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Polizeiruf 110: Fremde im Spiegel: Zum letzten Mal mit Herz

Für den "Polizeiruf 110" endet ein Kapitel: Imogen Kogge ist zum letzten Mal als Kommissarin Johanna Herz zu sehen. Der dicke Krause bekommt eine neue Kollegin.

Der Abschied ist wehmütig. "Sie werden mir fehlen", sagt Fernsehkommissarin Johanna Herz zu Polizeihauptmeister Krause. Die Fahnderin ist ausgebrannt und nimmt sich eine Auszeit, um zu ihrer Tochter nach Spanien zu fahren. Ohne über den Fall zu viel zu verraten: So endet der letzte RBB-"Polizeiruf 110" mit Imogen Kogge in der Hauptrolle, der an diesem Sonntag (20.15 Uhr) in der ARD läuft. Fast zehn Jahre hat die 53 Jahre alte Schauspielerin in Brandenburg ermittelt. Zeit für etwas Neues, findet sie.

Der letzte Fall ("Fremde im Spiegel") führt die Kommissarin an eine Polizeischule, an der eine Frau verschwunden ist. Angeblich hatte niemand Kontakt zu Polizeischülerin Christine Teichow (Katharina Schüttler). Doch Freundin Nicole Brennicke (Klara Manzel) kennt ihre ehemalige Nachbarin besser, als sie zunächst zugibt. Im Hotelzimmer, in dem sich Christine zuletzt aufhielt, finden sich Blutspuren. Aber eine Leiche fehlt.

Die Spur führt zum Ausbilder Martin Becker (Jochen Horst), mit dem die Kommissarin vor zwei Jahrzehnten einmal liiert war. Und es stellt sich heraus, dass die Polizeischülerin wahrscheinlich unter einer Persönlichkeitsstörung, dem Borderline-Syndrom, litt. Bald fragen sich die Ermittler: Ist sie vielleicht noch am Leben?

Mag die Handlung auch etwas zerfasern, dieser "Polizeiruf" hat seine starken Momente: Wie sich die Kommissarin scheinbar melancholisch an die Schulter ihrer Jugendliebe schmiegt. Oder wie Katharina Schüttler - die für "Hedda Gabler" an der Berliner Schaubühne 2006 zur Schauspielerin des Jahres gekürt wurde - sich in die junge Polizeischülerin hineinversetzt.

Schüttler, die zeitgleich im RTL-Abenteuerfilm "Akte Golgatha" zu sehen ist, kannte in ihrem Bekanntenkreis jemanden, der unter einer Persönlichkeitsstörung litt wie ihre Figur im Film. "Der Verlauf war sehr tragisch und hat mich verstört und ratlos zurück gelassen." Sie setzte sich intensiver mit dem Thema auseinander. "Die Berichte, gerade von jungen Frauen, haben mich wirklich erschüttert", sagt sie.

Wie es nach dem Showdown mit Kommissarin Herz weitergeht, ob sie ihrem Beruf treubleibt, weiß ihre Darstellerin nicht. Ihre Rolle hält sie für ausgeschöpft. "Ich habe in dieser Zeit als Kommissarin so viele Wendungen genommen und die Rolle so ausgefahren, dass ich das Gefühl habe, dass es jetzt gut ist", sagte Imogen Kogge nach der letzten Klappe. Im November tritt die Schauspielerin im Berliner Renaissance-Theater auf. Im Stück "Blütenträume" geht es um einen Flirtkurs für ältere Semester.

Für den ARD-Sonntagskrimi, der noch aus dem DDR-Fernsehen stammt, kommt nach Kogges Abschied ein Generationswechsel. Wie so oft im TV wird wieder eine Frau ermitteln. Maria Simon (34, "Good Bye, Lenin!") hat sich über die Rolle gefreut wie über einen Sechser im Lotto. Die erste Folge mit ihr ist fürs Frühjahr angesetzt. Eines steht schon fest: Polizeihauptmeister Krause kriegt einen neuen Hund.

DPA / DPA