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Satire-Sendung "Was stimmt nicht mit uns Deutschen?": Die Zerstörung Markus Söders in der "heute-show"

Markus Söder wird in der "heute-show" zum neuen Rezo
Markus Söder wird in der "heute-show" zum neuen Rezo
© heute-show / ZDF
Laschet oder Söder – diese Frage beschäftigt gerade die CDU. Und auch die "heute-show". Für Oliver Welke ist die Frage allerdings längst geklärt.

"Man reibt sich wirklich nur noch die Augen", gibt sich Oliver Welke zum Anfang der "heute-show" ungläubig. Mitten in der größten Pandemie streiten sich CDU und CSU um die Kanzler-Kandidatur. "Bis zum Rande der Spaltung. Das ist natürlich großartige TV-Unterhaltung", freut sich Welke und holt das Popcorn raus. Doch dann entscheidet er sich zumindest für die Sendung schon für einen der beiden Kandidaten – und knöpft sich CSU-Chef Markus Söder vor.

"Markus Söder kennt gar keine Skrupel mehr", ist sich Welke sicher – und lässt im Hintergrund Söder mit blauen Haaren an Rezos "Zerstörung der CDU" erinnern. "Präsidium und Vorstand sagen: Wir wollen Laschet. Worauf er sagt: Ich aber nicht. Ich will mich", staunt der Moderator. "Es geht um die Bevölkerung. Und die Bevölkerung liebt Markus Söder. Also, sagt Markus Söder. Und zwar ziemlich oft." Tatsächlich folgt ein gutes Dutzend Clips, in denen sich Söder mit den vielen Anfragen aus der Bevölkerung selbst beweihräuchert. "Genau. Markus Söder ist so geil, wenn du versuchst, den bei Tinder wegzuwischen, explodiert das Handy", feixt Welke.

"heute-show" krönt Gottkönig Markus

Dieses große Selbstbewusstsein kann Welke nicht so ganz nachvollziehen. "Was erwartet der denn? Soll sich die große CDU mit ihren vielen Landesverbänden jetzt ernsthaft einer Splitterpartei aus dem Alpenraum beugen? Soll die CDU ihren gerade erst gewählten Vorsitzenden Laschet opfern um den Gottkaiser Markus milde zu stimmen", fragt er sich. Und antwortet gleich selbst: "Ja, genau das erwartet der. 'Weil die Bevölkerung es will.'"

Selbst vor Drohungen gegen die Abgeordneten des Bundestages würde Söder nicht zurückschrecken. "Wenn zwei, drei Prozent in der Gesamtwahl weniger werden, dann können sich die Konstellation des Regierens ändern", erklärte Söder bei einer Pressekonferenz. Und schob gleich hinterher: "Aber zwei, drei Prozent können für viele Abgeordnete bedeuten, dass sie dann nicht mehr im Bundestag sind." Für Laschet zu stimmen, bedeutet für die CDU-Abgeordneten also eventuell, ihren Job zu verlieren, so die nicht besonders unterschwellige Drohung. Oder wie Welke es in Anlehnung an den Paten ausdrückt: "Schöne Mandate habt ihr hier. Wäre doch schade, wenn die bald alle weg sind."

Satire-Sendung: "Was stimmt nicht mit uns Deutschen?": Die Zerstörung Markus Söders in der "heute-show"

Für Welke ist das ein alarmierendes Signal: Wenn ein CDU-Politiker wie Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff betont, dass es bei der Wahl nicht um Sympathien, Vertrauen oder Charaktereigenschaften gehe, sondern um Gewinnchancen, sage das viel über die CDU aus. "Wirklich 'ne ganz tolle Botschaft. Aber genau das passiert, wenn eine Partei seit Jahren keine Inhalte hat." Dass Laschet nur eine Zustimmung von drei Prozent hat, würde da kaum helfen. "Damit liegt er noch deutlich vor Kardinal Wölki, Prinz Marcus von Anhalt und einem eingewachsenen Zehennagel."

"Was stimmt nicht mit uns Deutschen?"

Besonders stößt dem Moderator aber auf, wie skrupellos Söder sein Ziel zu verfolgen scheint. "Falls Sie meine persönliche Meinung interessiert: Der darf mit seinem Egotrip bitte nicht durchkommen", gibt sich Welke ungewohnt parteiisch. "Jeder weiß, dass die größte Leidenschaft von Markus Söder immer Markus Söder bleiben wird. Und trotzdem diese fantastischen Umfragewerte", gibt er sich fassungslos. "Ernsthaft: Was stimmt nicht mit uns Deutschen?"

Noch härter geht Alexis Kara in seiner Rolle als "heute-show"-Psychologe Dennis Knossalla mit Söder ins Gericht. Auch er kann "die plötzliche Verehrung für einen pathologischen Narzissten mit kreativem Verhältnis zur Wahrheit" nicht so recht nachvollziehen. Am Ende zieht er aber einen Vergleich, der sogar Welke zu weit geht. "Zählen Sie mal zusammen: Egomanie, penetrante Angeberei mit Umfragewerten, Wortbruch, auf die eigene Partei pfeifen, 24/7 aktiv bei Social Media, verbreitet unter Mitarbeitern ein Klima der Angst. Na, an wen erinnert uns das?" Am Ende wandelt sich das Bild Söders – in das Donald Trumps.

Quelle:"heute-show"


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