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"DSDS" und Bohlen: "Normalos haben keine Chance"

Am Mittwoch startete die sechste Staffel der Castingshow "Deutschland sucht den Superstar" auf RTL: Mit so viel Bewerbern wie noch nie, neuem Konzept und einer verjüngten Jury.

Von Tina Epking

Alexander Klaws, Elli Erl, Tobias Regner, Mark Medlock und Thomas Godoj - fünf Menschen, eine Erfahrung: Sie alle wurden seit 2002 nacheinander die Sieger des RTL-Wettbewerbs "Deutschland sucht den Superstar". Der Kölner Privatsender ist jetzt wieder auf der Suche nach dem besten Sänger oder der besten Sängerin. Chefjuror Dieter Bohlen, 54, betonte diesmal allerdings schon im Vorfeld, wie wichtig es sei, dass die Kandidaten Persönlichkeit mitbrächten. "Normalos mit tollen Stimmen haben keine Chance", sagte er. Ein Alexander Klaws hätte in dieser Staffel somit wohl kaum Aussichten auf den Sieg.

Zum Auftakt zeigt RTL Ausschnitte der Castingrunde in Berlin. Genau 31.098 Möchtegernstars haben sich deutschlandweit gemeldet, um die Nachfolge des Vorjahressiegers Thomas Godoj anzutreten - so viele Bewerber wie noch nie zuvor.

Neue Staffel, neue Jury, neues Konzept

Tatsächlich ist vieles anders bei dieser Ausgabe von "DSDS": Nach den Castings in 15 deutschen Städten stellten sich die Bewerber zwar wie üblich der dreiköpfigen Jury, doch die ist nicht dieselbe wie beim letzten Mal. In der fünften Staffel hatten noch Anja Lukaseder, 41, und Andreas "Bär" Läsker, 45, neben Bohlen gesessen - offensichtlich waren sie zu alt oder zu langweilig geworden. Beim Start für die sechste Staffel sollten dann zunächst Schauspieler und Musiker Max von Thun, 31, und Moderatorin Nina Eichinger, 27, mit Bohlen entscheiden, wer der nächste Superstar werden soll. Doch bereits nach der ersten Aufzeichnung wurde klar, dass zwischen dem Chefjuror und von Thun die "Chemie nicht stimmte", so RTL. Für ihn rückte Volker Neumüller ins Gremium nach. Der 39-Jährige arbeitet seit 1987 in der Musikindustrie und ist schon seit der vierten Staffel für das Management der "DSDS"-Gewinner zuständig.

Verändert haben sich aber nicht nur die Jurymitglieder, sondern auch die sogenannten "Recall"- Veranstaltungen. Ganz neu dabei ist, dass von den 120 Kandidaten, die in Köln antreten, 37 nach Teneriffa fliegen. Dort werden sie auf ihr Durchhaltevermögen geprüft: So müssen die weiblichen Kandidaten zum Beispiel wie Britney Spears mit einer Python um den Hals auftreten, die Jungs kopfüber wie Robbie Williams. Zum ersten Mal sollen die "DSDS"- Teilnehmer nicht nur zeigen, dass sie singen können, sondern auch ihre Fitness und ihren Umgang mit der Presse unter Beweis stellen, sagt eine RTL-Sprecherin. Ein Konzept, das doch sehr an das des Konkurrenzformats "Popstars" von ProSieben erinnert.

Starke Nerven sind wichtig

Nur noch 30 der Kandidaten dürfen im Anschluss an den Ausflug auf die Kanaren in Berlin weitermachen. Dort wartet ein weiteres Highlight auf die Übriggebliebenen: Sie bekommen ein Coaching von Sängerin Anastacia. In der ersten Live-Show im Februar singen 15 Kandidaten, nur noch die letzten zehn nehmen letztlich an den "Mottoshows" teil. Sie alle hoffen auf eine große Gesangskarriere - und müssen bis dahin ganz schön starke Nerven zeigen.

Die Sendung wurde schließlich in Deutschland nicht ohne Grund schon häufiger kritisiert. Während der fünften Staffel wurden Bohlens flapsige Kommentare sogar von der Medienaufsicht gerügt. Beobachter bemängeln, dass RTL mit seinen "Superstars" nur "Eintagsfliegen" auf den Markt bringe, die nach kurzer Zeit wieder verschwänden. Doch national wie international ist der Traum von der schnellen Karriere erfolgreich, zumindest für den Engländer Simon Fuller, der die Formatrechte besitzt und an jeder Ausstrahlung in den derzeit 37 Ländern finanziell beteiligt ist. Wenn das Format auch typisch ist für den Medienmarkt von heute, das Prinzip ist uralt: Mit den Illusionen anderer lässt sich immer viel Geld verdienen.