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TV-Kritik

Neue Tanzshow: Sonne, Exotik, nackte Haut und heiße Tänze auf RTL: Das muss kein Erfolgsrezept sein

Am gestrigen Karfreitag musste "Let's Dance" auf RTL ausfallen. Der Sender zeigte trotzdem eine Tanzshow: die erste Folge von "Llambis Tanzduell". Die war aber doch eher ein Platzhalter.

Christian Polanc und Massimo Sinato versuchen sich am Tanz der Hawaiianer

Die "Let's Dance"-Profitänzer Christian Polanc (l.) und Massimo Sinato versuchen sich am Tanz der Hawaiianer

Das Konzept erinnert sehr an "Kitchen Impossible" auf Vox: Zwei Profitänzer reisen in ferne Länder, um dort die heimischen Tänze zu erlernen. Wie in der Vox-Show, in der zwei Profiköche die Gerichte fremder Länder nachkochen müssen. Was bei "Kitchen Impossible" funktioniert, muss aber nicht zwangsläufig auch bei "Llambis Tanzduell" klappen – auch beim neuen RTL-Format werden die Tänzer von den Leuten vor Ort bewertet und sitzen nachher – in ähnlicher (oder gleicher?) Kulisse wie beim Vox-Vorbild – mit Mentor Joachim Llambi an einem Tisch, um sich den ganzen Spaß am Bildschirm noch einmal anzusehen. Das Ganze wirkte jedoch sehr gewollt.

Hawaii, Sonne, nackte Haut, heiße Tänze und dazu zwei der beliebtesten Profitänzer von Let's Dance", nämlich Massimo Sinato und Christian Polanc. Klingt nach einer Mischung, die funktionieren muss, oder? Irgendwie fehlte aber trotzdem etwas. Denn der Kick bei "Kitchen Impossible" ist es, Tim Mälzer scheitern zu sehen. Der Mann, der immer mit einer großen Klappe in jedes Duell geht und dann oft an seine Grenzen gerät. Der sich immer so schön aufregt, wenn mal etwas nicht klappt. Der jedes Mal wieder in Straucheln gerät – und am Ende doch irgendwie abliefert.

Dann doch lieber "Let's Dance"

Bei "Llambis Tanzduell" fehlte diese Schadenfreude. Diese Spannung. Die Frage, ob die Duellanten der Aufgabe gewachsen sind oder völlig versagen. Der Zuschauer weiß bei "Kitchen Impossible" schon vorher, wie das Gericht, das die Duellanten nachkochen sollen, zubereitet wird und kann sich dann über die Unwissenheit der Köche freuen, die die Zutaten oft nicht herausschmecken. Bei der neuen RTL-Show sehen Zuschauer und Profitänzer die Moves, die sie erlernen sollen, gleichzeitig. Es folgen Sequenzen, die die ohnehin schon talentierten Tänzer beim Üben zeigen. Dass sie beim finalen Tanz völlig scheitern, ist doch eher unwahrscheinlich. Und so kam es am Ende auch nicht. Beide Tänzer lieferten ab. Christian Polanc gewann das Duell dann mit knappem Vorsprung.

Der Grundgedanke ist ja gar nicht schlecht, die Kulisse und die Charaktere auch nicht. Trotzdem ist der Funke nicht übergesprungen und die Show wird wohl nicht vom eher unattraktiven Sendeplatz um 23.15 Uhr wegkommen. Da schaltet man doch lieber wieder zur besten Sendezeit bei "Let's Dance" ein und kann zusehen, ob die ungeübten Promis sich mal wieder schön blamieren – oder doch positiv überraschen.

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