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Kurt Krömers "Late Night Show" "Puffgänger" scheitert vor Gericht


Weil er als "Puffgänger" beschimpft wurde, wollte "Spiegel"-Journalist Matthias Matussek die Ausstrahlung von Kurt Krömers "Late Night Show" verbieten lassen. Die Richter wiesen die Klage ab.
Von Sophie Albers

Wer sich in eine Show von Kurt Krömer begibt, weiß, was ihn erwartet. Sollte man meinen. Henryk Broder hatte sogar Erdbeersprühsahne mitgenommen, um sich gegen Deutschlands genialen Anarcho-Moderator wehren zu können. Die kam aber gar nicht zum Einsatz. Härtere Geschütze aufgefahren hat nun der selbst austeilfreudige ehemalige Kulturchef des Nachrichtenmagazins "Der Spiegel", Matthias Matussek. Allerdings erst nach der Sendung. Der Journalist ist am Mittwoch vor Gericht gezogen, um die Ausstrahlung der "Late Night Show" am 10. August in der ARD gerichtlich stoppen lassen. Er war in der Auftaktsendung zur neuen Staffel zu Gast, die am 11. Juli aufgezeichnet wurde. Und sein Auftritt hat ihm offensichtlich nicht gefallen.

Vor der Sendung habe es geheißen, Matussek könne mit Krömer über sein neues Buch und das Thema Religion reden, empörte sich der Autor hinterher. Stattdessen hat Krömer aber natürlich den Krömer gemacht und Matussek bis zum Anschlag provoziert. Er begrüßte ihn mit "Pöbelhans" und als das nicht zündete mit "hinterfotziges Arschloch". Als Matussek beim Thema Zölibat "Rotlicht" sagte, womit er eine Ampel meinte, assoziierte Krömer gewohnt frei und fragte, ob Matussek in den Puff gehe. Matusseks "Arschloch"-Retour "blöde Sau" ging unter, und auf die Pufffrage wollte er nicht antworten.

Matussek will nicht gewusst haben, worauf er sich einlässt

Seine Frau und Freunde hätten ihn gewarnt, ließ Matussek sich im Juli vom "Tagesspiegel" zitieren. Nun behauptet er, nicht gewusst zu haben, was für eine Art von Sendung die "Late Night Show" ist. Zuerst forderte Matussek die Produktionsfirma und den RBB im Juli dazu auf, seinen Part herauszuschneiden. Als die eine Frist verstreichen ließen, beschloss er dann, vor Gericht zu gehen. Per einstweiliger Verfügung wollte er die Ausstrahlung vom Landgericht Hamburg untersagen lassen.

Glücklicherweise ohne Erfolg. Wäre auch schade gewesen um diese gelungene Sendung, in der nämlich nicht nur Matussek zu Gast war, sondern auch Comedy-Travestiekünstler Ades Zabel, der als Krömers Braut einen Fruchtbarkeitstanz aufführen durfte, der er gutgelaunte Jazzpianist Joja Wendt und die Schlagergröße Mary Roos, die übrigens jede noch so meschuggene Zote Krömers mit Leichtigkeit weglachte - oder auch wegweinte. Aber das ist eine andere Geschichte.

So ganz ausgestanden ist die Sache aber noch nicht: Wie der "Tagesspiegel" berichtet, hat sich Matussek an das Oberlandesgericht (OLG) gewandt.


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