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Letzte Folge der US-Serie: Gut, dass "Breaking Bad" vorbei ist

Schmerzhaftes Ende von "Breaking Bad"? Nö. Die Trennung ist einfach. Denn die Macher der US-Serie haben das geschafft, was viele nicht hinkriegen. Eine kleine Geschichte über Abschiede. KEIN SPOILER!

Von Ulrike Klode

Abschiedsschmerz bei "Breaking Bad"? Den gibt es bei mir nicht. Ich bin froh, wenn die Serie endlich vorbei ist. Denn ich konnte die selbstzerstörerischen Züge der Charaktere kaum noch aushalten. Wie Walter White (Bryan Cranston) - getrieben von der Gier nach Geld und auch Lust an der Macht, eine perfekte Droge zu erschaffen - immer tiefer in die Fänge der Drogenmafia gerät. Wie Jesse Pinkman (Aaron Paul) einfach mitsinkt, weil er nicht loskommt von Walter White und dem Meth. Wie alle Charaktere auf immer größere Katastrophen zusteuern.

Wenn ich die letzte Folge gesehen habe (in den USA ist sie Sonntagnacht gelaufen - natürlich mit einer Rekordquote -, in Deutschland ist sie zum ersten Mal Dienstagabend im Pay-TV-Sender AXN zu sehen), werde ich sagen: Was für eine großartige Serie! Aber ich werde die Charaktere kein bisschen vermissen. Da ist Vince Gilligan, dem Kopf hinter "Breaking Bad", ein echtes Meisterstück gelungen - auch, weil er es geschafft hat, die Serie wirklich da zu beenden, wo sie auf dem Höhepunkt ist. Kein Drängen der Produktionsfirma Sony und des Senders AMC konnte ihn bewegen weiterzumachen. Nach Staffel fünf musste Schluss sein, sagte er. Und setzte sich durch.

Ausstieg vor dem eigentlichen Ende

Das gelingt leider den wenigsten, viele Geschichten werden einfach ausgewalzt und zu Tode erzählt. Und das ist auch der Grund, warum mir das Ende einer liebgewonnenen Serie meist überhaupt nichts ausmacht. Wenn das Ende dann wirklich kommt, bin ich schon ausgestiegen. Bestes Beispiel: "Ally McBeal". Aber auch "Grey's Anatomy". Und: "Six Feet Under". Ein ähnlicher Fall: "How I Met Your Mother". Zwischendrin war ich drauf und dran, mich von Ted, Robin, Barney, Lily und Marshall zu verabschieden, weil die Geschichte um Teds Suche nach der Traumfrau einfach extrem in die Länge gezogen wurde - wegen des großen Erfolgs. Warum ich dennoch die letzte Staffel "HIMYM" gucken werde? Gute Frage. Vielleicht entscheide ich nach den ersten Folgen der letzten Staffel auch, dass es reicht. Denn die Zeit ist zu kostbar - es gibt derzeit so viele großartige Serien, warum sollte ich mich an einer festklammern, die auserzählt ist?

Ein Ende, das schmerzte

In meinem Serienleben gibt es bisher nur eine einzige Serie, bei der mir das Ende wirklich wehgetan hat: "Gilmore Girls". Ich habe mich geweigert, den Abschied zu akzeptieren - indem ich die letzte Folge einfach nicht geschaut habe. "Ich will mir richtig Zeit dafür nehmen", war meine Begründung, wenn mich jemand gefragt hat. Aber mittlerweile glaube ich, dass es auch die Angst vor der Trennung von den liebgewordenen Charakteren war. Irgendwann, Monate, nachdem die letzte Staffel in Deutschland gezeigt worden war, habe ich die allerletzte Folge dann geschaut. Ich muss gestehen: Ich kann mich an das Ende nicht mehr erinnern. Aber ich weiß ganz genau, dass ich an dem Abend, als ich die letzte Folge gesehen habe, im Anschluss noch die zwei ersten Folgen der ersten Staffel hinterher geschaut habe. Und am nächsten Abend noch ein paar. Verdrängung nennt man das, glaube ich.

Ähnlich schmerzhaft war für mich der Abschied von "Veronica Mars". Diese Serie allerdings wurde mitten in ihrer Blüte einfach von mir gerissen - und eingestellt. Ich hoffe immer noch, dass sie irgendwann weitergeführt wird. Nur eine weitere Staffel. Irgendwas, das mich abschließen lässt. Vielleicht hilft mir der per Crowdfunding finanzierte Kinofilm.

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