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"Polizeiruf 110": Zwischen Paranoia und Verschwörung

Kommissar Hanns von Meuffels glaubt, einer großen Verschwörung auf der Spur zu sein - und wird mehr und mehr paranoid. Der neue "Polizeiruf 110" mit Matthias Brandt erinnert an die großen Verschwörungsthriller der 70er Jahre.

Polizeiruf 110 mit Matthias Brandt

Kommissar Hanns von Meuffels (Matthias Brandt) fühlt sich verfolgt und zieht vorübergehend ins Hotel. Szene aus dem "Polizeiruf 110" 

Worum geht's in diesem "Polizeiruf 110"?

Ein alter Fall sucht Hanns von Meuffels (Matthias Brandt) heim: Nach fünf Jahren in der geschlossenen Psychiatrie wird Julia Wendt (Judith Engel) entlassen. Ihr wurde damals zu Last gelegt, einen Brandanschlag auf ihren Ehemann verübt zu haben - was sie bis heute bestreitet. Dann taucht sie bei dem Kommissar auf und erzählt von einer ominösen Liste, die Namen von Bankkunden enthalten soll, die Schwarzgeld in die Schweiz transferiert hätten. Als die Frau vor seinen Augen überfahren wird, beginnt von Meuffels ihr zu glauben - und macht sich auf eigene Faust auf die Suche nach der Liste. Schon bald erkennt er Anzeichen für eine Verschwörung - und fühlt sich verfolgt.

Warum lohnt sich der Krimi?

Bildet sich der Kommissar alles nur ein - oder ist er wirklich einer großen Verschwörung auf der Spur? Die "Polizeiruf"-Folge "Sumpfgebiete" (Regie: Hermine Huntgeburth, Buch: Holger Karsten Schmidt und Volker Einrauch) spielt gekonnt mit der Grenze zwischen realer Gefahr und Paranoia. Auch der Zuschauer weiß lange Zeit nicht, was er glauben soll: Ist Meuffels einer großen Verschwörung auf der Spur - oder dreht er langsam durch?

Was stört?

Die Parallelen zum wahren Fall Gustl Mollath sind anfangs etwas zu dick aufgetragen. Erst mit der Zeit wird klar, dass es hier um mehr geht als die Verfilmung eines Justizirrtums.

Die Kommissare?

Kommissar von Meuffels muss diesmal wieder ohne seine Freundin Constanze Hermann (Barbara Auer) aus Hamburg ermitteln. Die Einsamkeit bekommt ihm nicht. Er steigert sich in den Fall rein, bis er glaubt, wahnsinnig zu werden. Einzig sein Chef Alexander Beck (Ulrich Noethen) scheint noch zu ihm zu halten.

Ein- oder Ausschalten?

Wie bei jedem "Polizeiruf" mit Matthias Brandt gilt auch hier: unbedingt einschalten! Erneut verknüpft der Krimi eine dramatische Geschichte mit Vorbildern der Filmgeschichte. Während sein letzter Fall auf Horror-Schocker der 80er Jahre anspielte, erinnert der neue Fall "Sumpfgebiete" an Verschwörungsthriller der 70er Jahre wie "Die drei Tage des Condor".