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Montags-Film im ZDF: "Ich habe es dir nie erzählt": Wenn die Pfändungsanwältin mit dem Hausmeister...

Das ZDF zeigt in seinem aktuellen Montagsfilm eine Romanze in späteren Jahren. Barbara Auer spielt eine Gerichtsvollzieherin, die sich in einen Hausmeister verliebt. Doch wie so häufig im Leben funkt der Beruf dem Liebesgott Amor dazwischen.

Reifere Frauen mit Beziehungsproblemen pflegen Ärztinnen, Anwältinnen oder Boutiquenbesitzerin zu sein - wenigstens auf dem Bildschirm. Gerichtsvollzieherinnen sind eher selten. Aber nun ist es soweit. Mit Carla Schön rückt im ZDF-Film "Ich habe es dir nie erzählt" an diesem Montagabend erstmals eine Pfändungsbeamtin in den Mittelpunkt. Britta Stöckle schrieb das Buch, Johann Fabrick führte Regie. Die Carla spielt Barbara Auer.

In München hatte sie sich mit einer echten Gerichtsvollzieherin zusammengesetzt: "Eine sehr sympathische Frau", sagt Auer. "Und Frauen sind wohl keine Seltenheit in diesem Beruf, den ich bisher für einen ausgesprochenen Männerberuf hielt." Sicher lösen andere Berufe mehr Sympathie aus, aber: "Er erlaubt auch Verantwortungs- und Mitgefühl, hat seine soziale Komponente."

Auch Carla kann sozial mitempfinden. Aber sie weiß es zu verbergen, wirkt auf den ersten Blick hin eher streng und unnachgiebig. Man spürt ihre Überforderung: allein erziehende Mutter eines widerspenstigen Teenagers, berufstätig, immer auf Perfektion bedacht. Und dann hat sie noch ein Geheimnis, das sie so rasch keinem verrät.

Sorgerechtsstreit funkt Amor dazwischen

Wie Andi, der Hausmeister am Gymnasium ihrer Tochter: Dessen Geheimnis wird allerdings bald offenbar. Er ist trockener Alkoholiker. Und liegt im Clinch mit seiner Ex-Frau in Sachen Sorgerecht für die Tochter. Dennoch finden sich Carla und Andi. Bis der Tag kommt, da Carla auf seiner Türschwelle steht und ihm im hochamtlichen Auftrag die Tochter nehmen soll.

Der spröde, problembeladene Stoff hatte einige Schwierigkeiten gemacht. Ein erster Entwurf, eine Mischung aus Drama und Musical, überzeugte nicht. Es dauerte etliche Zeit, bis die Geschichte ihre Form gefunden hatte, in Johann Fabrick einen hinreichend sensiblen Regisseur und in Barbara Auer die richtige Hauptdarstellerin.

Die war sofort begeistert und stieß sich nicht daran, dass Carla manchmal herzlich unsympathische Züge hat: "Das habe ich offen gestanden weder bei der Lektüre noch beim Dreh gemerkt, erst, als ich den fertigen Film sah." Mit ihm ist die 52-Jährige zufrieden: "Der Film erzählt viel von einer Frau Ende vierzig, also in dem Alter, in dem ich selber bin."

Musik als gemeinsamer Nenner

Als Andi ist Roeland Wiesnekker eingesetzt, massig, vierschrötig, eine eher ungewöhnliche Besetzung und kaum der Typ des Romantic Lovers. Auer: "Sicher sind wir nicht auf den ersten Blick das konventionelle Traumpaar. Vielleicht hat es gerade deshalb so gut zwischen uns funktioniert." Warum sich ausgerechnet diese beiden finden? "Über das gemeinsame Musizieren."

Beide gehören zu einem kleinen Amateurorchester, er als Gitarrist, und Auer freut sich: "Das war doch schon in meinen jungen Jahren so. Spielte einer in einer Band, war er plötzlich wahnsinnig attraktiv." Sie selbst sitzt hier an einem Bandoneon, hatte dafür eigens Stunden genommen und würde es gern richtig lernen. Aber "so was nimmt man sich immer vor, und dann", sie seufzt, "wird daraus doch nichts."

jwi/DPA / DPA
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