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Tv-Kritik

"Promi Big Brother", Tag 8: Boring as fuck: Obszönitäten, Rechtschreibschwäche und die große Langeweile

Haben Sie sich auch so furchtbar bei "Promi Big Brother" gelangweilt? Die an sich nicht besonders aufregende Show geizte noch einmal mehr mit Inhalten und Highlights, als das sowieso schon immer der Fall war. 

"Promi Big Brother": Sarah Knappik muss gehen und Willi Herren lässt noch einen Vorwurf raus.

"Promi Big Brother": Sarah Knappik muss gehen und Willi Herren lässt noch einen Vorwurf raus.

Hier die Fakten in aller Kürze: Sarah Knappik wurde rausgewählt, erst von ihren Mitbewohnern und dann auch von den Zuschauern. Milo Moiré hat sich im Sprechzimmer zweimal mit einem Orgasmus beglückt, wie genau bleibt ihr Geheimnis. Jens Hilbert ist mit seinem Geschlechtsteil sehr zufrieden, glaubt aber, dass Steffen von der Beeck besser bestückt sein könnte als er selbst.

Und ach, aber das wussten Sie sicher schon: Jochen und Jochen, die Moderatoren der Sendung, nerven. Sehr. Gab es keine guten Gagschreiber, die da einspringen konnten?

"Promi Big Brother": "Vögeln, bis die Linde kracht"

Claudia "When I fuck, I fuck" Obert gab neue Obszönitäten zum Besten. Sie möchte gern "vögeln, dass die Linde kracht". Und ja, "jeder hat das Recht auf eine eigene Meinung und ein Arschloch zum Furzen" – Weisheiten, die die Welt nicht braucht. Leider kann man derartig Gehörtes so unglaublich schwer wieder vergessen, das brennt sich ebenso ins Gedächtnis wie der 55-Jährigen dabei zuzusehen wie sie, nur mit einem Slip bekleidet, schnell zur Toilette huscht. "Contenance, Contenace", möchte man der Frau zurufen und weiß doch: Vergebene Liebesmüh, wer, wie sie, bis jetzt mit solch einem Fundus an Unmöglichkeiten durchs Leben ging, der stört sich nicht daran, dass andere ihn als vulgär empfinden und lieber Ohren und Augen zuklappen möchten.

Ebenso aussichtslos: Die Hoffnung, dass der brünftige Willi Herren das Gegockel rund um Evelyn Burdecki sein lassen möge. "Dat ist ein Leckerchen", welche Frau freut sich nicht darüber solche Worte aus dem geifersabbernden Mund eines Ü40- Mannes zu hören. Ihr "schönes Figürchen" sollte sie dem Mann dann mal präsentieren, auf deutsch: In der Dusche für ihn posieren und schön ihre Kehrseite herzeigen. Onkel Willi will was sehen. Evelyn aber zierte sich, was Willi zu der sehr kruden Aussage verleitete, "man will ja den Menschen hinter der Maske kennenlernen". Von welcher Maske er da bei der bikinibekleideten Bachelor-Ex jetzt spricht, das wird wohl nur er wissen. Hat der aufkeimenden (will man eigentlich auch nicht sehen)- Romanze der Beiden aber nicht geschadet. Es wird sich weiterhin an den Haaren gezupft und die Nasen aneinander gerieben als gäbe es dafür Sendezeit. Oh, Moment, da war doch was.


"Promi Big Brother" oder "Bist du echt?" 

Großes Thema wieder: Wer im Haus ist "echt". Was genau soll das eigentlich sein, dieses "echt"? Sarah Knappik war es auf jeden Fall nicht, da sind sich die meisten Bewohner einig. Zu viel "fake", zu viel Gejammere, Gejaule, Herausgerede. Ist halt einfach ein Zufall, dass sie bei einer Challenge, bei der sie vom "Alles" ins "Nichts" ziehen könnte, wegen Rückenproblemen nicht antreten kann, bei der Chance den umgekehrten Weg zu nehmen davon aber nichts mehr wissen will. Blitzheilung, kennt man doch. Als jedenfalls ihr Auszug verkündet wurde, da gab ihr Willi noch den guten Rat mit auf den Weg, sie hätte halt mal ehrlich sein sollen. So viel Gehässigkeit wie da innerhalb weniger Minuten zu Tage trat, da waren wohl die allermeisten Bewohner gerade sehr echt. Weil sich dann der Pöbel aber doch wieder auf seine "Echtheit" besann, folgten versöhnliche Worte und der Hinweis, wie viel besser es dem Model (?) doch draußen bei ihren Freunden und ihrer Familie gehen würde. Klar, was sollen die Lästermäule sonst auch sagen, wenn sie Schadensbegrenzung betreiben wollen. Piep, piep, piep – wir haben uns alle lieb, am Ende will ja niemand wegen unbedachter "Realness" aus dem Haus gewählt werden.

Auch echt scheint die Lese-Rechtschreibschwäche einiger Promis zu sein. Van der Beek zog, warum auch immer, Details interessieren hier nicht, ein Shirt von Jens Hilbert an. Auf dem stand vorn "Leben und Leben lassen" und auf dem Rücken "Gib Nie Nie Nie Niemlas auf". Ja, Sie lesen richtig, kein Rechtschreibfehler meinerseits. Sehen Sie, wir sind auch echt, Sie und ich, wir können Rechtschreibfehler als solche erkennen. Fiel im "Promi Big Brother" Haus niemandem auf. Na, bei all der "Realness" ist da vielleicht auch einfach keine Zeit für solche Nebensächlichkeiten. Obwohl: Hatte Evelyn "safer sex" Burdecki nicht erzählt, sie hätte Abitur?

Sex sells – auch bei "Promi Big Brother"

Apropos Safer Sex, natürlich waren die fleischlichen Gelüste ein Thema im Haus. Während Jens Hilbert noch ein wenig Nachhilfeunterricht in Sachen Blut- und Fleischpenis gab, wunderte sich Sarah Knappik, ob es "auch ganz kleine" gibt. Und, ob Hilbert die auf den ersten Blick erkennen könne. Ist aber eigentlich auch egal, denn Sarah schlug vor, der Unternehmer möge doch einfach heterosexuell werden und sie beglücken. Huch, das hatte man bei all der Neckerei mit Mister Irgendwas, Dominik, auch nicht kommen sehen.

Die Männer übrigens, die wollen auch gern mal in den Arm genommen werden. Also mit den Augen. Verstehen Sie nicht? Für Steffen van der Beek war Milo ein Grund, warum er nun eigentlich doch nicht aus dem "Promi Big Brother" Haus ausziehen möchte. "Wenn ich mit den Augen in den Arm genommen werden muss", dann ist die Performancekünstlerin für ihn da. Sonst nimmt die ja, wie eingangs bereits erwähnt, ja gern alles in die eigene Hand, aber vielleicht hat der Elvers-Ex einfach auch eine neue kosmische Verbindung aufgebaut. Klingt alles doch gar nicht so langweilig? Nun, dann überlegen Sie mal, wieso meine entscheidenden Frage nach zwei Stunden "Promi Big Brother" lautet: Wieso tropft es auch an Tag neun noch immer von der Studiodecke bei Jochen und Jochen?

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