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Netflix-Serie Es ist keine Doku: Helena Bonham Carter fordert Warnhinweis für "The Crown"

Helena Bonham Carter als Prinzessin Margaret in der vierten Staffel von "The Crown"
Helena Bonham Carter als Prinzessin Margaret in der vierten Staffel von "The Crown"
© Des Willie/Netflix
Die Netflix-Serie "The Crown" hat ein Problem: Viele Zuschauer halten die gezeigten Szenen über die britische Königsfamilie für reale Fakten. Deshalb fordert jetzt auch Helena Bonham Carter, die Prinzessin Margaret spielt, einen Warnhinweis.

"Bei den folgenden Szenen handelt es sich zu einem Großteil um Fiktionen, die aber von realen Ereignissen inspiriert sind", so in etwa könnte er lauten, ein Hinweis im Vorspann der Serie "The Crown". Die Netflix-Produktion zeichnet das Leben der britischen Königsfamilie nach. Dass allerdings mit so viel Liebe zum Detail, dass viele Zuschauer nicht mehr unterscheiden können, was nun Fiktion und was Wahrheit ist.

Vor allem die am 15. November gestartete vierte Staffel steht in der Kritik. Die neuen Folgen spielen in den Achtzigern und zeigen unter anderem die Ehe von Lady Diana und Prinz Charles. Der Thronfolger wird dabei in kein gutes Licht gerückt und als gefühlskalter Fremdgänger dargestellt. Dianas Bruder, Charles Spencer, kritisierte bereits in einem Interview, dass die Serie zu viele Vermutungen und Erfindungen anbringen würde. "Mich besorgt, dass Zuschauer ein solches Programm sehen und vergessen, dass es Fiktion ist", sagte der 56-Jährige.

Deshalb schlägt nun auch Schauspielerin Helena Bonham Carter vor, "The Crown" mit einer Art Disclaimer zu versehen. Netflix habe eine "moralische Verantwortung", die Zuschauer zu warnen, dass sie sich keinen Dokumentarfilm ansehen, sagte die 54-Jährige im offiziellen Podcast der Serie. Es gebe die reale Version und die Version der Serie, betonte Bonham Carter, um deutlich zu machen, dass "The Crown" nicht eins zu eins echte Ereignisse abbilde.

Helena Bonham Carter spielt Prinzessin Margaret

Die Britin verkörpert in der Reihe Prinzessin Margaret, die jüngere Schwester der Queen. Auch diese Darstellung ist sehr weit gefasst. Bonham Carter spielt die Königstochter als feierfreudige Frau, die dem Alkohol extrem zugeneigt ist und es dafür mit dem royalen Verhaltenskodex nicht so genau nimmt. "Es ist alles dramatisiert", räumte die Ex-Frau von Regisseur Tim Burton ein. Der Anspruch der Serie sei es nicht, eine faktentreue Dokumentation zu liefern, sondern gute Unterhaltung.

Der britische Kulturminister Oliver Dowden äußerte bereits Bedenken, dass das Ansehen der Königsfamilie leide. "Ich befürchte, dass die Generation von Zuschauern, die diese Ereignisse nicht miterlebt hat, Fakten mit Fiktionen verwechseln könnte", sagte er der "Mail on Sunday".

Dass diese Sorgen durchaus berechtigt sind, zeigt die Tatsache, dass vor allem Prinz Charles und seine Frau Camilla Opfer wütender Äußerungen wurden. Infolgedessen wurde die Kommentarfunktion ihres offiziellen Twitter-Accounts vorerst abgestellt. 

Quellen:"The Crown Official Podcast", Twitter Clarence House, "Page Six"

jum

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