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"Polizeiruf 110" aus Magdeburg: Im Rausch der Geschwindigkeit

Bei einem nächtlichen Autorennen wird eine Frau überrollt. Die Magdeburger "Polizeiruf"-Ermittler Brasch und Köhler ermitteln in einer Gang - und entdecken, dass die Tote zu zwei Fahrern persönliche Beziehungen hatte.

"Polizeiruf 110" aus Magdeburg

Szene aus dem "Polizeiruf 110": Leif Lebert (Karl Schaper), Thore Reinhardt (Dirk Borchardt), Tommy Otto (Dennis Mojen), René "Renate" Helms (Jeff Wilbusch), Henry Müller (Anton von Lucke) und Axel Zerbe (Gerdy Zint) fahren nachts Autorennen.

ARD
  • 4 von 5 Punkten
  • Ein klassischer Whodunit, der ein aktuelles Thema in einen spannenden Kriminalfall verwandelt.

Worum geht's?

Mit einer Geschwindigkeit von 150 Stundenkilometern wird eine junge Frau von einem durch Magdeburg rasenden Auto überfahren. Die "Polizeiruf"-Ermittler Brasch (Claudia Michelsen) und Köhler (Matthias Matschke) haben eine Gang in Verdacht, die nachts auf den Straßen von Magdeburg illegale Autorennen veranstaltet. Was zunächst wie ein Unfall aussieht, könnte jedoch auch ein privates Motiv haben: Die Tote war schwanger - und unterhielt enge Beziehungen zu zweien der Raser.

Warum lohnt sich dieser "Polizeiruf"?

2017 sorgte das Berliner Landgericht mit einem Urteil für Aufsehen: Es verurteilte zwei Raser wegen Mordes, die auf dem Ku'damm einen Verkehrsteilnehmer getötet hatten. Das Urteil wurde zwar später vom Bundesgerichtshof aufgehoben, doch das gesellschaftliche Ärgernis bleibt. Im gleichen Jahr reagierte auch der Bundestag - und beschloss ein Gesetz, dass die Teilnahme an illegalen Rennen stärker bestraft und bis zu zehn Jahre Haft vorsieht, wenn unbeteiligte Schaden nehmen. Die "Polizeiruf"-Folge "Crash" hat aus all dem einen spannenden Krimi gemacht, der auch den Reiz dieser Wettkämpfe spürbar macht. So bekommt Kommissarin Brasch für ihre Ermittlungen einen schnelleren Dienstwagen - und rast damit durch das nächtliche Magdeburg. Auch sie erliegt dem Rausch der Geschwindigkeit.

Was nervt?

Angesichts des Themas hätte dieser "Polizeiruf 110" mit spektakulären Bildern aufwarten können. Doch stattdessen folgt Befragung auf Befragung, viele Szenen spielen im Verhörzimmer. 

Die Kommissare?

Während sich Brasch und Köhler in den ersten Fällen nicht ausstehen konnten, arbeiten sie mittlerweile relativ störungsfrei zusammen. Bei einer Zigarette führen sie sogar ein sehr persönliches Gespräch - und Köhler legt sein persönliches Glaubensbekenntnis ab: "Dass meine Frau an Gott glaubt und das ewige Leben, bedeutet nicht, dass auch mir diese Gabe gegeben ist. Ich glaube an meine Frau." Die alleinstehende Brasch mag es da handfester - und bandelt mit dem Polizeipsychologen an.

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