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ARD-Comedy "Kroymann" "Ich glaube nicht an Mathematik": Maren Kroymann führt die Absurdität der "Querdenker" vor

Kroymann
Jasna Fritzi Bauer als Buchhändlerin, die an einer querdenkenden Kundin (Maren Kroymann) verzweifelt.
© Radio Bremen/Frank Dicks / ARD
Alternative Fakten und dreiste Wissenschafts-Leugnung: In einem Sketch führt Maren Kroymann das infantile Verhalten von Querdenkern am Beispiel der Mathematik vor — ohne groß zu übertreiben.

Deutschland kommt bei der Impfkampagne nicht weiter: Noch immer sind Millionen Deutsche ungeimpft. Eine bedeutende Rolle in der Öffentlichkeit spielen dabei die sogenannten Querdenker - die das Corona-Virus verharmlosen oder gar leugnen und die Erkenntnisse der Wissenschaft anzweifeln.

Wie absurd die Argumentationsmuster der Corona-Leugner bisweilen sind, zeigt Maren Kroymann in einem neuen Sketch aus ihrer Comedy-Show "Kroymann". Dort möchte eine Querdenkerin in einem Geschäft Bücher kaufen - will aber anstatt der geforderten 44,90 Euro lediglich 15,70 Euro zahlen. "Sie haben sich verrechnet", wirft sie der Verkäuferin vor. 

Die rechnet noch mal nach - kommt aber erneut auf 44,90 Euro. Da geht die Diskussion erst los: "Für Sie - und für Ihre systemtreue Kapitalismusmaschine vielleicht." Die von Jasna Fritzi Bauer gespielte Buchhändlerin beharrt auf der Korrektheit ihrer errechneten Summe.

Maren Kroymann als "Querrechnerin"

Doch damit fordert sie die "Querrechnerin" erst recht heraus: "Nur weil ich Ihre Mainstreammeinung nicht teile, müssen Sie mich nicht anschreien", erwidert die. "Im Gegensatz zu Ihnen akzeptiere ich nicht jede erstbeste Wahrheit, die Regierung und Staatsfunk präsentieren. Ich mach mir mein eigenes Bild."

Und holt dann aus: Mathematik sei "eine Fakewissenschaft, mit der die da oben uns schröpfen wollen". Die Verkäuferin erklärt, dass die Regeln, nach denen wir rechnen, ja nicht von der Regierung gemacht seien, die gebe es schon seit Pythagoras.

Doch auch das lässt die Kundin nicht gelten: "Waren Sie dabei, als dieser angebliche Pythagoras seine Regeln aufgestellt hat?" Überhaupt: Warum solle ihr eigenes Rechenergebnis weniger wert sein als das der Verkäuferin? Sie argumentiere eben auf der Basis anderer Fakten. 

Falsch verstandene Toleranz

Als ob der Dialog nicht schon absurd genug wäre, springt der Querrechnerin nun auch ein weiterer Kunde bei: "Ich find es auch wichtig, dass man auch andere Ansichten zulässt", gibt er sich ganz tolerant.

Als die Händlerin zum Handy greift, um die Korrektheit ihrer Rechnung zu beweisen, kommt die nächste aus Kreisen der Querdenker bekannte Stanze: "Ah, Sie denken gar nicht selbst. Sie vertrauen Ihrem Handy. Viele liebe Grüße an Bill Gates - der hört ja eh immer zu."

Um das Bild abzurunden, packt die Kundin auch noch eine Verschwörungstheorie aus, bevor sie des Ladens verwiesen wird: "Ich hab Informationen, die beweisen, dass Mathematik eine weltumspannende Verschwörung ist, um uns zu unmündigen Schafen zu machen." 

Doch am Ende hält dieser Sketch noch eine Pointe bereit: Denn nun ist der Kunde an der Reihe, der zuvor so viel Verständnis für die alternativen Rechenmethoden gezeigt hat. Doch die beherrscht die Verkäuferin auch: "Das macht dann 2000 Euro."

Die aktuelle Ausgabe der Comedy-Show "Kroymann" ist in der ARD-Mediathek abrufbar.

che

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