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"House of Cards": Underwoods Rudermaschine ist der heimliche Star der Show

Das Netflix-Format "House of Cards" um den intriganten und skrupellosen US-Präsidenten Frank Underwood ist momentan wohl eine der meistgefeierten Serien der Welt. Doch die Show hat noch einen heimlichen Star, der ordentlich von der Publicity profitiert.

Frank Underwood auf seinem WaterRower

Jedes Mal, wenn eine neue Staffel von "House of Cards" rauskommt, gehen Bestellungen für den WaterRower durch die Decke

Das Licht ist gedimmt, der Raum wird von zwei Geräuschen erfüllt: Eines hört sich wie Schleifpapier an, das über ein Holzbrett gezogen wird, ein anderes ist das Geräusch von Wasser, das in einem Behälter hin- und herschwappt. Im Einklang damit erfolgen die monotonen Bewegungen von - Netflix‘ Vision eines Worst-Case-Präsidenten in der Serie "House of Cards". Immer wieder sieht man, wie sich Präsident Underwood auf einem Schlitten vor und zurück bewegt - dabei Fernsehen schaut oder von einem Berater über die nächste Intrige gebrieft wird.

Die Rede ist natürlich von Frank Underwoods Designikone von einer Rudermaschine, die bei so manchem Fan der Serie einen bleibenden Eindruck hinterlassen hat. In der beliebten Serie wird gerne mit Stilmitteln gespielt: Die genüssliche Zigarette, die sich Frank und Claire abends am Fenster teilen, die gelegentliche Baller-Session auf der Playstation - und eben Frank Underwoods Rudermaschine, die er eigentlich immer parat zu haben scheint, wenn er kurz etwas Zeit zu trainieren hat.

Underwood macht den WaterRower berühmt

"House of Cards" hat dem WaterRower weltweit zur Berühmtheit verholfen, was nicht zuletzt an dem ungewöhnlichen - und dekorativen - Design liegen dürfte, denn die meisten Heimtrainer sind eher ein optischer Schandfleck fürs Wohnzimmer. Nicht so der WaterRower mit seinem runden Wassertank. Für die Macher der Rudermaschine sind die kurzen Cameoauftritte ihres Produkts bei "House of Cards" besser als jede Werbung. Auch für Marketing-Chef David Jones von WaterRower ist klar: Frank Underwood, gespielt von Kevin Spacey, ist "der berühmteste Ruderer der Welt", wie er der US-Zeitung "Wall Street Journal" (WSJ) berichtet. "Was wir uns von dieser Zusammenarbeit erhofft hatten, wurde noch einmal deutlich übertroffen".

WaterRower

Der WaterRower ist erst durch "House of Cards" weltweit bekannt geworden


Jedes Mal, wenn eine neue Staffel von " " bei Netflix online geht, schnellen die Bestellungen für den WaterRower in die Höhe. Laut "WSJ" hat das Unternehmen seine Produktion in den letzten fünf Jahren verdreifacht und produziert mittlerweile tausend Geräte pro Woche.

Eine Designikone, die auch ordentlich kostet

Länger sollen die Verkaufszahlen des WaterRowers so vor sich hingedümpelt sein: Das Gerät wurde einst vom Ruderer John Duke entwickelt - die Firma WaterRower wurde dann 1988 gegründet. Laut "WSJ" begannen die Verkaufszahlen erst ab 2012 anzuziehen, nachdem mehrere Fitnessclubs die Geräte bestellt hatten. Generell scheinen Rudermaschinen in den letzten Jahren an Beliebtheit zu gewinnen: Sie trainieren fast alle Muskelgruppen, sind gut für das Herz und schonend gegenüber den Gelenken. Wenn der WaterRower gerade nicht in Gebrauch ist, lässt er sich platzsparend an die Wand lehnen - auch das scheint bei den Kunden gut anzukommen.

Laut " " waren es die Produzenten der Sendung "House of Cards", die die Firma WaterRower noch vor dem Start der Serie 2013 ansprachen: "Unser Design hat sie überzeugt", so der Marketing-Manager Jones - Geld sei keines geflossen. Aber um sich einen WaterRower ins Wohnzimmer zu stellen, um wie Frank Underwood ordentlich Dampf abzulassen, muss man tief in die Tasche greifen: Die Preise für das Fitnessgerät liegen bei Amazon zwischen 1000 und 1700 Euro. Dennoch ist die Nachfrage ungebrochen – wenn man sich einen WaterRower kauft, kauft man eben auch etwas von Frank Underwoods Lebensgefühl.