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Erfolgsserie: "Wie bei der Gestapo": Regisseur spricht über Geheimhaltung bei "Game of Thrones"

Der Serienhit "Game of Thrones" kommt im nächsten Frühjahr mit Ausstrahlung der letzten Staffel zum Ende. Damit das große Finale geheim bleibt, gehen die Macher ganz schön weit. Das verriet nun einer der Regisseure.

Game of Thrones Staffel 8

Wohl kaum eine Serien-Staffel wurde je so sehnsüchtig erwartet wie die achte Staffel von "Game of Thrones". Nach sieben Staffeln voller Intrigen, Sex, Tod und Drachen geht die komplexe Handlung nun dem Ende entgegen. Wer wird überleben? Wer verrät wen? Und wer sitzt am Ende auf dem Eisernen Thron? Damit die großen Fragen bis zum Ende spannend bleiben, setzt die Serie auf teils krasse Geheimhaltung. 

"Sie wollen wirklich, dass keiner weiß, was passieren wird. Dazu gehen sie bis zum Letzten. Es geht praktisch soweit, als wäre es die Gestapo. Man bekommt quasi keine Antworten", berichtet David Nutter in einem Interview mit der "Huffington Post". Den aus deutscher Sicht sehr krassen Nazi-Vergleich darf man aber wohl nicht zu ernst nehmen: In den USA wird der Name der NS-Geheimpolizei deutlich häufiger benutzt, als das hierzulande der Fall ist. Nutter, der als Regisseur für einige der großartigsten Momente der Serie wie die Rote Hochzeit, Jon Snows Tod und Cerseis Gang der Schande verantwortlich war, wollte wohl vor allem einen Superlativ der Geheimhaltung ausdrücken.

Extreme Geheimhaltung am Set

Und die scheint tatsächlich extrem auszufallen. So berichtet Nutter, dass es Momente gab, bei denen Papier auf dem gesamten Set verboten war - weil es in die Hände von Paparazzi fallen könnte. "Die Paparazzi waren teilweise an absurden Orten, auf Baukränen und anderen irren Stellen, - um einen Blick auf das Geschehen zu erhaschen." Das Papierverbot brachte allerdings ganz eigene Probleme: Davos-Darsteller Liam Cunningham blieb etwa vom Script ausgesperrt, weil er es wegen der hohen Sicherheitsmaßnahmen nicht auf seinem iPad geöffnet bekam. 

Bereits vor einigen Wochen wurde bekannt, dass aus Geheimhaltungsgründen ganze Szenen gedreht wurden, die nie in der Serie vorkommen sollten. Immerhin wussten aber die Regisseure, dass die Szenen nur zur Ablenkung dienten, berichtet Nutter. Auch Sansa-Darstellerin Sophie Turner erzählte bereits von solchen Szenen. "Wir warfen uns in Kroatien in die Kostüme, weil wir wussten, dass da Paparazzi herumturnten. Also verbrachten wir einen halben Tag damit, quasi nichts zu tun", gestand sie "Vulture".

Drohnenkiller und gefälschte Skripte

Und hatte noch mehr Anekdoten parat. Demnach stehen auf den Scripten nicht nur falsche Titel - Staffel 8 war demnach "Baum des Lebens" -, auch die Namen der Rollen seien dort gegen Codenamen ausgetauscht. Um sich vor ungewollten Drohnen-Bildern zu schützen, hätte die Security "Drohnen-Killer" eingesetzt, berichtet die Schauspielerin. "Ich weiß nicht, wie die funktionieren. Sie lassen eine Art Feld entstehen und die Drohne stürzt einfach ab".

Dass sich die Macher der Serie solche Sorgen um die Geheimhaltung machen, kommt nicht von ungefähr. Bereits mehrfach waren Skripte oder gar ganze Szenen im Netz aufgetaucht. So wurde etwa die gesamte Handlung der siebten Staffel fast ein Jahr vorher geleakt, Hacker konnten zudem komplette Folgen stehlen und versuchten den "Game of Thrones"-Sender HBO zu erpressen.

mma