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Stereotype "Zeiten ändern sich": "Simpsons"-Erfinder äußert sich zu Rassismus-Vorwürfen

Matt Groening mit den von ihm erschaffenen Figuren Bart (l.) und Homer Simpson
Matt Groening mit den von ihm erschaffenen Figuren Bart (l.) und Homer Simpson
© Robyn BECK / AFP
Die Serie "Simpsons" geriet in den vergangenen Jahren wegen der Besetzung einiger Rollen in die Kritik. Nun äußert sich Macher Matt Groening in einem Interview dazu.

"Die Simpsons" ist eine der erfolgreichsten TV-Serien aller Zeiten. Seit mehr als 30 Jahren flimmert die gelbe Familie aus dem fiktiven Springfield weltweit über die Bildschirme. In den vergangenen Jahren mehrten sich die kritischen Stimmen zu einigen Besetzungsentscheidungen der Serienmacher. Denn viele nicht-weiße Charaktere werden von weißen Sprechern gesprochen, die ihre Stimmen verstellen und oft Stereotype imitieren. Nun hat sich "Simpsons"-Schöpfer Matt Groening in einem BBC-Interview zu der Kontroverse geäußert.

"Zeiten ändern sich", sagte der 67-Jährige darin, "aber ich hatte tatsächlich kein Problem damit, wie wir das gemacht haben. Alle unserer Schauspieler spielen jeweils dutzende Rollen. Es ging nie darum, irgendwen auszuschließen." 

Das deckt sich auch mit der ursprünglichen Reaktion der "Simpsons"-Macher auf die Kritik, die vor allem durch eine Doku aus dem Jahr 2017 ausgelöst wurde. Damals hatte der US-Komiker Hari Kondabolu anhand der "Simpsons"-Figur Apu auf Probleme mit negativen Stereotypen, Mikoragressionen und Rassismus aufmerksam gemacht. Apu ist ein indischer Kioskbesitzer im "Simpsons"-Universum mit starkem Akzent und wird von einem weißen Schauspieler gesprochen.

"Simpsons"-Macher wiesen Kritik zunächst zurück

Die "Simpsons"-Macher hatten zunächst mit einer eigenen Episode auf die Kritik reagiert, in der sich Lisa Simpson am Ende zur Kamera dreht und sagt: "Etwas, das vor Jahrzehnten angefangen hat, gefeiert wurde und niemanden verletzte, ist nun politisch inkorrekt. Was soll man machen?"

Nach weiterer Kritik lenkten die Verantwortlichen letztlich jedoch ein und kündigten vergangenes Jahr an, dass nun keine nicht-weißen Figuren mehr von weißen Schauspielern gesprochen werden dürfen. Erst diese Woche wurde der Sprecher des schwarzen Arztes Dr. Hibbert ausgetauscht.

Lisa Simpson und US-Vizepräsidentin Kamala Harris

Groening sagte in dem BBC-Interview, dass ein Wandel in der Unterhaltungsindustrie bei diesen Themen durchaus nötig sei. "Ich stimme dem voll und ganz zu. Und wir versuchen es besser zu machen. Intoleranz und Rassismus sind immer noch gewaltige Probleme und es ist eine gute Sache, dass es jetzt mehr um Gleichberechtigung und Repräsentation geht."

Quelle:  BBC

fin

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