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US-Wahlkampf: Trump wittert Verschwörung und Wahlbetrug - Republikaner springen ihm bei

Donald Trump wittert eine massive mediale Verschwörung gegen ihn und spricht von Wahlbetrug. Unterstützung bekommt er nun von prominenten Parteikollegen.

Donald Trump wirft den Demokraten vor, die Wahl zu fälschen

Donald Trump wirft den Demokraten vor, die Wahl zu fälschen

Drei Wochen vor der US-Präsidentschaftswahl liegt der Republikaner Donald Trump laut Umfragen rund fünf Prozentpunkte hinter seiner Konkurrentin Hillary Clinton. Die Schuld daran gibt er den Medien und angeblichen betrügerischen Machenschaften in Wahllokalen. "Diese Wahl wird von den verlogenen und verfälschenden Medien manipuliert, die die korrupte Hillary unterstützen - aber auch in vielen Wahllokalen - traurig", twitterte der Immobilienmogul etwa am Sonntag. 

In vielen Bundesstaaten können die US-Bürger bereits ihre Stimme abgeben - entweder per Briefwahl oder in früher geöffneten Wahllokalen. Doch laut Trump soll es hier zu Wahlfälschungen kommen. Am vergangenen Samstag brachte er diese Behauptung mehrmals vor. Die Demokratie in den USA sei eine Illusion. Und Hillary Clinton gehöre ins Gefängnis.

Unterstützung bekommt er nun von prominenten Republikanern. "Ohne die unendlichen, einseitigen Beschuldigungen in den Nachrichten würde Trump Hillary Clinton um 15 Prozentpunkte schlagen", sagte zum Beispiel Newt Gingrich, ehemaliger Sprecher des US-Repräsentantenhauses, in einem Gespräch mit dem US-Sender ABC. Wer sage, in Philadelphia gebe es keinen Betrug mit Wählerstimmen, leugne die Realität.

Republikaner fürchten Wahlbetrug

"Leute, die sich um die Ehrlichkeit der Wahlen Sorgen machen, als doof abzutun, ist ein Fehler", so der Republikaner weiter. Schließlich würde es nicht zum ersten Mal in der Geschichte vorkommen, dass eine Wahl gefälscht werden würde. "Ich erinnere mich daran, als Richard Nixon 1960 um den Wahlsieg betrogen wurde. Es gibt historisch keinen Zweifel daran, dass Illinois und Texas gestohlen wurden", behauptete Gingrich

Tatsächlich unterlag Nixon damals seinem Konkurrenten John F. Kennedy nur sehr knapp. Zwischen Historikern wird die These diskutiert, ob womöglich Abstimmungsunregelmäßigkeiten in einigen Staaten Kennedys Sieg verursachten.

"Tote Menschen wählen generell die Demokraten"

Auch der ehemalige Bürgermeister von New York, Rudy Giuliani, stärkt Trump den Rücken. In einem Interview mit CNN sagte er: "Tote Menschen wählen generell die Demokraten." Damit spielte er auf Spekulationen an, wonach Clintons Partei bei Wahlen betrügen würde, indem sie die Stimmen von Verstorbenen zählten.

Trumps Vize-Kandidat Mike Pence teilte hingegen gegen die Medien aus. "Viele Amerikaner haben das Gefühl, dass die Wahl von den nationalen Medien manipuliert wird", sagte er gegenüber dem US-Sender NBC. Trump werde allerdings das Ergebnis der Präsidentenwahl am 8. November "absolut" akzeptieren. Und dies trotz der "Voreingenommenheit" der Medien.

In den vergangenen Wochen geriet Trump heftig in die Kritik, nachdem ein Video aufgetaucht ist, wo er sich zutiefst frauenverachtend äußert. Außerdem beschuldigten ihn gleich mehrere Frauen, sie sexuell belästigt zu haben. Den Medien warf der Skandal-Politiker daraufhin vor, Krieg gegen ihn zu betreiben.

ivi