fast nach archaischem Geburtsritual aus, doch weit gefehlt - hier erblickt kein neuer Erdenbürger das Licht der Welt, hier versucht jemand, die soeben schlappsolvierte Dschungelprüfung zu verdauen. Büch Cassidy und Anranz Kid in der Neuauflage, diesmal mussten Elena und Daniela in ihren ganz privaten Panic Room. Dass da nicht viel bei rumkommen würde, war direkt abzusehen. Schon bei Dr. Bobs Ausführungen befanden sich die beiden Ekel-Elevinnen mental auf Autopilot.

Bevor es jedoch überhaupt so weit kommen konnte, spulte Danni einen weiteren ihrer Empörungsdialoge ab, erneut bar jeden Grundverständnisses für das Format. Erst gab es von Markus - und wenn der anfängt, drei Sätze am Stück zu sprechen, dann muss wirklich etwas los sein - ein Dschungel-Summary nach Peter-Lustig-Art. Hier gäbe es Schlangen, hier läuft Ungeziefer herum, hier gibt es Spinnen, ob ihr das alles denn im Vorwege überhaupt nicht bewusst gewesen ist, sein pädagogischer Anwurf. Sie habe sich das einfach anders vorgestellt, so Dannis Replik. Und während diese fast ein wenig, aber wirklich nur ein ganz klein wenig nachvollziehbar klingt, geht es kurz darauf direktemang wieder in Ereiferungsmodus:

"Wie die Zuschauer eine Mutter quälen. Ich hasse Menschen. Ich habe keinen Bock mehr. Ich geb’ auf, ich kann das nicht mehr. Diese Angst. Jeden Tag wählen sie mich rein, dabei sieht man doch, dass ich Angst habe. Ich bin ein normaler Mensch. Eine Mutter, die Geld verdienen muss, für ihre Kinder."

Dschungelcamp 2020, Tag 6: Das Duo infernale lässt das Team weiter hungern - und die Nerven liegen blank
Dschungelcamp 2020

Die zwei kennen wir bereits: Am sechsten Tag im Dschungelcamp wurden wieder Daniela Büchner und Elena Miras in die Prüfung geschickt.

"Ihr seid alle so lächerlich"

Mütterlein, Mütterlein, warum gingst du in das Camp hinein? Wo war sie wirklich, als Männe hier einst in der Matte schaukelte? Hat sie die Sendung womöglich nie zuvor gesehen? Fragen über Fragen, am Ende nützte alles nichts. Das Tasmania Berlin der Dschungelcamp-Historie musste hinab ins "Verlies Navidad", an ihrer Seite eine temporäre Minderleisterin, denn Elena hat zuletzt allem Anschein nach ihren Flüssigkeitshaushalt vernachlässigt. Blässe, Schwindelgefühle, leichtes Zittern, im "Sommerhaus der Stars" oder bei "Promi Big Brother" eine Art morgendlicher Sollzustand, im Camp jedoch ein Krankenblatt, das eine Untersuchung nötig macht. "Deine Werte sind exzellent", konstatierte der herbeigepfiffene Sani-Ranger sachlich und wusste Rat: "Ich glaube, dass du nicht genug getrunken hast", seine nüchterne Diagnose.

So weit, so gut, aber nun bog auch Elena plötzlich Richtung Tirade ab, wie aus einem Nachtmahr erwacht und völlig überrascht von so etwas Profanem wie Kameras! Im Dschungelcamp! Das muss man sich mal vorstellen! "Ihr seid alle so lächerlich. Drei Kameras, die mich aufnehmen, während es mir schlecht geht, ich weiß genau, was ihr spielt", kotzte sich die marode Miras aus. "Ich hab Schwindel, aber ich bin mental dabei. Es ist nicht mein Gehirn, es ist mein Körper."

Auch andere fangen an am Rad zu drehen

Nun denn, keine optimale Vorbereitung, das Thema hatten wir ja bereits, und dennoch war es Elena, die trotz ihrer nicht ganz optimalen Tagesform jene zwei Sterne sicherte, die am Ende der Prüfung zu Buche standen. Auch hier die Gründe einigermaßen klar. Während bei Elena nämlich das Gehirn noch ordnungsgemäß sendete, saß bei Danni das Problem genau dort in der Gegend, in der "Züche" nämlich. Die ist nämlich, kurzum: durch.

Und nicht nur bei ihr, auch andernorts ächzen mittlerweile die Synapsen unter der Reis-Bohnen-Kur. Bei Sonja Kirchbergers Züche kommen ebenfalls erste Risse zum Vorschein, einiges an Vorwürfen Richtung Daniela war die Folge, mit herausragend harschem Prognosen-Anteil: "Die Show läuft auch ohne dich weiter!". Das hatte gesessen, man möchte sich zur Feier des Tages ein Kerzchen von Gwyneth Paltrow anzünden. Aber nichts da, kaum knallen der Venusfalle die Contenance-Sicherungen durch, dreht auch Marco ein ganz kleines bisschen am Rad, versucht sich zunächst an Energie-Transmitterei Marke Yotta, um kurz darauf binnen zwei Zwischenschnitten von "Ich bin hammergern hier drin" zu "Ich halte es nicht mehr aus" zu wechseln.

Dschungelcamp 2020

Die zwei kennen wir bereits: Am sechsten Tag im Dschungelcamp wurden wieder Daniela Büchner und Elena Miras in die Prüfung geschickt.

Nun denn - so ist es hier drin mit den Standpunkten, kann man ja alle mal ausprobieren. Genützt hat es wenig. Am Ende dösen sich Sonja und Daniel - auch die beiden bereits maximal runtergekocht und von Thorsten Legats notdürftig eingelöster Kafka-Performance inklusive Kakerlaken-Kostüm nur kurz amüsiert - durch das Nominierungspotenzial, machen aus zwei 'Vielleichts' schließlich zweimal Realität: Bei der nächsten Dschungelprüfung gibt es ganz ekliges Happa-Happa - und dreimal dürfen Sie raten, welche beiden Grazien dabei zu Tisch gebeten werden. Na, kommen Sie selbst drauf, oder?

Sie haben Folge 6 im Dschungelcamp verpasst? Die komplette Sendung sehen Sie bei TVNow

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rw
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