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Stefan Raab zum ESC 2016 Wadde hadde mach's noch mal

Stefan Raab beim ESC 2000
Mit Sonnenbrille und Goldanzug zum fünften Platz: Stefan Raab singt 2000 beim ESC "Wadde hadde dudde da?"
© DPA
TV-Aus und dann? Stefan Raab zieht sich Ende des Jahres zurück. Doch für die Rente ist es viel zu früh. Wir hätten da so eine Idee: Er fährt im nächsten Jahr für Deutschland zum Eurovision Song Contest.
Von Jens Maier

"Darf dieser Mann für Deutschland singen?" Mit dieser Schlagzeile in der "Bild"-Zeitung fing 1998 alles an. Gemeint war der zottelige Guildo Horn. Der schickte sich mit seinem Song "Guildo hat euch lieb" an, Deutschland beim Eurovision Song Contest zu vertreten. Ein Affront gegen Ralph Siegel und das damals eingestaubte ESC-Establishment in der ARD. Dahinter steckte kein geringerer als er: Stefan Raab. Er hatte sich das Pseudonym Alf Igel gegeben, das Lied geschrieben und den Weg bis nach Birmingham geebnet. Mit Erfolg. Deutschland wurde nicht nur Siebter, sondern die Nation fieberte wieder mit.

Der ESC-Virus ließ Stefan Raab seitdem nicht mehr los. 2000 trat er selbst mit "Wadde hadde dudde da" in Stockholm an und wurde Fünfter. Mit Max Mutzke brachte er 2004 einen weiteren Schützling an den Start. Wieder mit einem erfolgreichen Platz in der Top Ten, Mutzke wurde Achter. Und dann 2010 schließlich der Erfolg, an den zuvor niemand so recht geglaubt hatte. Stefan Raab entdeckte in seiner Show "Unser Star für Oslo" Lena Meyer-Landrut und schrieb mit ihrem Sieg ESC-Geschichte. Es folgten seine Moderation und die erneute Teilnahme von Lena beim Heim-Grand-Prix in Düsseldorf 2011, die Suche nach Roman Lob im Jahr darauf. Mit einem achten Rang die bis dato letzte Top-Ten-Platzierung für Deutschland.

Stefan Raab ist längst Mister Grand Prix

Stefan Raab hat Ralph Siegel als Mister Grand Prix längst abgelöst. Während der Altmeister inzwischen mit mäßigem Erfolg für Ministaaten wie San Marino antritt, mischt Raab bis heute in Deutschland mit. Seine Firma Brainpool produzierte nicht nur den Contest in Düsseldorf und Baku, sondern war - wie bereits in den Vorjahren - auch für das Clubkonzert in Hamburg und den deutschen Vorentscheid mitverantwortlich. 

"Ich habe niemals im Leben etwas gemacht, von dem ich nicht überzeugt bin", hatte Raab 2011 in einem Interview mit der "Süddeutschen Zeitung" gesagt. Vom Eurovision Song Contest ist er seit seiner ersten Teilnahme nicht nur überzeugt, sondern besessen. Dieser Wettbewerb weckt den Kampfgeist in ihm. Gegen andere antreten; sich beweisen, obwohl niemand an den Sieg glaubt; es allen zeigen - das sind die Herausforderungen, die Raab braucht. Der ESC ist für ihn die internationale Ausgabe von "Schlag den Raab" - nur ohne Schwitzen.

Deutschland braucht den Retter

Nach den null Punkten von Ann Sophie beim ESC in Wien liegt Deutschland nun erneut am Boden. Ähnlich wie 2009, als Alex sang, Oscar swingte und Dita van Teese blank zog. Höchste Zeit für einen Retter. Stefan Raab könnte sich erneut der Musik und seiner Leidenschaft, dem ESC widmen. Und im kommenden Jahr für Deutschland in Schweden an den Start gehen. Zeit genug hat der TV-Rentner dann ja. Wir freuen uns auf die Fortsetzung von "Wadde hadde dudde da?".


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