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Skandal um Kollegah und Bang: Klatsche für die Echo-Verantwortlichen - Klaus Voormann gibt seinen Preis zurück

Er schwieg zu den Vorwürfen gegen die Rapper Kollegah und Farid Bang - bis jetzt: Klaus Voormann gibt seinen Echo fürs Lebenswerk zurück. Die Begründung liest sich wie eine Ohrfeige für die Verantwortlichen.

Klaus Voormann (l.) und Wolfgang Niedecken

Wolfgang Niedecken (r.) überreichte Klaus Voormann beim Echo den Preis fürs Lebenswerk.

DPA

Er ist eine Musiklegende: wurde am vergangenen Donnerstag mit einem Echo für sein Lebenswerk ausgezeichnet. Der als "fünfter Beatle" bekannt gewordene Bassist, Grafikdesigner und Grammy-Gewinner ging in seiner Dankesrede nicht auf den Skandal des Abends um die Texte der Rapper Kollegah und Farid Bang ein. Viele wunderten sich, dass der geradlinige Voormann still geblieben war. Bis jetzt. 

Der 79-Jährige teilte am Montag mit, dass er den Echo für sein Lebenswerk zurückgeben werde. Er ziehe damit die Konsequenzen aus der Auszeichnung und Teilnahme von Bang und und deren "menschenverachtenden, frauenfeindlichen, rassistischen, antisemitischen und gewaltverherrlichenden" Texten. 

Voormann erklärte, er habe sich im Vorfeld nicht ausreichend mit dem Skandal beschäftigt. "Aus diesem Grund war ich mir vor der Verleihung nicht sicher, ob ich teilnehmen soll, oder ob ich vielleicht fehl am Platze bin." Leider habe sich nun Letzteres bestätigt. Er habe sich nach der Verleihung intensiv mit den Texten der beiden Rapper auseinandergesetzt und sei zu dem Schluss gekommen, dass diese mit Kunst nichts mehr zu tun hätten, sondern eine Grenze überschreiten würden.

Klaus Voormann erhebt schwere Vorwürfe gegen Echo-Veranstalter

Besonders schwere Vorwürfe erhebt Voormann gegen die Veranstalter des Echo. Diese hätten den Auftritt von und Kollegah unmittelbar vor seine Ehrung gelegt und damit seinen Laudator Wolfgang Niedecken und ihn "ins offene Messer laufen lassen". Das zeuge nicht von Wertschätzung.

Auch der Sender Vox bekommt sein Fett weg. Entgleisungen wie die von Bang und Kollegah würden von "Vox noch gefatured" werden. "Welche Maschinerie steckt dahinter und füllt sich damit die Taschen?", fragt Voormann. Was müsse noch passieren, dass der Ethikrat des Echo Konsequenzen ziehe? Der Kultbassist spricht von einer "Verrohung", die damit Einzug gehalten habe. 

"Die verantwortlichen Beteiligten haben es nicht geschafft, rechtzeitig Konsequenzen zu ziehen", sagt Voormann. Um sein Unverständnis darüber zum Ausdruck zu bringen, gebe er seinen Echo zurück, schließt Voormann seine Mitteilung.

Auch Notos Quartett gibt Echo zurück

Am Sonntag hatten bereits die Musiker von Notos Quartett angekündigt, ihren Echo Klassik von 2017 zurückgeben zu wollen. Das teilten die Berliner auf ihrer Facebook-Seite mit. Über die Entscheidung, die Verhöhnung von Holocaust-Opfern mit einem Preis zu würdigen, sei man "zutiefst erschüttert".

Von den Verantwortlichen des Echo gibt es zu den Rückgaben der Preise bislang keine Reaktion. Der Bundesverband Musikindustrie (BVMI) kündigte am Sonntag lediglich an, dass das Konzept der Preisvergabe erneuert werden solle. 

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