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Interview: "Unfassbar schlecht von der Performance": Harald Schmidt zieht über Rezo her

Satiriker Harald Schmidt hat sich mal wieder zu Wort gemeldet - und dabei den Youtuber Rezo auseinandergenommen. Auch zu Jan Böhmermann fand er nicht nur nette Worte.

Harald Schmidt

Harald Schmidt sorgt mal wieder mit einem Interview für Furore.

DPA

Wenn sich Harald Schmidt zur Lage der Nation äußert, wird es meistens interessant. Der Satiriker gab den "Stuttgarter Nachrichten" ein Video-Interview - und teilte ordentlich in alle Richtungen aus. Insbesondere die Aufregung, die der Youtuber Rezo mit seinem 55-minütigen Video "Die Zerstörung der CDU" bei den etablierten Parteien ausgelöst hat, amüsierte den 61-Jährigen.

"Diese Anbiederung bei Youtube gefällt mir unglaublich gut", sagte Schmidt im Gespräch mit der Zeitung. "Sie ist komplett sinnlos. Diese selbsternannten Volksparteien haben nicht begriffen, dass sie eh keinen erreichen aus dieser Generation." Man könne auch Youtube nicht lernen, so der Satiriker.

Harald Schmidt verspottet Rezo

Den ganzen Wirbel um das Video kann der langjährige Late-Night-Talker nur wenig verstehen. "Es ist unfassbar schlecht von der Performance", klagte Schmidt. Es bestehe nur aus "Hey Leute, ich hab für euch das gecheckt' und lol und duff und Lolli." Der Informationsstand sei dabei aus dem Jahr 1904. Und dennoch drehe alle Welt durch.

Für die Aufgeregtheit der Parteien gebe es auch deshalb keinen Grund, so Schmidt, weil CDU, CSU, SPD, FDP und Grüne zusammen locker über 70 Prozent lägen. Da könne man mit dem neuen Medium doch entspannt umgehen. Sein Rat an die Parteien: "Vergesst nie, jeder zweite Deutsche ist älter als 45. Ne ganz solide reaktionäre Haltung der Bevölkerungsschicht, die über das Kapital verfügt - dann könnten alle viel entspannter sein."

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Nicht nur Nettes über Jan Böhmermann

Auch zu Jan Böhmermann äußerte sich Schmidt, der einst sein Mitarbeiter in der ARD-Sendung "Harald Schmidt" war. Was er über den Gastgeber des "Neo Magazin Royale" zu sagen hatte, war jedoch nicht nur schmeichelhaft: "Ich wusste, dass er es als Moderator nie schaffen wird, aber als Krawallschachtel weit bringen", sagte der Schwabe. Genau so sei es gekommen. "Ich glaube, dass man ihm beim ZDF eigentlich gerne los wäre. Ich glaube, dass man im Strahl kotzt, wenn man sieht, was er wieder für einen Ärger bringt."

Das große Geld verdiene Markus Lanz im Hauptprogramm. "Und Böhmi strampelt im Off, sorgt aber für Klicks und Randale." Eine perfekte Arbeitsteilung.

Quelle: "Stuttgarter Nachrichten"

che