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Gewinnspiel: Ärger für "Wetten, dass...?"

Die ZDF-Sendung "Wetten, dass...?" hat sich in Österreich Ärger eingehandelt. Weil Moderator Thomas Gottschalk bei einem Gewinnspiel die Prämie, ein Mittelklasseauto, zu ausführlich anpries, muss der Sender ORF jetzt die Konsequenzen tragen.

Weil Thomas Gottschalk bei seiner "Wetten, dass...?" Ausgabe im November 2007 in Leipzig gegen österreichisches Medienrecht verstieß, muss das österreichische Fernsehen ORF nun die Konsequenzen tragen. Der zuständige Bundeskommunikationssenat entschied, dass Gottschalk in der Sendung unzulässige Werbung für Audi gemacht habe. Das ZDF verschärfte nach Angaben eines Sprechers vom Freitag mittlerweile seine Regeln für Gewinnspiele.

Der TV-Entertainer hatte das Auto für einen guten Zweck, für die Deutsche Sporthilfe, angepriesen, doch Gottschalks Worte "...Machen Sie mit, und gewinnen Sie! Vielleicht ja diesen wunderschönen, neuen A4 3.2 Quattro, die sportliche Limousine in der Mittelklasse..." hätten eindeutig gegen die in der Alpenrepublik geltenden Regeln für TV-Werbung verstoßen, teilte das Bundeskommunikationsamt mit.

Wie ein Sprecher des ORF am Freitag bestätigte, wurde der Sender, der die Show nach Österreich übertrug, dazu verpflichtet, innerhalb von vier Wochen zwischen 20.15 und 23 Uhr verlesen zu lassen, dass er gegen das Gebot der Werbetrennung verstoßen habe. Nach Angaben des Sprechers wird der Sender allerdings zunächst beim Verwaltungsgericht überprüfen lassen, ob diese Entscheidung rechtmäßig ist.

Das ZDF sei von dieser Entscheidung zwar nicht betroffen, sagte ein Sprecher. Doch sei bereits vorher aufgefallen, dass Gottschalk das Auto "zu liebevoll" angepriesen habe. Programmdirektor Thomas Bellut habe daraufhin in einem "neuen Verfahren" die Regeln für Gewinnspiele verschärft. In einem "engen Zusammenspiel zwischen Redaktion, Regie und Moderator" werde künftig ausgeschlossen, dass auch in schwer vorhersehbaren Situationen Gewinnspielpreise zum Gegenstand von Moderationen oder Gesprächen werden, die einen werblichen Charakter entfalten können.

Die ZDF-Show "Wetten, dass...?" steht bei Kritikern schon länger unter Verdacht, möglicherweise unzulässige Werbung zu betreiben. Die Sendung wird in enger Zusammenarbeit mit Großunternehmen hergestellt. Nur durch deren Entgegenkommen im logistischen Bereich kann die populäre Show kostengünstig produziert werden. Schleichwerbung, also die vom Hersteller ohne Wissen des Publikums bezahlte Fernsehpräsenz eines Produkts, konnte jedoch nie nachgewiesen werden.

DPA / DPA
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