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Ministerpräsident Sachsens Michael Kretschmer bei Markus Lanz: Seine Äußerungen zum Krieg in der Ukraine stoßen auf Kritik

Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU)
Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU)
© Jens Krick / Action Press
Der sächsische Ministerpräsident Michael Kretschmer war zu Gast bei Markus Lanz – und plädierte dort für ein Ende des Ukraine-Kriegs und mehr diplomatischen Austausch. Wie das genau aussehen soll, konnte er jedoch nicht erklären.

Die Sendung begann direkt hitzig – und das lieferte den Nährboden für das, was folgen sollte: Der sächsische Ministerpräsident Michael Kretschmer war am Mittwoch zu Gast in der Talkshow von Markus Lanz. Und dort sammelte er mit seinen Aussagen zum Krieg um die Ukraine nicht gerade Sympathiepunkte. Dabei war am Ende nicht einmal wirklich klar, was genau der CDU-Politiker überhaupt zu einer möglichen "diplomatischen" Lösung des Konflikts beizutragen hätte.

Kretschmer hatte einige hübsch klingende Sätze mitgebracht, mit denen er seine Missbilligung des militärischen Konflikts und der deutschen Waffenlieferungen untermauern wollte. So forderte er etwa, dass der Krieg "eingefroren" werden müsse, damit während eines Waffenstillstands an diplomatischen Bemühungen gefeilt werden könnte. Er hatte aber wohl nicht damit gerechnet, dass mit der Deutschlandradio-Journalistin Nadine Lindner eine ebenso wortgewandte wie scharfsinnige Expertin neben ihm sitzen würde. Lindner machte klar: Jeder würde natürlich einen Waffenstillstand befürworten – bloß würde Wladimir Putin diesen nur dann gewähren, wenn zuvor alle seine Forderungen erfüllt würden.

Michael Kretschmer plädiert für Diplomatie

Nach dieser klaren Ansage schien Kretschmer etwas in der Luft zu hängen. Auf weitere Nachfragen von Moderator Markus Lanz, was er denn statt einer Unterstützung der Ukraine mit Waffen vorschlagen würde, oder was er mit Putin besprechen würde, wenn er könnte, wusste er keine rechte Antwort, sagte schließlich: "Das ist nicht meine Aufgabe". Außerdem kritisierte er: "Ich glaube, dass das ein großes Problem in der aktuellen Debatte ist: Dass wir eine Verengung auf eine Sichtweise, eine Argumentationslinie haben." Was genau eine sinnvolle, alternative "Argumentationslinie" sein könnte, blieb er den anderen Anwesenden jedoch schuldig.

Unwirsch reagierte er auf die Andeutung, seine Haltung könne daher rühren, dass in Sachsen die AfD, die bekanntlich im aktuellen Konflikt starke Sympathien für Putins Position hegt, fast 30% der Stimmen bei der letzten Bundestagswahl einheimste. Viele seiner potenziellen Wähler scheinen also nicht unbedingt die Ukraine unterstützen zu wollen. Dass habe mit seiner Meinung jedoch nichts zu tun, stellte der Ministerpräsident klar.

Keine konkreten Vorschläge

Ihm ergeht es jedoch wie zuvor schon vielen, die vage von einer friedlichen Lösung, Diplomatie und weniger militärischer Intervention sprechen: Auch CDU-Mann Michael Kretschmer kann nicht sagen, wie man den Ukraine-Konflikt ohne Waffen lösen soll, ohne dass die Ukraine zahlreiche Staatsgebiete an Putin aufgeben müsste – was auch in Hinblick auf die Zukunft weiterer Nachbarländer Russlands keinesfalls eine Option sein kann. Denn derjenige, der den Krieg begonnen hat und ihn auch sofort wieder beenden könnte, ist nur einer: Wladimir Putin.

Quellen:  "Markus Lanz""T-Online"

wt

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