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"Polizeiruf 110" aus Rostock: Tod und Verwirrung - dieser Krimi lebt von der Nebenhandlung

Ein junger Mann stirbt, ein Unternehmer ist auf der Flucht - der Rostocker "Polizeiruf 110" lässt Kommissare wie Zuschauer lange im Dunkeln tappen, worum es eigentlich geht. Viel spannender ist dagegen die Geschichte der beiden Ermittler.

"Polizeiruf 110" aus Rostock

Szene aus dem Rostocker "Polizeiruf 110": Die Kommissare König (Anneke Kim Sarnau) und Bukow (Charly Hübner) haben eine Leiche, aber keinen Schimmer, wer der Mörder sein könnte.

ARD
  • 2 von 5 Punkten
  • Konfuser Fall, spannende Nebenstränge: Insgesamt ein schwächerer "Polizeiruf 110".

Worum geht's?

Kommissar Bukow (Charly Hübner) hört über Polizeifunk von einem Einbruch bei dem Rostocker Unternehmer Michael Norden (Tilman Strauß). Da er gerade in der Nähe ist, schaut er schnell vorbei. Vor dem Haus fällt ihm ein schwer verwundeter Mann in die Arme und stirbt. Der Hausbesitzer flieht. Zusammen mit seiner Kollegin Katrin König (Anneke Kim Sarnau) versucht Bukow herauszufinden, was das Opfer zu dem Haus geführt hat - und warum es sterben musste.

Was stört?

Eigentlich ist "Söhne Rostocks", so der Titel dieses "Polizeirufs", ein Wirtschaftskrimi: Im Vordergrund steht ein erfolgreicher Besitzer mehrerer Zeitarbeitsfirmen, der sich bei ominösen Termingeschäften verzockt hat und mit dem sein früherer Geschäftspartner noch eine Rechnung offen hat. Das alles erfährt der Zuschauer aus Gesprächen, ohne wirklich einen Einblick zu bekommen. Als wäre der Fall nicht verworren genug, mischt sich auch der uneheliche Sohn des Mordverdächtigen ein und sorgt für Komplikationen. 

Warum lohnt sich der "Polizeiruf 110"?

Viel interessanter als der eigentliche Fall ist die Nebenhandlung: Katrin König bekommt Briefe von einem Häftling, der ihr vorwirft, ihn mit gefälschten Beweisen hinter Gitter gebracht zu haben. Dieser Strang greift zurück auf die im November 2018 ausgestrahlte Folge "Für Janina" (hier können Sie noch einmal unsere Kritik nachlesen). 

Damals mussten die Ermittler einen überführten Mörder und Vergewaltiger wieder laufen lassen - weil er bereits wegen der Tat angeklagt und freigesprochen wurde. Nach deutschem Recht darf man nicht zweimal in derselben Sache angeklagt werden. Um Gerechtigkeit herzustellen, hatte König damals Beweise manipuliert und dem Täter einfach einen anderen Mord angehängt, wofür dieser verurteilt wurde. Nun meldet er sich aus dem Gefängnis - die Geschichte wird die Kommissarin wohl auch in den kommenden Folgen begleiten.

Die Kommissare?

Dem Zuschauer ist es längst klar: Alexander Bukow und Katrin König fühlen sich zueinander hingezogen. Das wollen sich die beiden nur nicht eingestehen. Und so schleichen sie umeinander wie zwei rollige Katzen. "Finden Sie mich manisch-aggressiv?" fragt er kokett. "Manchmal" antwortet sie. Nachts hinterlässt Bukow seiner Kollegin sprüche auf der Mailbox. Und als König ihn auf seine neuen Schuhe anspricht, gesteht er: "Die habe ich wegen Ihnen gekauft. Ich hab doch nur Sie." Vorerst sind sie jedoch beide nur in ihrem Suff vereint.

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Ein- oder Ausschalten?

Die Schwächen überwiegen: Auf diesen "Polizeiruf 110" können Sie getrost verzichten.