VG-Wort Pixel

"Tatort" aus Göttingen Der Feind in meinem Kopf - ein Krimi über die todbringende Gier der Rüstungsindustrie

"Tatort" aus Göttingen
Szene aus dem "Tatort": Charlotte Lindholm (Maria Furtwängler, l.) wird von dem Ex-Soldaten Benno (Matthias Lier) bedroht - Anaïs Schmitz (Florence Kasumba) rettet sie mittels finalem Todesschuss.
© NDR/Marion von der Mehden / ARD
Ein Ex-Soldat dreht durch. Leidet er unter Posttraumatischer Belastungsstörung - oder werden seine Gedanken manipuliert? Der Göttinger "Tatort" greift ein spannendes Thema auf - verfängt sich aber in Verschwörungstheorien.
  • 2 von 5 Punkten
  • Nichts für schwache Nerven - dieser "Tatort" geht an die Schmerzgrenze

Worum geht's?

Ein Soldat dreht durch: Er hört Stimmen in seinem Kopf und droht, Kommissarin Charlotte Lindholm (Maria Furtwängler) abzustechen. Ihre Kollegin Anaïs Schmitz (Florence Kasumba) kann ihn im letzten Moment mittels finalem Rettungsschuss zur Strecke bringen. Der Mann war zuletzt auf einem Auslandseinsatz in Mali, bei dem einige Kameraden ihr Leben verloren. Leidet er unter Posttraumatischer Belastungsstörung? Die Ermittlerinnen stoßen auf eine Rüstungsfirma, die bei dem Einsatz neueste Waffensysteme ausprobieren ließ - und legen sich mit einem mächtigen Gegner an.

Warum lohnt sich dieser "Tatort"?

Das grundlegende Thema von "Krieg im Kopf" ist spannend: neueste militärische Waffensysteme und Methoden der Kriegsführung. Konkret geht es um einen Helm, mit dem auf die Hirntätigkeit der Soldaten Einfluss genommen werden kann, sodass sie wacher, konzentrierter und aggressiver werden. Daneben deutet der Film auch den Einsatz von Mindcontrol-Techniken an: Das Hypersonic Sound System, mit dem Menschen mit gerichtetem Schall gezielt Stimmen in den Kopf gespielt werden kann.

Was stört?

Wie so häufig, wenn es im "Tatort" um Innovationen geht, herrscht tiefer Pessimismus vor. Technischer Fortschritt macht hier das Leben der Menschen selten besser. So auch in dieser Folge. Der neue Mobilfunkstandard 5G macht die Menschen krank, wird hier suggeriert. Dabei scheut der Film (Buch: Christian Jeltsch, Regie: Jobst Christian Oetzmann) auch vor wirren Verschwörungstherorien nicht zurück. Etwa wenn ein Polizist behauptet, die 5G-Technologie ermögliche Gedankenkontrolle. So verbreitet der Film Zukunftsängste, die von der Forschungsstand längst als unbegründet zurückgewiesen wurden (hier nachzulesen).

Die Kommissare?

In den Augen vieler Drehbuchautoren ist Maria Furtwängler offenbar eine sagenhaft verführerische Frau, der nicht einmal glücklich verheiratete Ehemänner widerstehen können. Anders ist nicht zu erklären, dass auch Nick Schmitz (Daniel Donskoy), der Gatte von Charlotte Lindholms Kollegin Anaïs, sich zu der 53-Jährigen hingezogen fühlt.

Ein- oder Ausschalten?

Dieser "Tatort" ist leider in Teilen missraten und kann nicht uneingeschränkt empfohlen werden. Wer angesichts der aktuellen Lage am Sonntagabend leichte Unterhaltung sucht, sollte diesen Krimi lieber meiden.

Charlotte Lindholm und Anaïs Schmitz ermittelten auch in diesem Fall:


Mehr zum Thema


Wissenscommunity


Newsticker