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Nikolaus Brender: Deutscher Kulturrat kritisiert Roland Koch

Die Kritik des hessischen Ministerpräsidenten Roland Koch an ZDF-Chefredakteur Nikolaus Brender hat Widerspruch hervorgerufen. "Roland Kochs ZDF-Attacke schadet dem öffentlich-rechtlichen Rundfunk erheblich", so der Geschäftsführer des Deutschen Kulturrats.

"Insbesondere der öffentlich-rechtliche Rundfunk soll für Unabhängigkeit und Pressefreiheit stehen. Er ist in besonderer Weise der Kultur verpflichtet." sagte Olaf Zimmermann am Donnerstag in Berlin. Die Bundestagsfraktion der Grünen warf Koch Mobbing gegen Brender vor und betonte: "Das ZDF gehört nicht der CDU."

Koch hatte dem ZDF-Chefredakteur vorgehalten, in seiner Amtszeit hätten die Nachrichtensendungen stark an Akzeptanz eingebüßt. Er sprach von "bitteren Zahlen". Unter anderem habe die Nachrichtensendung "heute" seit 2002 rund 26 Prozent ihrer Zuschauer verloren und sei damit hinter der ARD-"Tagesschau" und "RTL aktuell" auf Platz drei abgerutscht.

Der Kulturrat, der Spitzenverband der Bundeskulturverbände ist, betonte, die Gremien seien verpflichtet, die Unabhängigkeit des öffentlich-rechtlichen Rundfunks zu wahren. Die Einschaltquoten seien nicht der Maßstab für Programmqualität. Sonst müssten sich die Sendeanstalten "auf reißerische Massenware konzentrieren". Kulturratsgeschäftsführer Olaf Zimmermann warnte: "Wenn jetzt absichtlich der falsche Eindruck erzeugt wird, der öffentlich-rechtliche Rundfunk wäre der Quote verpflichtet, kann daraus ein großer Schaden für die Kulturberichterstattung im öffentlich-rechtlichen Rundfunk entstehen."

Grünen-Fraktionschef Fritz Kuhn warf Koch "gezieltes Mobbing gegen ihm unpassende Journalisten" vor. "Kaum wieder ins Amt des hessischen Ministerpräsidenten gewählt, versucht er über seinen Posten als stellvertretender Verwaltungsratsvorsitzender die journalistische Linie des ZDF in seinem Parteieninteresse zu beeinflussen." Nikolaus Brender stehe vor allem für journalistische Qualität und Unabhängigkeit. Er sei offenbar Koch und der CDU ein Dorn im Auge und solle durch eine der CDU genehmere Person ausgetauscht werden, meinte Kuhn.

DPA / DPA