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Verschwörungstheorien Harald Lesch knöpft sich "Chemtrails" vor

Harald Lesch zu Chemtrails
In seiner Sendung "Terra X Lesch & Co" hat sich Harald Lesch mit den sogenannten "Chemtrails" auseinandergesetzt 
© Screenshot Youtube
Der Wissenschaftsjournalist Harald Lesch hat sich in seiner Sendung mit der Verschwörungstheorie "Chemtrails" befasst. Nicht nur entkräftet Lesch die Argumente der Verschwörungstheoretiker - er zieht auch eine interessante Parallele zum Populismus.

Der Physiker und Wissenschaftsjournalist Harald Lesch hat sich in seiner Sendung "Terra X Lesch & Co" einer der wohl bekanntesten Verschwörungstheorien gewidmet: den "Chemtrails". Anhänger dieser Theorie glauben, dass Flugzeug-Kondensstreifen in Wahrheit ein Mix aus Chemikalien sind, die im Zuge einer globalen Verschwörung weltweit am Himmel verteilt werden. Die vermeintlichen Gründe dafür variieren. Meist soll es den dunklen Mächten darum gehen, die Menschheit zu vergiften. In seiner gewohnt sachlich-humorvollen Art, knöpfte sich Lesch nun die Argumente der "Chemtrail"-Gläubigen vor - und entkräftet diese anhand wissenschaftlicher Fakten.

Zu diesem Zweck zitiert der Physiker eine Publikation aus dem Fachblatt "Environmental Research Letter", die das vermeintliche Phänomen wissenschaftlich unter die Lupe nimmt. 76 Experten haben sich in diesem Paper mit der Frage auseinandergesetzt, ob es tatsächlich ein geheimes, großangelegtes Programm zur Beeinflussung der Atmosphäre gibt. In der Arbeit erklären die Forscher auf wissenschaftlicher Basis, wie und warum Kondensstreifen entstehen. Von Verschwörung keine Spur.

Populisten profitieren von Verschwörungstheorien

Dabei widmet sich Lesch in seinem Beitrag auch der Psychologie, die hinter den vielen Verschwörungstheorien steckt: Klimawandel, Energiewende, Finanzkrisen - "warum glaubt denn der Mensch, dass hinter den Ereignissen die ihn umgeben, es irgendwelche aktiven Akteure geben muss?"

Eine sehr berechtigte Frage, die an der Wurzel aller Verschwörungstheorien ansetzt. Und Lesch liefert auch gleich eine Erklärung: die "Hyper agency detection". Laut Lesch, ein "uraltes Muster", das in jedem Menschen steckt und dazu führt, "dass wir hinter allem planvolle Akteure vermuten." Der Grund hierfür sei evolutionärer Natur.

Besonders interessant ist auch die Verbindung die Lesch zwischen Verschwörungstheorien und Populismus zieht. Denn wenn man unter der Prämisse lebe, dass die Welt vom Bösen regiert wird, kommen viele zur fälschlichen Schlussfolgerung, dass eigentlich nur ein starker Anführer helfen könne. Dies spiele Populisten dann besonders in die Karten. Auch das Internet helfe bei der Verbreitung von Verschwörungstheorien insofern, dass es gewissen Menschen immer wieder die Möglichkeit gebe, seine eigenen Vorurteile zu bestätigen. Bleibt eigentlich nur zu hoffen, dass Lesch den ein oder anderen Verschwörungstheoretiker zur Vernunft bringen konnte. 

amt

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