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"Ich bin ein Star, lasst mich wieder rein": Dschungelcamp im Sommer? Kann nur doof werden

Daniel Küblböck? Abgesagt. Larissa Marolt? Nicht dabei. Die Giftspritzen fehlen im ersten Sommerdschungelcamp der TV-Geschichte. Alle Hoffnung ruht jetzt auf Walter Freiwald. Doch der wird die Show allein nicht retten können.

Angelina Heger, Walter Freiwald und Sara Kulka

Sie treten gegeneinander an: Angelina Heger (l.), Walter Freiwald und Sara Kulka

Dr. Bob wurde extra aus Australien eingeflogen: Am Donnerstag gab er im Auftrag von RTL in Köln Interviews und posierte am Rheinufer für die Fotografen. Der Mann, der für alle körperlichen und seelischen "Dschungelcamp"-Wehwehchen der sogenannten Promis zuständig ist, soll zumindest ein bisschen Dschungelcamp-Feeling verbreiten. Denn statt schwüler Hitze, Palmen und Giftschlangen wartet ein Hürther TV-Studio auf die "Ich bin ein Star, lasst mich wieder rein"-Kandidaten. Viel schlimmer: Die Show wird die hohen Erwartungen nicht erfüllen können. Da hilft auch kein Walter Freiwald.

In neun Shows von "Ich bin ein Star, lasst mich wieder rein" treten ab Freitagabend insgesamt 27 ehemalige Kandidaten gegeneinander an. Es gibt ein Wiedersehen mit Dschungel-Granaten wie  Werner Böhm, Costa Cordalis, Nadja Abd El Farrag, Eike Immel, Julia Biedermann, Sarah Knappik, Brigitte Nielsen; Micaela Schäfer, dem Wendler oder Walter Freiwald. Soweit, so gut. Doch pro Folge werden jeweils nur drei Kandidaten in unterschiedlichen Prüfungen bestehen müssen. Am Ende gibt es dann ein großes Finale mit allen Siegern der einzelnen Shows. Ein ganz schön verkopftes Konzept.

Der Campcharakter fehlt

Denn das "Dschungelcamp" lebt von seiner Eigendynamik. Von der Beziehung der Teilnehmer untereinander. Von der Antipathie oder Sympathie im Camp. Von Seilschaften und Intrigen. Von Kloputz-Ausrastern und Streit ums Essensbesteck. Von Neid und Missgunst und allerlei zwischenmenschlicher Dramen, die wir durch etliche Kameras beobachten können. Stattdessen gibt es im Sommer-Dschungel Prüfungen a la "Wetten, dass ..?" mit einem Wendler am Kran. Laaangweilig.

Da hilft es auch nichts, dass in Boulevardblättern schon seit Wochen ventiliert wird, dass bei der wendlerschen Prüfung, die bereits aufgezeichnet wurde, etwas gründlich schief gelaufen ist und der Bungeesprung offenbar beinahe zum Todessprung geriet. Und es nützt auch nichts, dass die eigentlichen Shows live aus Köln gesendet werden und die Zuschauer am Ende entscheiden, welcher der Kandidaten am Ende noch einmal am echten Dschungelcamp im kommenden Jahr teilnehmen darf.

Larissa Marolt, Daniel Küblböck und Desiree Nick werden fehlen

Angesichts des schwachen Konzepts werden wir Lieblingskandidaten wie Larissa Marolt ("Wieso gut? Das war sehr gut. Vier Sterne, was wollt's ihr mehr?"), Daniel Küblböck ("kreisch") oder Désirée Nick ("Schluck es runter, Naddel") noch sehnlicher vermissen. Die drei werden ebenso wenig dabei sein wie Winfried Glatzeder oder Olivia Jones. Alle Hoffnungen ruhen nun auf Walter Freiwald.

Unser "Beinahe-Bundespräsident" hat gute Chancen auf eine zweite Dschungelkrone. Und vermutlich wird er schon davon träumen, im kommenden Jahr Sonja Zietlow und Daniel Hartwich als Moderatoren abzulösen. Oder übernimmt er RTL als Intendant gleich ganz? Ein bisschen Wahnsinn wird dem Sommer-Dschungel jedenfalls ganz gut tun. Und RTL etwas mehr Kreativität.

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