Am 14. Mai wird Köln erneut zur Hauptstadt des deutschen Frauenfußballs: Im DFB-Pokalfinale (Anpfiff: 16 Uhr) treffen im RheinEnergie-Stadion mit dem FC Bayern München und dem VfL Wolfsburg die beiden stärksten und erfolgreichsten Teams der vergangenen Jahre aufeinander. Es ist das sportliche Traumfinale – und zugleich ein weiteres Zeichen dafür, wie sehr sich der Frauenfußball in Deutschland emanzipiert hat. Claudia Neumann kommentiert, Kathrin Lehmann steht als Expertin Rede und Antwort, Sven Voss übernimmt die Moderation im Studio. Die beiden Liga-Duelle gingen beide an den FC Bayern: auswärts in Wolfsburg gewann Bayern am 11. Oktober 2025 mit 3:1. Auch das Rückspiel in München entschied Bayern klar für sich – am 22. Februar 2026 mit 4:1.
Doch nun heißt es: Der Pokal hat seine eigenen Gesetze, und das Endspiel der Frauen ist längst mehr als ein Vorspiel zum großen Männer-Finale. Von den frühen 1980er-Jahren bis 2009 wurde das Pokalfinale meist am selben Tag und oft unmittelbar vor dem Männer-Endspiel ausgetragen, zuletzt regelmäßig im Berliner Olympiastadion. Das sorgte zwar für eine große Kulisse, ließ das Frauenfinale aber häufig als Rahmenprogramm erscheinen. Seit 2010 geht der DFB bewusst einen anderen Weg: Das Endspiel der Frauen bekam mit Köln eine eigene Bühne, ein eigenes Event und damit deutlich mehr Aufmerksamkeit.
Bayern bringt das Momentum mit, Wolfsburg die Historie
Sportlich verspricht das Finale ein Duell auf höchstem Niveau: Bayern – in der Meisterschaft zuletzt fast ebenso dominant wie die Herrenmannschaft – geht als Favorit in die Partie. Die Münchnerinnen spielten eine bärenstarke Saison und haben sich in den vergangenen Jahren zur dominierenden Kraft im deutschen Frauenfußball entwickelt. Das Team wirkt eingespielt, variabel und in großen Spielen stabil. Spielerinnen wie Giulia Gwinn, Klara Bühl oder Pernille Harder stehen für Qualität, Tempo und internationale Erfahrung.
Doch Wolfsburg bleibt gerade im Pokal ein Gegner mit besonderem Format. Die Niedersachsen sind mit elf Titeln Rekordsiegerinnen des Wettbewerbs und haben sich in K.-o.-Spielen über Jahre eine enorme Finalroutine erarbeitet. Auch wenn die Liga-Saison nicht durchweg überzeugend verlief, ist der Pokal für Wolfsburg die Chance, ein durchwachsenes Jahr mit einem Titel zu veredeln. Dass sich das Team im Halbfinale gegen Jena erst im Elfmeterschießen durchsetzte, zeigt zwar Verwundbarkeit – aber auch Nervenstärke. So trifft in Köln die beste Form auf die größte Pokal-Erfahrung. Bayern bringt das Momentum mit, Wolfsburg die Historie. Für den deutschen Frauenfußball ist dieses Finale vor allem eines: ein Beleg dafür, dass sein größtes Spiel längst stark genug ist, für sich selbst zu stehen.
DFB-Pokal der Frauen, Finale VfL Wolfsburg – FC Bayern München – Do. 14.05. – ZDF: 15.40 Uhr