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"Maybrit Illner" zur Flüchtlingskrise: "Wer Angela Merkel stürzen will, wird selbst abstürzen"

Hitziger Flüchtlingstalk bei "Maybrit Illner": Die Lawinen-Rhetorik von Wolfgang Schäuble war in der Sendung ebenso Thema wie Angela Merkels Standing in der Union. Peter Altmaier nimmt die Kanzlerin in Schutz.

Angela Merkel

Diskussion über die Kanzlerin: Cem Özdemir, Peter Altmaier, Maybrit Illner, Karl-Rudolf Korte, Franziska Giffey und Christoph Schwennicke (v.l.) bei "Maybrit Illner"

Hat Angela Merkel eigentlich noch Rückhalt in der eigenen Partei? Unter dem Titel "Chaos in der Flüchtlingskrise – Verliert Merkel die Kontrolle?" diskutierte Maybrit Illner in ihrer Talkshow die Folgen der Flüchtlingskrise für das Standing der Kanzlerin: Spaltet Merkels Regierungspolitik die Union?

Kanzleramtsminister Peter Altmaier formuliert es so: "Ja, es gab ein Kommunikationsmissverständnis!" Und: "Thomas de Maizière und ich haben darüber gesprochen, dass man in Zukunft sicherstellen kann, dass die Zusammenarbeit funktioniert."

"Sie greifen der Kanzlerin ins Lenkrad"

Christoph Schwennicke, Chefredakteur des Cicero, findet deutlichere Worte: "Es ist so, dass Thomas de Maizière und Wolfgang Schäuble ganz erkennbar anderer Meinung sind als Angela Merkel. Sie möchten die Politik des offenen Schlagbaumes nicht mittragen. Sie greifen der Kanzlerin ins Lenkrad, weil sie der Meinung sind, es geht in die falsche Richtung."

Schwennicke glaubt, dass gerade ein Putsch gegen Merkel im Gange ist. Er glaubt, dass Wolfgang Schäuble mit der unvorsichtigen Skifahrerin aus dessen umstrittenen Lawinen-Vergleich eindeutig die Kanzlerin gemeint hat. Altmaier will davon nichts wissen: "Angela Merkel hat sich immer gegen Kritiker durchsetzen müssen und hat immer die Partei hinter sich versammelt."

Für Politikwissenschaftler Karl-Rudolf Korte gilt grundsätzlich: "Wer Angela Merkel stürzen will, wird selbst abstürzen." Aber auch er sieht einen Machtverlust: "Die Parteimacht der CDU schwindet – und eine Kanzlerschaft ohne Parteimacht ist nie einfach." Für Korte hat Merkel ihre ruhige Stärke verloren. Sie wirke getrieben, stattdessen müsse sie Zuversicht ausstrahlen: "Am besten über ein Maßnahmepaket."

Cem Özdemir will keine Parteidebatte

Grünen-Chef Cem Özdemir will aus der Flüchtlingskrise dagegen lieber keine Parteidebatte machen. Er hält sich aus der Merkel-Diskussion komplett raus und greift erst später ein, als es allgemeiner wird: "Wir sollten ein bisschen mehr Grips und Zeit auf die Frage verwenden, wie wir diesen Krieg in Syrien beenden können!"

tim