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Emmy-Awards: Keine "geile Zeit" fürs deutsche Fernsehen

Drei deutsche Produktionen haben sich Hoffnung auf einen Emmy gemacht. Und sie gingen alle leer aus. Abräumer des alljährlich verliehenen internationalen US-Fernsehpreises waren die Briten. Sieben Mal durften sie sich eine Trophäe abholen.

Deutsche Fernsehproduktionen sind bei der Vergabe der begehrten Emmy-Preise in New York leer ausgegangen. Roland Suso Richters Mauerfall-Drama "Das Wunder von Berlin" konnte sich in der Nacht auf Dienstag nicht wie erhofft in der Kategorie bester TV-Film durchsetzen. Gewinner war hier das argentinische Politdrama "Television por la identidad".

Auch die RTL-Comedy-Serie "Geile Zeit" und der deutsche Dokumentarfilm "Richard Serra - Sehen ist Denken" von Maria Anna Tappeiner mussten gegen die Konkurrenz zurückstecken. Großer Gewinner des Abends waren die Briten, die mit insgesamt sieben von zehn Emmys den Löwenanteil der Preise abräumten.

Die britische Polizeiserie "Life on Mars - Gefangen in den 70ern" konnte erneut die Auszeichnung als beste Spielfilmserie einfahren. Die Mystery-Geschichte um einen Polizisten, der sein Gedächtnis verloren hat, war 2006 schon einmal als herausragend gekürt worden. In Deutschland lief die erste Staffel 2007 mit nur mäßigem Erfolg.

Als beste Schauspieler wurden die Briten David Suchet ("Maxwell") und Lucy Cohu ("Forgiven") geehrt. Die RTL-Comedy "Geile Zeit" unterlag der britischen Sitcom "The I.T.Crowd" (Channel 4), in dem es um die beruflichen und privaten Probleme eines schrägen Technikerteams geht. Das deutsche Richard-Serra-Porträt (WDR/ZDF/3sat) zog gegenüber der britischen Dokumentation "Strictly Bolshoi" den Kürzeren, die ebenfalls vom Privatsender Channel 4 stammt.

Palästinensische Liebesgeschichte

In der Kategorie Telenovela siegte die jordanische Serie "The Invasion", die eine palästinensische Liebesgeschichte während der israelischen Militäroperationen 2002 erzählt. Jordanien und Argentinien konnten erstmals einen Emmy mit heimnehmen.

Der Internationale Emmy Award wird seit 1969 jährlich von der International Academy of Television Arts & Sciences an nicht-amerikanische Fernsehproduktionen verliehen. Dieses Jahr waren 40 Filme oder Serien aus 16 Ländern für die Endausscheidung nominiert, darunter drei aus Deutschland.

DPA