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ZDF-Physiker: Harald Lesch erklärt die Macht der "Fake News"

Gelogen wurde schon immer, aber nie so dramatisch wie zurzeit. Heute kann jeder sein eigener Propagandaminister sein, findet ZDF-Wissenschaftler Harald Lesch - und analysiert, wie mächtig "Fake News" wirklich sein können.

Harald Lesch

Astrophysiker Harald Lesch

Der aus dem ZDF bekannte Wissenschaftler Harald Lesch nimmt sich in der aktuellen Folge seiner Reihe "Terra X" das Phänomen "Fake News" vor. Überall werde heute gelogen, dass sich die Balken biegen, so Lesch - das sei aber schon immer so gewesen: "Im August 1835 hat eine bis dahin völlig unbekannte Zeitung in New York veröffentlicht, dass man auf dem Mond intelligentes Leben hätte." Die eigentlich als Satire gemeinte Meldung sei allerdings nicht so aufgenommen worden.

Das Beispiel dient für Lesch allerdings als Blaupause, um sich der Bedeutung und der Macht von "Fake News" zu nähern: Die damals neue Zeitung hatte keinen Ruf zu verlieren und sich in ihrer Meldung auf ein Journal berufen, das es gar nicht gab. Außerdem passte die Nachricht in die damalige Stimmung. Spekulationen über Leben auf dem Mond waren weit verbreitet.

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Harald Lesch: "Fake News haben gewonnen"

Heute werde allerdings ganz besonders schlimm und dramatisch gelogen, so Lesch: "Heute kann sozusagen jeder sein eigener Propagandaminister sein und das ist das Problem." Anhand eines Diagrammes zeigt Lesch auf, dass "Fake News" für die User seit August 2016 viel interessanter sind als Mainstream-Nachrichten: "Fake News haben gewonnen."

Lesch wirft deshalb die Frage auf, was sich verändert hat, und bezieht sich auf eine Studie der Stanford University über die Medienkompetenz von 8000 Studenten. Demnach könnten 8 von 10 Teilnehmern nicht zwischen einer gesponserten Werbenachricht und einer echten Nachricht unterscheiden.

Außerdem hätten etablierte Medien in der allgemeinen Hysterie heute kaum noch genug Zeit, ihre Nachrichten zu prüfen, wenn sie schneller sein wollen als "Fake News", die nur eine Nanosekunde früher im Netz sein müssten - und schon werden sie tausendfach geliked und kommentiert. "Selbst die seriösen Quellen verlieren zunehmend ihre Kompetenz in der Darstellung von Nachrichten", sagt Lesch, "wenn sie sich nicht die Zeit nehmen, diese Nachrichten zu überprüfen, zu recherchieren, wie es so schön heißt: zu verifizieren."

"Frag dich selber: Kann das sein?"

Die Politik fordere von den großen Institutionen eine Zensur oder zumindest eine bessere Kontrolle, damit sich diese Nachrichten nicht weiter verbreiten, aber: "Im Grunde ist es ja auch eine Aufforderung an uns alle - nutz doch mal deinen eigenen Verstand und frag dich selber: Kann das denn überhaupt sein?" Wenn nämlich nicht mehr alle diesen Unsinn weiter posten würden, dann stirbt er, so Lesch: "So wie jeder Virus stirbt, wenn er keine Wirte mehr hat, in die er eindringen kann."


tim
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Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.