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Marie Nasemann, Maria Furtwängler und Co. "Ich will": Warum sich diese Promis jetzt für eine Frauenquote stark machen

Marie Nasemann, Maria Furtwängler
Marie Nasemann und Maria Furtwängler sind zwei der Frauen, die sich in den sozialen Netzwerken für eine Ausweitung des Quotengesetzes einsetzen
© https://www.instagram.com/marienasemann
Unter dem #IchWill berichten Frauen im Netz von Diskriminierung im Job. Ausgelöst hat die Aktion ein ungewöhnlicher Zusammenschluss von Promis und Influencern wie Marie Nasemann, Natalia Wörner oder Maria Furtwängler. In einem Clip fordern sie die Ausweitung der Frauenquote. Auch einige Männer sind dabei.

Keine Ausreden mehr! Das ist die Botschaft, die mehr als 20 prominente Frauen und auch einige Männer in einem gemeinsamen Video überbringen. Am Dienstagabend posteten Promis wie die Schauspielerinnen Maria Furtwängler oder Natalia Wörner, sowie Influencerinnen wie Louisa Dellert oder Marie Nasemann einen Clip in den sozialen Netzwerken, der die Ausweitung der Frauenquote auf deutsche Vorstände fordert.

"Wusstest du, dass in Deutschland gerade mal 10 Prozent Frauen in Unternehmensvorständen sind? Wusstest du, dass die Vornamen Thomas und Michael unter den CEOs jeweils fünf mal häufiger vorkommen, als es Frauen auf dem Chefsessel gibt?", fragen Furtwängler und Co. in die Kamera. Es ist ein Thema, das auch immer wieder die Politik beschäftigt: Ein Gesetzesentwurf zur Ausweitung der bisherigen Quotenregelung liegt bereits vor. Demnach soll unter anderem bei vier Vorstandsposten mindestens eine Frau berücksichtigt werden. Doch ob die Regierungskoalition ihn in dieser Legislaturperiode noch diskutiert, steht nicht fest - der Widerstand aus der Wirtschaft ist groß. Zuletzt wurde öffentlich, dass drei Vorstände der Deutschen Bahn die Ministerien schriftlich vor dem neuen Gesetz warnten. Dazu heißt es im Video: "Selbst eine Frau pro Vorstand scheint für einige bereits eine Zumutung zu sein."

Furtwängler, Nasemann und Co wollen deshalb Druck auf die Politik ausüben. "Die Regierung muss Unternehmensvorstände gesetzlich verpflichten, bei Neueinstellungen mindestens eine Frau zu berücksichtigen", fordern sie. Denn: "Wenn wir die Bundesregierung nicht mal überzeugen können, dass Thomas’ Schwester die gleichen Chancen verdient hat wie Thomas, dann haben Esra, Tarik und Kübra oder Menschen, die sich nicht als Mann oder Frau definieren, erst recht keine Chance."

"Frauen wollen nicht" - das ist die Antwort, die oft zu hören sei

Die Ausrede: "Die Frauen wollen nicht" sei falsch. Deshalb soll jeder, der schon einmal im Job aufgrund von Geschlecht, Hautfarbe oder Religion Nachteile erfahren habe, seine Geschichte unter dem Hashtag #IchWill teilen. Dass die Aktion relevant ist, zeigen die Erlebnisse einiger Frauen, die bereits kurze Zeit später unter dem Hashtag unter anderem auf Twitter nachzulesen sind.

"Als mir ein (!) Tag (!) Home Office nicht zugestanden wurde, obwohl ich top qualifiziert für den Job war und ihn ein Mann bekam. Ohne Kind", schreibt eine Userin zum Beispiel. Eine andere berichtet: "Als mir gesagt wurde: 'Du bist die Qualifiziertere aber ich muss XY den Vorrang geben' (=Mann), als mir die Geschäftsführung in Aussicht gestellt wurde und ich sie nicht bekam."

Das Anliegen vereint die unterschiedlichsten Befürworter: Im Clip sprechen unter anderem auch die Klimaaktivistin Luisa Neubauer, die Bloggerin Nike van Dither, die Musikerin Jennifer Weist und das Model Sara Nuru. Auch einige Männer wie der Schauspieler Pierre M. Krause und der Moderator Tarik Tesfu sind dabei. Wer die Aktion initiiert hat, darüber herrscht Schweigen. Marie Nasemann ließ ihre Follower lediglich wissen, dass sie kürzlich zu einem "beflügelnden Abend mit spannenden Frauen" eingeladen worden sei. Daraus sei diese Idee entstanden.

sst

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