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"Die Diplomatin" in der ARD: Welcher Minister Natalia Wörner half

Ihre Liaison mit Heiko Maas sorgt für Schlagzeilen. Jetzt steht Natalia Wörner in der ARD-Reihe "Die Diplomatin" allein im Rampenlicht. Dem stern erzählte sie, wie sie sich auf die Rolle vorbereitet hat - und welche Rolle ein SPD-Minister dabei spielte.

Von Jochen Siemens

Natalia Wörner

Schauspielerin Natalia Wörner

Berlin, neulich, in der Nähe vom Bahnhof Zoo. An den Kiosken liegen Zeitungen und Zeitschriften mit einem Bild auf der ersten Seite. Sie und ihr neuer Freund, schreiben die Zeitungen. Der Justizminister Heiko Maas, frisch von seiner Frau getrennt, jetzt mit ihr auf einem Konzert. Ein Sektglas habe er fallen lassen, steht da auch. Vor Aufregung, die Liebe sei ja noch jung. Auf anderen Bildern sieht man, wie sie lässig durch Potsdam schlendert, angeblich auf dem Weg zu ihm. Es ist zwar noch kalt in Deutschland, aber der Boulevard hat mit den beiden seinen Frühling.

Sie, Natalia Wörner, kommt zu spät. Ihr Auto, sagt sie, ist nicht angesprungen. Und erst einmal vor die Tür, eine Zigarette rauchen. In ihren neuen Filmen raucht sie auch. Und viel. Eigentlich immer. Als einzige in den Filmen. Nein, in Wahrheit würde sie nicht soviel paffen, sagt sie. Aber als sie drehten, hätte das jemand als Stilmittel gesehen, "hey Natalia, rauch noch eine", hätte es geheißen. Gut, wir reden gleich über "Die Diplomatin", zwei Folgen, diese Woche im Fernsehen. Aber erstmal die Bilder in den Zeitungen. Die Gerüchte gab es ja schon länger, "die schöne Schauspielerin und der Minister". Sie verdreht kurz die Augen, lächelt und schaut irgendwo hin. "Kein Kommentar, wirklich nicht", sagt sie, "das ist mein Privatleben und das halte ich privat." Über ihre Agentur ließ sie noch verbreiten, die Bilder würden ja für sich sprechen. Stimmt also alles? Lächeln. Andere Frage, ob sie glücklich sei? "Ja, aber das bin ich sowieso." Dabei schaut sie einen an, 46 Jahre, Schauspieler-Blick, sehr intensiv.

Kurviger Drehbucheinfall

Also gut, Thema durch. Erstmal. Wir kommen darauf zurück, geht gar nicht anders, weil "Die Diplomatin" mitten in der Berliner Politik spielt, richtig tief in der Berliner Politik, so tief wie selten. Und wenn man da über Auswärtiges Amt, Staatssekretäre, den BND und Minister spricht, schwingt Minister Heiko Maas natürlich immer im Thema mit. Das fängt schon damit an, dass die Politiker in "Die Diplomatin" fast alle messerscharf sitzende, klasse Anzüge tragen, was ja im realen Polit-Berlin nicht so ist, außer bei... Heiko Maas, der für seine Garderobe schon mal als "Man of the year" gekürt wurde. Und so verhext geht es weiter, man bekommt das Gespräch mit Natalia Wörner einfach nicht maas-frei, weil ihre Figur in der einen von den zwei "Diplomatin"-Folgen ein Verhältnis mit dem philippinischen Verteidigungsminister hatte, was sowieso schon ein kurviger Drehbucheinfall ist. Aber nun natürlich, hier in Berlin, die Schauspielerin die ein Verhältnis mit dem Minister..., und so weiter.

Und natürlich stolpert man auch über einen Satz, den Natalia im November über die Recherche und Dreharbeiten sagte: "Ich finde grundsätzlich, dass sich Politik und Sex-Appeal nicht zwangsläufig ausschließen. Während meiner Recherche habe ich viele Menschen kennengelernt, die mich auch in diesem Sinne inspiriert haben." Menschen, Sex-Appeal, inspiriert, Heiko Maas? Jetzt lacht sie auch, ja, ja, klar, dass heute alle so einen Satz anders interpretieren, "mir schon klar. Aber gemeint war etwas anderes. Ich habe bei diesen Recherchen in der Politik so viele Menschen kennengelernt, die man eben nicht aus der 'Tagesschau' kennt und die ihre Arbeit mit absoluter Leidenschaft, Hingabe und Intelligenz machen, dass das alles zusammen schon eine große Attraktivität hat, egal auch, ob bei Männer oder Frauen." Okay, jetzt mal wirklich Heiko Maas beiseite, obwohl vielleicht später noch.

Markenzeichen: Starke Frau

Es ist 25 Jahre her, als der stern zum ersten Mal über die junge Stuttgarterin, Model und noch unerfahrene Schauspielerin Natalia Wörner berichtete. Damals war sie die deutsche Teilnehmerin eines internationalen "Scarlett"-Castings in den USA, wo eine TV-Fortsetzung des Hollywood-Klassikers "Vom Winde verweht" gedreht werden sollte. Das Casting war in Wahrheit ein Werbezirkus, die Rolle der Scarlett war schon vergeben und das alles eine ziemlich windschiefe Nummer, die Natalia heute auch als völlig unwichtig in ihrer Biografie sieht. Sie drehte dann richtige Filme, einen ganz frühen schon mit Gérard Depardieu, später eine Hauptrolle in der Ken-Follett-Verfilmung "Säulen der Erde" und sie wurde mit vielen Rollen ein festes Ensemble-Mitglied der deutschen TV-Kultur. Markenzeichen: starke Frau, setzt sich durch, macht was sie will, Liebchen sind andere. Es gehört zu Wörners naturalistischer Ader, wenn sie, als sie 2006 schwanger war, eben eine schwangere Ermittlerin Jana Winter in "Unter anderen Umständen" spielte. Das Leben lappt bei ihr schon mal in ihre Rollen.

Natalia Wörner in "Die Diplomatin"

Natalia Wörner mit Bob-Frisur in der ARD-Reihe "Die Diplomatin".

Dazu mag sie jetzt einerseits nichts sagen, weil es ja privat ist; andererseits kann Wörner in den bunten Blättern sehr wortreich im ungefähren Privaten turnen und mit vielen Worten nichts sagen. Ob sie nach der Scheidung von ihrem Mann Robert Seeliger 2008 noch einmal heiraten wolle? "Ich war ja schon mal verheiratet und wahrscheinlich war ich schon mehrfach verheiratet in meinem Leben an den Stellen, wo es ein klares inneres Bekennen zu einem Mann gab... aber ich hänge nicht an Formalitäten", sagt sie da. Ihr Redefluss kann auch etwas mit der anthroposophischen Schule zu tun haben, auf der sie mal war. Oder mit den Schriften von Osho, dem Gründer der Bagwahn-Sekte, die sie heute noch liest. Anders gesagt, sie kann einen ganz gut mit Worten und Blicken einwickeln. Würde vielleicht auch Herbert Knaup, der Schauspieler, bestätigen. Mit dem war sie auch mal zusammen. Knaup, Seeliger, alles so Zupacker. Aber jetzt fangen wir nicht wieder vom Justizminister an. Der ist nämlich Triathlet.

Oder doch, wenn man erzählt, dass sich Natalia Wörner 2011 vor der Kamera von Karl Lagerfeld nackt für den "Playboy" fotografieren ließ. Der "Playboy" machte damals Werbung für das Heft, aber solch sexistische Werbung soll ja nun bald verboten werden. Plant wer? Der Justizminister. Heiko Maas. Man hätte jetzt gerne gewusst, ob und wie sie über so etwas diskutieren, die beiden. Aber geht ja nicht. Eine andere Geschichte im Leben Wörners ist wichtig. 2004 überlebte sie mit Seeliger den verheerenden Tsunami in Khao Lak. Sie sah Tote, Verletzte und das ganze Elend und weil Natalia Wörner eine ausgeprägte spirituelle Seele hat, ließ sie das nicht los. Sie gründete eine "Tsunami Soforthilfe" und sammelte viele Spenden ein, die nun sinnvoll und unbürokratisch fließen sollten. Aber wie? Der befreundete Fotograf Jim Rakete legte einen Kontakt ins Kanzleramt, der damalige Minister war Frank-Walter Steinmeier. "Das ist über zehn Jahre her und seitdem kennen wir uns", sagt sie heute.

Natalia Wörner und Heiko Maas im Jüdischen Museum in Berlin


Natalia Wörner und Heiko Maas über ihre Freundschaft

Dass sich Kultur, Politik und Show auf dem Berliner Parkett begegnen und vermengen, ist nichts Neues. Sie suchen sich einander, weil sie sich gegenseitig nützen. Die trockene Politik steht im Licht des Glamours etwas glänzender da und die Kultur sucht mit der Nähe zur Macht die größere Ernsthaftigkeit. Wenn das gut läuft, ja, wenn man sich vielleicht sogar gefällt, können so etwas wie zeitweilige Freundschaften entstehen. In einem Interview sprachen Natalia Wörner und - der schon wieder - Heiko Maas 2015 von ihrer Freundschaft. Und heute sagt sie, dass auch Steinmeier in den Jahren eine Art Freund geworden ist. Deshalb hat sie Steinmeier gefragt, als sie die Rolle der Diplomatin bekam, ob er helfen wolle, helfen könne. Er konnte. "Bei unseren Besprechungen waren Mitarbeiter vom Auswärtigen Amt dabei, die uns genau berieten", sagt sie. Das seien "ganz fantastische Mitstreiter", so Wörner, "ich war erstaunt, wie jung viele sind und wie ausgeschlafen und inspiriert da gehandelt wird. Mein Respekt vor der Komplexität ihrer Aufgaben ist noch einmal massiv gestiegen."

Auf einer Auslandsreise des Außenministers nach Korea war Wörner in der Kulturdelegation dabei, es war ihr Praktikum der diplomatischen Luft. In den beiden Folgen der "Diplomatin" ist davon vieles geblieben und zu sehen, vieles ist aber auch dramaturgisch spitz gefeilt und beschleunigt, "die echte Diplomatie hat viel mit Geduld und kleinen Schritten zu tun", sagt Wörner. Es sind zwei Filme, die sich viel vorgenommen haben: harte, realistische Politthriller im deutschen Fernsehen zu sein. Wörner selbst ist die "Diplomatin" Karla Lorenz, eine Art Sonderbotschafterin für schwierige Fälle der Außenpolitik. Einmal ist es eine Besetzung und Geiselnahme islamistischer Terroristen in der deutschen Botschaft in Tunis, ein andermal eine Entführung deutscher Arbeiter in Manila, die sich aber als Waffenschmuggler entpuppen.

Man hätte beiden Filmen mehr Finesse in der Regie gewünscht, manchem Drehbucheinfall eine Überarbeitung und keinen Tropfen Polit-Pilcher, den man in manchen Szenen schmeckt. Dennoch erzeugt vor allem die Botschaftsbesetzung eine atmosphärische Ahnung mörderischen Terrors und der Hilflosigkeit der Diplomatie, wie es selten im Fernsehen gezeigt wird. Dass Natalia Wörner ihre Rolle mit einer biederen Bob-Perücke spielt, die etwas zu dominant auf ihr thront, sei ihr Einfall gewesen, sagt sie. "Ich wollte ihr eine gewisse Biederkeit geben, auch wenn sie im Wesen gar nicht so ist. Aber diese gewisse Formalität im Erscheinungsbild gibt es nun mal unter Diplomaten." Beide Filme sollten eigentlich schon im November laufen. An einem Samstagabend. Aber am Freitag davor schossen Terroristen in Paris etliche Menschen nieder. Da hatte die Wirklichkeit die Fiktion brutal überholt, die Filme wurden verschoben.

Einen Kaffee noch, wieder vor die Tür, eine Zigarette rauchen. Und jetzt wirklich, kein Wort mehr über Heiko Maas.


Die ARD zeigt "Die Diplomatin" am Samstag, 30. April, um 20.15 Uhr. Eine Woche später, am 7. Mai, kommt eine weitere Folge.

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kann man sich gegen eine maßnahme vom jobcenter wehren?
hallo. ich bin quasi arbeitsunfähig seit meinem 18ten lebensjahr. ich wiege 200 kg und habe eine betreuung weil ich sonst gar nichts schaffen würde. sie bringt mich zu terminen und begleitet mich zu arzt besuchen. das einzige was ich noch alleine kann ist einkaufen und das auch nur weil es nunmal lebensnotwendig ist ,jedoch bin ich danach total erschöpft und fertig.ich kann keine 200 meter mehr laufen.und mal ganz abgesehen von meiner körperlich verfassung leide ich seit meiner kindheit an starken depressionen,borderline,panikattacken,einer traumatischen belastungsstörung und angstzuständen. ich bin demnach körperlich sowie auch psychisch ziemlich fertig. gestern war ich beim amtsarzt zur begutachtung sowie auch einmal vor 2 jahren. und die ärztin sagt mir ernsthaft,das es zumindest köperlich nicht ausreichen würde das ich weiterhin krank geschrieben werden kann und sagte,das eine maßnahme sicherlich gut sein kann.und das obwohl ich bereits sagte,das ich körperlich unfähig bin irgendwas alleine zu schaffen und ,meine betreuerin mich überallhin begleiten muss.(ich habe kein auto)ich bin vollkommen entsesetzt und habe nun angst das sie mich in eine maßnahme stecvken welche ich einfach nicht schaffe und sie mir dann das minum an geld nehmen welches ich bekomme und ich dann verhungernd und auf der starße leben muss,eben weil es ein ding der unmöglichkeit für mich darstellt.kann man sich da irgendwie wehren?sie sagt sie findet ich sei zu jung um berentet zu werden (28).ich habe gerade wirklich angst.kann man einen menschen zwingen etwas für ihn unmögliches zu tun?ich hab das gefühl die wollen irgendeine quote erfüllen und solange man die arme bewegen kann,ist man arbeitsfähig...hilfe :(