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ARD-Parodie "Das Talkgespräch": Olli Dittrichs geniale Gesprächspartner

Sternstunde am 27. Dezember in der ARD - Olli Dittrich widmet sich satirisch dem Format Talkshow. Und spielt in "Das Talkgespräch" fast alle Figuren selbst. Sehr sehenswert!

Von Kester Schlenz

Fünfmal Olli Dittrich und einmal Cordula Stratmann: In "Das Talkgespräch" treten der Polit-Journalist Hauke Roche-Baron, Außenreporter Sandro Zahlemann, die Filmdiva Trixie Dörfel, Gastgeberin Simone Rabe (Cordula Stratmann), der Tierfilmer Andreas Baesecke und der Singer- und Songwriter Platzhirsch auf.

Fünfmal Olli Dittrich und einmal Cordula Stratmann: In "Das Talkgespräch" treten der Polit-Journalist Hauke Roche-Baron, Außenreporter Sandro Zahlemann, die Filmdiva Trixie Dörfel, Gastgeberin Simone Rabe (Cordula Stratmann), der Tierfilmer Andreas Baesecke und der Singer- und Songwriter Platzhirsch auf.

Schon seine gekonnte Verarschung des Frühstücksfernsehens vor rund einem Jahr war ein kleines TV-Fest. Jetzt legt der Komiker Olli Dittrich nach. In seinem "Talkgespräch" widmet er sich nun dem Treiben in deutschen Talkshows. "Es gibt ja nicht ohne Grund so viele davon", sagte der Komiker dem stern. "Talkshows sind eine Art öffentliche Bühne. Und auf dieser Bühne ist es oft spannend und interessant, gelegentlich aber auch unfreiwillig komisch, skurril oder schlicht peinlich."

Gerade das unfreiwillig Komische reizt Dittrich dabei. Er bleibt deshalb in seinen Parodien stets dicht an der Realität. "Da reicht oft nur eine Winzigkeit in der Übertreibung", erzählt Dittrich. "Es kann gut sein, dass jemand beim Zappen zufällig auf das 'Talkgespräch' stößt und einen Moment lang denkt, er sei in einer echten Talkshow."

Und wie es sich für Olli Dittrich, den genialen Parodisten, gehört, spielt er alle Gäste selbst. Da sind die reife Seriendarstellerin und ehemalige Schlagersängerin Trixie Dörfel, die wortreich von den Dreharbeiten ihres neuen ARD-Zweiteilers erzählt. Da ist der etwas bräsige Tierfilmer und Abenteurer Andreas Baesecke, der von seiner Suche nach dem Polarzebra in der Arktis berichtet. Ebenfalls zu Gast: der bis zur Ruppigkeit selbstbewusste Polit-Journalist Hauke Roche-Baron sowie der Außenreporter Sandro Zahlemann, der von seiner Arbeit auf Schauplätzen erzählt, an denen eigentlich nichts passiert. Natürlich fehlt auch der in Talkshows obligatorische musikalische Gast nicht: Dittrich gibt den sehr entspannten Popsänger Platzhirsch, und singt in dieser Rolle den supersoften Hit "Chillin´ Con Carne" im Studio.

Mit viel Liebe zum Detail

Die Moderation der Show bestreitet die kongeniale Cordula Stratmann als Simone Rabe. Ansonsten sieht man nur den multiplen Olli. Dittrich und sein Team nutzten für die Sendung ein technisches Verfahren , das sich "Motion Control" nennt. "Das bedeutet" erzählt Dittrich, "dass wir alle Figuren zu jeder Zeit gleichzeitig im Bild haben konnten, nicht nur in einer statischen Einstellung, sondern auch in aufwändigen Kameraschwenks oder Umherfahrten."

Jede der Figuren musste hierfür mehrfach und teilweise in kleinen Schnipseln aufgenommen und die Bilder im Rechner wieder zusammengesetzt werden. "Insgesamt", sagt Dittrich, " hatten wir neun Kameras am Start. Ein Wahnsinns-Ritt!"

Der "Wahnsinns-Ritt" hat sich gelohnt. "Das Talkgespräch" anzusehen macht großen Spaß. Man spürt die Liebe zum Detail, ahnt die akribische Vorbereitung und weiß wieder einmal, warum Olli Dittrich völlig zu Recht als der legitime Erbe des großen Loriots gilt.

Einen kleinen Vorgeschmack gibt es übrigens hier: Trailer zu "Das Talkgespräch.

"Das Talkgespräch" läuft am Samstag, 27. Dezember, um 23.15 Uhr im Ersten.