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Reaktion auf schlechte Quoten Großbaustelle Gottschalk


Ab heute ist einiges anders bei Thomas Gottschalks desaströser Vorabendshow. Unter anderem wird ein Studio-Publikum im ARD-Wohnzimmer Platz nehmen - für fünf Euro pro Karte. "Gottschalk Live" wird zu einer Miniausgabe von "Wetten, dass..?" - ist das die Lösung?
Von Katharina Miklis

Ein Ende mit Schrecken oder ein Schrecken ohne Ende? Die ARD scheint sich für den qualvollen Weg entschieden zu haben und operiert bei "Gottschalk Live" am offenen Herzen. Nach der quotenmäßig schwächsten Woche verwandelt sich Gottschalks Vorabendshow ab heute in eine Großbaustelle. Vor laufender Kamera soll das Erscheinungsbild der Sendung verändert werden.

Was das für die Zuschauer bedeutet? "Diese werden heute Abend zunächst ein leeres Studio vorfinden", verrät eine Sprecherin der Show stern.de. Die Deko wurde abgebaut, lediglich sein Schreibtisch ist Gottschalk geblieben. Tag für Tag sollen die TV-Zuschauer in dieser Woche live beobachten können, wie sich Gottschalks altes "Wohnzimmer" in eine neue Studiokulisse verwandelt. Die prominenten Gäste werden täglich Hand anlegen. Heute Abend sind Oliver Pocher und Jan Hofer zu Gast.

Fünf Euro für "Gottschalk Live"

Der Umbau des Studios und des Formats ist die Reaktion auf die desaströsen Zuschauerzahlen im ARD-Vorabendprogramm. Mehrfach wurde in der vergangenen Woche die Millionen-Marke unterschritten, der Marktanteil lag zuletzt bei 3,8 Prozent. Zu den Rettungsmaßnahmen, die das Sorgenkind nun beleben sollen, gehört auch ein Studiopublikum, das Gottschalks Interaktion fördern soll und die Show immer mehr an eine Art Mini-"Wetten, dass..?" erinnern lässt. Die Redaktionstische, die bisher neben Gottschalks "Wohnzimmer" standen, wurden bereits abgebaut. Dadurch wurde Platz für knapp 100 Zuschauer geschaffen, die ab heute Abend die Show live im Studio verfolgen können. Am Wochenende wurde schon kräftig die neue Studiosituation geprobt.

Den Ticketverkauf für die Show aus Berlin wird die Produktionsfirma Grundy Light Entertainment übernehmen. Für die heutige Sendung mit den ersten 100 Saalgästen hat das Medienunternehmen, das auch Karten für Shows wie "Deutschland sucht den Superstar" (RTL) oder das "Starquiz" (ARD) mit Kai Pflaume im Programm hat, auf seinen Kunden-Pool zurückgegriffen. Die offizielle Ticket-Hotline wird erst am Dienstag freigeschaltet. Ein Ticket für "Gottschalk Live" wird nach stern.de-Informationen fünf Euro kosten. Zum Vergleich: Der aktuelle Ticketpreis für "DSDS" liegt bei 50 Euro.

Regelmäßige Rubriken - und ein neuer Sendeplatz?

Auch inhaltlich soll sich bei "Gottschalk Live" einiges ändern. Der neue Redaktionsleiter Markus Peichl hatte es zum Amtsantritt bereits angedeutet, jetzt wird die ARD etwas konkreter: Eine klare Struktur und regelmäßige Rubriken sollen der zu improvisiert wirkenden Show einen festen Rahmen geben. Einem Medienbericht zufolge wird auch überlegt, die Sendung künftig bereits um 17.50 Uhr, direkt im Anschluss an "Brisant", starten zu lassen. Dies will der Sender auf Nachfrage nicht bestätigen. Nur so viel: Es werde ständig über Möglichkeiten und Verbesserungen diskutiert und nachgedacht.

Ob mit Studiopublikum oder ohne, ob um 19.20 Uhr oder zwei Stunden früher - die Hoffnung, dass "Gottschalk Live" noch im April das ursprüngliche Quotenziel von zehn Prozent erreicht, schwindet von Woche zu Woche. Die ARD hat laut Vertrag die Möglichkeit, die Sendung vorzeitig zu beenden, sollten die Marktanteile dauerhaft unter der Zehn-Prozent-Marke liegen. Die 500 Euro, die der Sender ab heute durch den Ticketverkauf einspielen wird, trösten da wohl kaum über die miserablen Zahlen hinweg.


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