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TV-Kritik

"Germany's Next Topmodel": Wenn es bei Heidi plötzlich politisch werden und eine Frisur "Personality" bekommen soll

Bei "Germany's Next Topmodel" kehren die Mädels demonstrativ ihre politischen Botschaften nach außen, beweisen aber auch, dass Nacktheit nicht alles ist. Am Ende wird Luna aussortiert.

Von Jan Zier

Bei GNTM sollten die angehenden Models ihre Kleidung zum Spiegel ihrer "Personality" machen 

Bei GNTM sollten die angehenden Models ihre Kleidung zum Spiegel ihrer "Personality" machen 

Soll ja keiner sagen, es ginge hier nur um irgendwelche Äußerlichkeiten, bei "Germany's Next Top Model". Und damit sind jetzt hier nicht diese Fotografen gemeint, die immerzu "Personality und Character" von ihrem Opfer einfordern. Obwohl natürlich auch "Europas persönlichster und inspirierenster Fashion Online Shop" genau das von den Meeeeedchen einfordert. Er hat an diesem Tag  einen Auftrag zu vergeben. An zwei Models, für ein TV-Spot. "Wir akzeptieren Menschen wie sie sind" schreibt das Unternehmen über seine Vision. Das stimmt natürlich nicht, heißt es doch gleich im nächsten Satz, dass sie ja alle dabei unterstützen wollten, "ihre Persönlichkeit durch Mode auszudrücken – weil Mode die Menschen dabei unterstützen kann herauszustechen." Denn natürlich muss in der sich beständig selbst optimierenden Welt heutzutage jeder herausstechen. Aber besten, immer, überall. Und das geht halt vor allem durch Klamotten.

Aber nein! Heute dürfen alle Models einmal selbst Hand anlegen und das kleine Weiße selbst aufpeppen. Auf dass das Ergebnis sie selbst wiederspiegele. Und der Mode-Dienstleister bei seinen Auftragnehmerinnen anschließend "in die Seele sehen" kann. Wo sonst sollte die sich zeigen, wenn nicht in Fashion? Die einen entscheiden sich da für einen grell-bunten, nun ja, Bademantel mit scharfem Gelb-Orange, andere kleben sich große Schmetterlinge auf den Bauch und wieder andere malen sich ein etwas ungelenkes "No Make-up" auf die Brust. Die Botschaft ist herzig, ja, irgendwie sympathisch, auch und gerade hier, aber das heißt natürlich nicht, dass die junge Frau deswegen gleich in den Make-up-Streik tritt oder so, man muss es ja nicht so übertreiben mit der Politik. 

Wenn Models plötzlich politisch werden sollen 

Auch andere versuchen es da eher mit allgemeineren Botschaften, Jasmin etwa, die "gerne Regeln bricht", wie sie sagt, und schon jetzt als ideale Kandidatin für das Dschungelcamp erscheint. Sie hat sich ein Herz auf den einen Schuh geklebt, für die Liebe in der Welt, und einen Regenbogen auf den anderen, für die Toleranz. Hach ja, da wird einem doch gleich ganz warm ums Herz. Nur dem Content Director des Auftraggebers nicht, der war ja eher "ein bisschen eingeschüchtert" von der jungen Frau. "Liebe kennt kein Alter und kein Geschlecht", sagt Theresia, die ja auch eine Botschaft in ihrer Seele hat, während es Luna um die indigenen Völker geht und Sayana selbstbewusst auf die Rolle der Frau in Indien aufmerksam macht - und damit am Ende den Job erhält.

Nur Vanessa, nun ja, konnte sich im Regal eben nur für eine Hose entscheiden. Sie hat sich deshalb – die Älteren unter uns mögen sich noch erinnern – ganz im Stile der Erotik-Spielshow "Tutti Frutti" obenrum einfach nur die Brustwarzen mit Glitter verklebt. Auch ohne Mode kann man ja herausstechen! Also gerade ohne, das kennen wir ja aus GNTM. Oder weswegen erinnern wir uns heute noch gut an einstige Kandidatinnen wie Micaela Schäfer oder Gina-Lisa Lohfink? Eben.

Aber  weil es ja auch nicht heißen soll, dass Sex immer "sellt", bekam Vanessa zwar große Vorab-Berichterstattung in der "Bild" – aber eben keinen Auftrag. "Das musste nicht sein", sagt der Herr Content Director. Will heißen: Es fehlte einfach die Botschaft! Dabei wäre das so einfach gewesen: "Lieber nackt als Pelze tragen!" Das hätte bestimmt auch Aufträge aus der Tierschutz-Branche gebracht. Am Ende wäre Vanessa beinahe noch rausgeflogen, aber die Model-Mama wollte sie "noch nicht gehen lassen".

Die Persönlichkeit liegt bei GNTM in der Frisur

Dabei hatte sie ja nun ihre Fashion-Battles verloren, den Kampf Frau gegen Frau, pardon: Mädchen gegen Mädchen. Zum Beispiel den mit dem Seidentuch, in der Wüste, bei dem die Models zusammen gegeneinander antraten. Jasmin und Melissa etwa, "die beide nicht wissen, wo sie sind", wie Heidi Klum mütterlich erklärt, und "zu viele Fragen, aber zu wenig Antworten" haben, wie der Fotograf findet, der sich wiederum nicht recht zwischen deutsch, englisch und österreichisch entscheiden kann. "Das Problem ist alles", sagt er über die beiden, aber in dieser Staffel haben die eben einen hohen Wiedererkennungs- äh, Unterhaltungswert. Da macht es nicht so viel, wenn sie grad mal wieder mies gelaunt drein gucken. Oder, so wie Jasmin, auch mal einen Teil ihrer 10.000 Dollar-Robe in die Ecke pfeffern und das auch okay finden. "Du liegst mir sehr am Herzen", sagt Heidi zu ihr, die schließlich auf ihre Quote achten muss. Trotzdem hätte sie Jasmin nun doch beinahe aussortiert.   

Und so stehen am Ende vier andere Kandidatinnen auf der Abschussliste – neben Vanessa sind das Enisa, die aber via Wildcard sogleich von Co-Jurorin Toni Garrn errettet wird, Justine und Luna. Letztere sei nun eben wohl an ihre Grenzen gekommen, findet die Chefin; sie muss gehen. Justine hingegen muss sich zwar auch viel Kritik anhören, vor allem aber ihre neue und recht fesche, burschikose Kurzhaar-Frisur "noch mit Persönlichkeit" füllen. Also vor allem mit zur Schau getragenem Selbstbewusstsein! "Wie lange soll das denn noch dauern?", mosert Frau Klum. Zu seiner Schwäche zu stehen, verkauft sich halt leider nicht so gut. Auch eine Botschaft.                 

Theresia lässt das Umstyling stoisch über sich ergehen


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kann man sich gegen eine maßnahme vom jobcenter wehren?
hallo. ich bin quasi arbeitsunfähig seit meinem 18ten lebensjahr. ich wiege 200 kg und habe eine betreuung weil ich sonst gar nichts schaffen würde. sie bringt mich zu terminen und begleitet mich zu arzt besuchen. das einzige was ich noch alleine kann ist einkaufen und das auch nur weil es nunmal lebensnotwendig ist ,jedoch bin ich danach total erschöpft und fertig.ich kann keine 200 meter mehr laufen.und mal ganz abgesehen von meiner körperlich verfassung leide ich seit meiner kindheit an starken depressionen,borderline,panikattacken,einer traumatischen belastungsstörung und angstzuständen. ich bin demnach körperlich sowie auch psychisch ziemlich fertig. gestern war ich beim amtsarzt zur begutachtung sowie auch einmal vor 2 jahren. und die ärztin sagt mir ernsthaft,das es zumindest köperlich nicht ausreichen würde das ich weiterhin krank geschrieben werden kann und sagte,das eine maßnahme sicherlich gut sein kann.und das obwohl ich bereits sagte,das ich körperlich unfähig bin irgendwas alleine zu schaffen und ,meine betreuerin mich überallhin begleiten muss.(ich habe kein auto)ich bin vollkommen entsesetzt und habe nun angst das sie mich in eine maßnahme stecvken welche ich einfach nicht schaffe und sie mir dann das minum an geld nehmen welches ich bekomme und ich dann verhungernd und auf der starße leben muss,eben weil es ein ding der unmöglichkeit für mich darstellt.kann man sich da irgendwie wehren?sie sagt sie findet ich sei zu jung um berentet zu werden (28).ich habe gerade wirklich angst.kann man einen menschen zwingen etwas für ihn unmögliches zu tun?ich hab das gefühl die wollen irgendeine quote erfüllen und solange man die arme bewegen kann,ist man arbeitsfähig...hilfe :(