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Fußball-Länderspiel bei RTL: Twitter-Shitstorm wegen unterbrochenem Löw-Interview

RTL überträgt die Spiele der Nationalelf. Mit großem Erfolg, zumindest was die Quote angeht. Doch die Werbeunterbrechungen waren vielen Zuschauern ein Ärgernis - vor allem während des Löw-Interviews.

Für die kommenden vier Jahre hat RTL die Rechte an den Qualifikationsspielen der Fußball-Nationalmannschaft erworben. Das Debüt verlief erfreulich: 11,71 Millionen Zuschauer hatten den Privatsender im Schnitt eingeschaltet - ein sensationeller Wert für den Sonntagabend, wo ansonsten der "Tatort" regiert.

Doch leider waren nicht alle dieser 11,71 Millionen Zuschauer zufrieden mit der Art und Weise, wie RTL das Sportereignis präsentiert hat. Die von Werbeunterbrechungen durchsetzte Nachberichterstattung empfanden viele als Ärgernis. Vor allem der Umgang mit Bundestrainer Joachim Löw erboste viele Fans, die sich auf Twitter darüber mit markigen Worten beschwerten.

Viele Zuschauer reagierten mit Entsetzen auf die Entscheidung des Senders, das Interview mit Löw nach nur einer Frage zu unterbrechen. Einige nahmen es aber auch mit Humor:

Verwirrung herrschte zeitweise um die Frage, ob das Gespräch in Gänze live ausgestrahlt worden sei. Auf Nachfrage hatte RTL per Twitter zunächst genau das behauptet.

Später musste sich der Sender korrigieren: Zwar war der erste Teil des Gespräches von Löw mit Moderator Florian König und Experte Jens Lehmann tatsächlich live. Den zweiten Teil zeigte RTL nach einer sechsminütigen Werbeunterbrechung als Aufzeichnung - ohne die Zuschauer darüber zu informieren. "Wir mussten die Werbung vor 23 Uhr noch unterkriegen, wollten aber den Bundestrainer nicht so lange warten lassen", zitiert die DPA einen RTL-Pressesprecher am Montag.

Punktsieg für die Öffentlich-Rechtlichen

Einen Gewinner gab es aber: die öffentlich-rechtlichen Sender. Denn während die von jedem Haushalt zu entrichtende Rundfunkgebühr bislang wenig populär war, entdeckt so mancher User nun die Vorzüge daran - und plädieren sogar für eine Erhöhung.

So gesehen war das RTL-Länderspiel der beste PR-Coup für die Zwangsgebühren, den ARD und ZDF alleine nie hinbekommen hätten.

che
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