Herman-Nachfolger Yared Dibaba "Ik freu mi bannig op dat talk!"


Yared Dibaba ist überraschend der Nachfolger von Eva Herman in der Sendung "Talk mit Tietjen" geworden. Im stern.de-Interview verrät der gebürtige Äthiopier, warum seine Karriere mit Milchreis begann und er fließend plattdeutsch spricht.

Für viele war es eine Überraschung, dass Sie als Nachfolger von Eva Herman die Sendung "Talk mit Tietjen" moderieren werden. Für Sie selbst auch?

Ja, im ersten Moment schon. Zunächst einmal bekam ich nur die Anfrage vom NDR, ob ich grundsätzlich dazu bereit wäre, die Sendung zu machen. Ich habe natürlich sofort zugestimmt, für mich ist es eine große Ehre, bei einem so erfolgreichen Talk-Format einsteigen zu können. Danach hieß es aber erstmal Warten.

Wie haben Sie schließlich von ihrem neuen Job erfahren?

Ich war gerade bei Dreharbeiten für die Sendung "Die Welt op platt" in Seattle unterwegs, als mein Telefon klingelte. Das lief so ähnlich ab wie vor der Fußball-Weltmeisterschaft, als Jürgen Klinsmann seinen Kader zusammengestellt hat. Auf einmal kommt ein Anruf, und es heißt: "Du bist dabei!"

Kennen Sie ihre neue Talk-Partnerin Bettina Tietjen bereits?

Ja, ich habe Sie im letzten Jahr getroffen, als ich beim Fifa-Fanfest in Hamburg moderiert habe. Bettina war als Gast bei mir auf der Bühne, wir waren uns spontan sympathisch. Sie hat sich auch gleich an mich erinnert, als sie gefragt wurde, ob sie mit mir zusammen die Sendung machen möchte.

Was schätzen Sie an ihr?

Bettina Tietjen ist eine erfahrene Kollegin, mit einer sehr entspannten, herzlichen Art. Ich denke, wir werden für die drei Sendungen, die bis Jahresende geplant sind, gut miteinander zurechtkommen.

Werden Sie in der Sendung eine Art Gegenpart übernehmen?

So nach dem Motto "Guter Bulle, böser Bulle"? Nein, das kann ich mir nicht vorstellen. Ich werde keine Rolle spielen, sondern mich einfach so geben, wie ich bin. Ich kann auch noch gar nicht sagen, ob sich am Format der Sendung etwas ändern wird, bisher hatten Bettina und ich noch gar keine Zeit, darüber zu sprechen.

Wie haben Sie die umstrittenen Äußerungen von Eva Herman empfunden?

Zu diesem Thema möchte ich mich lieber nicht äußern.

Zu ihrer Karriere. Einem größeren Publikum sind sie dadurch bekannt geworden, dass Sie sich Milchreis aus dem Gesicht gewischt haben.

Ja, das stimmt. Ich habe einen Werbespot für Uncle Ben's gedreht, bei dem mich Kinder bei einer Hochzeit - ich habe den Bräutigam gegeben - mit Milchreis beworfen haben. Zumindest sah das im Spot so aus. In Wirklichkeit stand vor mir so eine Art Milchreiskatapult mit Zielvorrichtung, der mir den Reis ins Gesicht geschleudert hat. Gut 30 Mal mussten wir die Szene durchspielen. Eine recht anstrengende Angelegenheit, aber dennoch lecker.

Sie stammen ursprünglich aus Äthiopien. Wie sind Sie nach Deutschland gekommen?

Ich bin im Süden Äthiopiens geboren, in Oromia. Mein Vater hat aber in Deutschland studiert, meine Mutter hier ihre Ausbildung gemacht. 1976 sind wir zunächst zurück nach Äthiopien, mussten aber drei Jahre später wegen des Bürgerkrieges fliehen. So kam ich mit neun Jahren nach Falkenburg, ein kleines Dörfchen im Landkreis Oldenburg. Dort, in der norddeutschen Provinz, bin ich dann aufgewachsen und habe unter anderem gelernt, fließend plattdeutsch zu sprechen.

Können wir davon eine Kostprobe bekommen?

Na klar, wie wäre es damit: „Ik freu mi bannig op dat talk mit de Bettina Tietjen."

Interview: Björn Erichsen

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