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Nach dem Aus bei "Grey’s Anatomy" Jetzt spricht Patrick "McDreamy" Dempsey


Die Fans weinen, kreischen. Und sie fordern via Online-Petition die Rückkehr von "ihrem McDreamy", Patrick Dempsey. Der versucht, die Gemüter zu besänftigen und spricht erstmals über seinen Abschied.
Von Frank Siering, Los Angeles

Das Ende von Dr. Derek Shepherd aka "McDreamy" kam so plötzlich wie eine massive Herzattacke. Und traf nicht nur die welweite Fan-Gemeinde von "Grey’s Anatomy" ins Mark, sondern verursachte soviel Aufregung, dass Dempsey sich für seinen plötzlichen Ausstieg bei der Fernseh-Show nach elf Jahren jetzt sogar öffentlich dafür rechtfertigen muss. Eine Gruppe von hartnäckigen Anhängern hat sogar via Change.org eine Petition ins Internet gestellt, die "Grey's"-Erfinderin Shonda Rhimes auffordert, Shepherd in die Show zurückzuholen.

In einem Interview mit der Fachzeitschrift "Entertainment Weekly" (EW), das nur eine Woche vor der letzten Sendung geführt wurde, in der "McDreamy" brutal von einem Auto erfasst wird und in ein Koma versinkt, sagte der 49-jährige Schauspieler, dass das plötzliche Ende seines Charakters in der Show nicht wirklich geplant, aber sich "einfach so entwickelt hat. Es ist einfach passiert. Es war auch für mich überraschend, aber es kam auch ganz natürlich", so Dempsey, der erst im vergangenen Jahr einen neuen Zweijahres-Vertrag unterschrieben hatte. Ein Vertrag, der ihn eigentlich für eine zwölfte Staffel in der Show halten sollte.

Job-Sicherheit als Motivation

"Ich habe den Vertrag unterschrieben, weil es mir Job-Sicherheit gab. Warum auch nicht?", so Dempsey. Und fügt ungewöhnlich ehrlich hinzu: "Es ist schwer, zu soviel Geld 'Nein' zu sagen. Aber ich hab mich schon ab und zu gefragt, wieviel man noch aus diesem Charakter herausholen kann", gibt Dempsey gegenüber "EW" zu.

Er gibt weiter zu Protokoll, dass er bereits im Februar wusste, dass sein Ende nahen würde. Spätestens in dem Moment, da Shepherd für insgesamt sechs Episoden nicht zu sehen war in "Grey's" schien die Katze aus dem Sack. "Ich war in Brasilien, konnte dort ein paar Rennen fahren. Mein Arbeitgeber hat mir immer genug Zeit gelassen, meiner Liebe zum Rennsport nachzukommen. Dafür bin ich sehr dankbar", so Dempsey, der in diesem Jahr seine zweite Scheidung (von Jillian Fink) durchmachen musste.

"Das Privatleben lässt du vor der Tür"

Auf die Frage, ob die Trennung von seiner Frau ihn auch in der Entscheidung beeinflusst hätte, die Show vorzeitig zu verlassen, sagte Dempsey: "Du bist Profi und lässt dein Privatleben vor der Tür. Ich werde nicht über mein Leben zuhause sprechen, als sei es ein Teil der Show", so Dempsey.

Natürlich weiß auch Dempsey, dass "Grey’s Anatomy" sehr loyale Fans hat und Shepherd ein Charakter ist, den die Anhänger über die Jahre sehr ins Herz geschlossen hatten. "Niemand will ihn verlieren. Er war immerhin in ihrem Leben für die letzten zehn Jahre. Ich reise in der Welt umher und die Leute wissen, wer Shepherd ist. Es ist nicht leicht. Auch für mich ist dieser Umstand jetzt neu. Ich muss es erst alles noch verdauen", sagt der Schauspieler.

Der letzte Tag auf dem Set als Dr. Shepherd

Seinen letzten Tag auf dem Set beschreibt Dempsey in dem Interview als "sehr sehr ruhig. Fast ein bisschen poetisch. Ich habe den Set ganz still und leise verlassen. Es war schön so, und es hat geregnet. Ich bin in meinem Porsche gestiegen, habe mich durch den Feierabendverkehr gequält, und zwei Stunden später war ich zuhause", beschreibt Dempsey seinen letzten Arbeitstag auf dem Set von "Grey’s Anatomy".

Und wenn Dempsey diese Rolle jetzt auch hinter sich gelassen hat, so weiß der dreifache Vater doch sehr wohl, dass auch er "sehr viel von Shepherd gelernt hat. Durch ihn bin ich erwachsener geworden, es war eine tolle Erfahrung für mich", so Dempsey. Aber es war auch nicht leicht, wurde Shepherd doch von "Grey’s"-Erfinderin Shonda Rhimes als der "perfekte Mann" bezeichnet. "Sicher", so Dempsey, "das hat schon einen gewissen Druck auf mich ausgeübt", sagt er weiter.

Seine letzte Sendung wird er sich im übrigen nicht vor dem heimischen Fernseher in Los Angeles anschauen. Zum einen mag er es nicht, sich selbst im TV zu sehen, zum anderen wird der wohl beliebteste Arzt, der in den letzten zehn Jahren im grünen Kittel seine Runden machte, im Rennanzug durch Europa und Dubai jetten.

"Ich werde dort trainieren und jedem TV so gut es eben geht aus dem Weg gehen", sagt Dempsey, der trotz des Abschieds aus der Serie wohl auf ewige Zeiten als "McDreamy" zumindest in den Phantasien unzähliger Patienten weiterexistieren wird.


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