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Kritik

Bankräuber-Serie auf Netflix: Neue Staffel von "Haus des Geldes": Hier kommt keiner lebend raus

"Haus des Geldes" geht auf Netflix in die vierte Staffel. Reichtum, Gefängnis oder sogar der Tod – hier entscheidet sich die Zukunft der Geiselnehmer in der Bank von Spanien. 

"Haus des Geldes", Trailer Staffel 4

Man hätte ja denken können, dass der größte, gerissenste, dreisteste Banküberfall aller Zeiten reicht. Eine Gruppe von Kriminellen hatte sich unter der Leitung des Professors, ihres genialen Anführers, in die Bank von Spanien eingeschleust, Geiseln genommen und tagelang ihr eigenes Geld gedruckt. Vielleicht mehr, als sie würden ausgeben können. Dem Professor war es am Ende sogar gelungen, die leitende Ermittlerin auf seine Seite zu ziehen. Wer ein solches Stück abgezogen hat, der sollte sich eigentlich für den Rest seines Lebens zurückziehen, sein Geld verprassen und sich bloß nicht erwischen lassen.

Aber die Räubertruppe aus "Haus des Geldes" wollte ja mehr. Nachdem der spanische Geheimdienst einen der ihren gefasst und brutal gefoltert hatte, schlugen die Kriminellen auf ihre Art zurück – mit dem nächsten großen Raub. Diesmal sind sie auf Staatsgeheimnisse und Goldreserven aus. Aber das Risiko ist noch höher als bei ihrem ersten Coup: Werden sie es erneut schaffen, den Staat an der Nase herumzuführen? Die Antwort gibt die vierte Staffel von "Haus des Geldes."

Netflix-Serie "Haus des Geldes": Aus Systemkritikern werden Terroristen

Die erfolgreichste nicht-englischsprachige Serie auf Netflix befindet sich schon in der Verlängerung – eigentlich war das Format nur auf zwei Teile ausgelegt. Und während sich die Bankräuber bei ihrem ersten Husarenstück noch öffentlich damit brüsten konnten, einem System, unter dem Tausende leiden, den Stecker zu ziehen, bröckelt dieses Bild mehr und mehr. Hier sind keine Systemkritiker mehr am Werk, die das perfekte Verbrechen begehen wollen. Das sind Terroristen, die auf Politiker schießen und Geiseln in blinder Wut zusammenschlagen.

Viele Menschen erkennen an einer Szene ihren Lieblingsfilm

"Ihr kommt nicht lebend aus der Bank von Spanien", hatte der Professor seiner Gang in der Vorbereitung mitgegeben. "Aber ich hole euch raus." Der Mann ist dafür bekannt, alles bedacht zu haben und der Polizei stets einen Schritt voraus zu sein. Diesmal aber scheint auch das introvertierte Genie an seine Grenzen zu kommen. Mit der neuen, skrupellosen Ermittlerin hat er eine ebenbürtige Gegnerin, die ihn an seinen empfindlichsten Stellen trifft. Eine Kontrahentin, die auch vor Scheinhinrichtungen und Folter nicht zurückschreckt. So geht das Katz-und-Maus-Spiel weiter: Die Polizei schneidet die Räuber von der Außenwelt ab, der Professor schleust einen Spitzel ein und bringt die Behörden dazu, Paella und Wein in die Bank zu liefern.

Die Zeichen stehen auf maximale Eskalation

Beide Seiten haben den Ton gesetzt – es geht um alles oder nichts, die Zeichen stehen auf maximale Eskalation, spätestens seit die Bankräuber mitten in Spaniens Hauptstadt mit einer Panzerfaust auf Polizisten geschossen haben. Das Unterfangen, die Bank von Spanien mit Diebesgut, zumindest aber lebendig zu verlassen, ist schwierig genug. Hinzu kommt, dass sich die Räuber ständig in Streit, Eitelkeiten und Meutereien verstricken, bis der Feind sogar in den eigenen Reihen steckt. Eine schlechte Ausgangsposition für die dreistesten Diebe der Seriengeschichte. Aber wenn die Bande aus "Haus des Geldes" eines bewiesen hat, dann das: Sie hat immer einen Plan in der Hinterhand.

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