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Shitstorm für "Märchenrätsel": Wütende Eltern: TV-Sendung klärt Kinder über Weihnachtsmann auf

Der RBB ist in ein tiefes Fettnäpfchen getreten. In einer Kindersendung deutet die Moderatorin an, dass es den Weihnachtsmann gar nicht gibt. Einige Eltern sind außer sich.

Das TV-Format "Märchenrätsel" vom RBB mit Moderatorin Madeleine Wehle (rechts)

Das TV-Format "Märchenrätsel" vom RBB kommt mit der neuen Moderatorin Madeleine Wehle (r.) bei vielen Zuschauern nicht so gut an

Weihnachten rückt immer näher und spätestens mit dem ersten Advent wollen auch die Fernsehsender von der vorweihnachtlichen Stimmung profitieren. Der RBB macht das traditionell mit seinem "Märchenrätsel", einem mittags ausgestrahlten Format für Groß und Klein. Zu klein sollten die Zuschauer aber offenbar nicht sein. Am vergangenen Sonntag ließ Moderatorin Madeleine Wehle nämlich eine Bombe für unschuldige Ohren platzen: Sie fragte die anwesenden Kinder, ob sie denn zuhause im Schrank nach Geschenken suchen würden. Ein Junge im Grundschulalter sagte darauf, dass seine Mutter zwar immer schon versuche, die Geschenke gut zu verstecken, aber er in Einkaufstüten und Schränken danach suchen würde.

Spätestens hier dürften einige der ganz kleinen Zuschauer ihre Eltern fragend angeguckt haben. Wie war das jetzt noch gleich mit dem Weihnachtsmann? Wer bringt die Geschenke? Etwas unsanft wurden sie aus ihrer kleinen Scheinwelt gerissen, was einigen Eltern so gar nicht passte. Auf Facebook entlud sich die Kritik am Sendeformat.

Spektakuläre Rettung: Weihnachtsmann bleibt unterm Dach stecken


RBB auf Facebook in der Kritik

Ein Nutzerin etwa "will keine Tante, die den Kindern Tipps zum vorzeitigem Auffinden der Geschenke gibt! Damit ist doch der ganze Zauber dahin. Meine Tochter schmiss mir dann auch gleich den Brief an den Weihnachtsmann um die Ohren. Danke RBB!" Eine andere beschwert sich: "Meine Tochter glaubt an den Weihnachtsmann und ihre Moderatorin fragt die Kinder ob die Geschenke im Schrank suchen? Das ist unfassbar! Ich bin sehr enttäuscht." Und ein weiterer Nutzer fährt die ganz großen Geschütze auf: "Ist die etwa keine Christin? Wie kann man nur so eine unsensible Person ins Kinder-Fernsehen lassen?"

Einige andere Nutzer nehmen es deutlich gelassener: Sie zweifeln an, dass Kinder, die alt genug sind fernzusehen, überhaupt noch noch an den Weihnachtsmann glauben sollten. "Als meine Tochter erfahren hat, dass nicht das Christkind/der Weihnachtsmann die Geschenke bringt, wäre ihr beinahe die Tasse Kaffee aus der Hand gefallen. (Ironie)", ist dort etwa zu lesen. Andere führen ein längst widerlegtes, aber hartnäckiges Gerücht an: Der Weihnachtsmann sei sowieso von Coca Cola erfunden worden. Daher sei das alles halb so schlimm.

Wohnt der Weihnachtsmann in Himmelpfort?

Die meiste Kritik der Nutzer zielt nicht nur auf die unangekündigte Aufklärungsstunde ab, sondern auf die Neubesetzung der Moderatorin. In der Vergangenheit hatte die als Hexe verkleidete Angelika Mann durch die Sendung geführt. "Wir wollen unser Hexlein wieder haben", steht mehrfach auf der RBB-Facebook-Seite. Vielen Nutzern sei das neue Format nicht kindgerecht genug. Der Sender sah sich zu einer Stellungnahme genötigt: 

Moderatorin Wehle verabschiedete sich derweil mit einem Aufruf aus der Sendung. Die Kinder sollen doch bitte fleißig ihre Wunschzettel einrechen, und zwar bitte nach "16798 Himmelpfort" in Brandenburg. Da wohne der Weihnachtsmann schließlich. Na dann, frohes Fest.

fin