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"Tatort"-Wiederholung Schlagerparade mit Bienenstich: Ostersonntag kommen Thiel und Boerne und Roland Kaiser

"Tatort"
Karl-Friedrich Boerne (Jan Josef Liefers, l.) hat sich mit dem Schlagerstar Roman König (Roland Kaiser) angefreundet: Beide verbindet die Leidenschaft für Richard Wagner.
© WDR/Martin Menke / ARD
Der Münster-"Tatort" fuhr 2013 große Geschütze auf: Giftspinnen, Bienenvölker, tätowierte Groupies und Roland Kaiser als Wagnerianer. Das Ergebnis war köstlicher Nonsens - der auch in der Wiederholung noch Spaß macht.

Im Frühjahr 2013 war die Krimiwelt in Aufruhr: Til Schweiger hatte mit seinem "Tatort"-Debüt das Münsteraner Team um Thiel und Boerne hinter sich gelassen und die beste Quote eingefahren. Doch der Rekord hielt nur zwei Wochen, dann traten die Münsteraner zur Revanche an - und holten sich die Krone zurück. Dafür boten sie alles auf, was ihre Folgen so liebenswert macht: witzige Wortgefechte, Situationskomik, skurrile Szenen und eine herrlich-überdrehte Krimihandlung - auch als Wiederholung noch sehenswert.

Gleich der Einstieg trägt die typisch Münstersche Handschrift - und setzt das Team in größtmöglichen Kontrast zu dem harten Großstadtkrimi à la Hamburg. Während Til Schweiger bei seinem Debüt gleich in den ersten Minuten in einen äußerst bleihaltigen Einsatz verwickelt war, sehen wir Karl-Friedrich Boerne (Jan Josef Liefers) mit Silke "Alberich" Haller beim Schnäppcheneinkauf auf dem Großmarkt, wo der Gerichtsmediziner mit Blick auf seine kleinwüchsige Assistentin doziert, Bananen seien gut fürs Wachstum. Dass direkt um die Ecke eine Leiche gefunden wurde, bringt Boerne nicht aus der Ruhe: Wen interessiert schon eine Tote, wenn man gerade ein paar Cent beim Einkauf gespart hat?

Erzwungener Umzug

Daheim wartet dann das nächste Problem auf den Professor: Zwei Giftspinnen krabbeln aus seiner Bananenkiste und machen es sich in seiner Wohnung gemütlich. Weil "Sparschwein" Boerne auch bei den Handwerkerkosten auf den Pfennig schaut, klafft in der Wand zur Nachbarwohnung von Hauptkommissar Thiel (Axel Prahl) ein großes Loch, es herrscht "offener Grenzverkehr" - den die Spinnen ausgiebig nutzen. So müssen sich die beiden Protagonisten vorübergehend ein neues Quartier suchen. Und weil Münster eben - zumindest im "Tatort" - ein kleines Dorf ist, führt sie der erzwungene Umzug mitten ins Herz des neuen Falls.

Während Thiel in die Gartenlaube seines Vater zieht und zwischen einem Bienenvolk und allerlei Gerümpel auf dem Sofa schlafen muss, steigt Boerne im besten Hotel der Stadt ab - wo auch der angesagte Schlagersänger Roman König residiert. Großartig, wie Roland Kaiser diesen Künstler verkörpert, der durchaus Parallelen zu seiner eigenen Karriere aufweist und doch weit darüber hinausgeht: König ist ein bisschen Kaiser, ein bisschen Kachelmann, ein bisschen Kunstfigur. Ein Liebeshungriger, der sich eine ganze Reihe an Geliebten hält, die nichts voneinander wissen, aber alle das gleiche Erkennungszeichen tragen: eine tätowierte Tulpe. Gleichzeitig ist der Schlagerfuzzi aber glühender Anhänger der Musik Richard Wagners. Eine Leidenschaft, die ihm nachts im Hotel die Freundschaft Boernes einbringt.

Künstliches Klein-Universum im "Tatort"

In dieser Folge treibt der Münster-"Tatort" sein Erfolgsrezept auf die Spitze, das da heißt: Mache die große Welt ganz klein. Nur in diesem künstlichen Klein-Universum können der Snob Boerne und der Schlagersänger König beste Freunde werden. Ständig laufen sich hier die Protagonisten über den Weg, und alles hängt mit dem Fall zusammen. Beim Konzert Roman Königs treffen sie aufeinander: Thiel, Boerne, Staatsanwältin Wilhelmine Klemm (Mechthild Großmann) und Königs Managerin Ina Armbaum (Ulrike Krumbiegel).

Punktsieg für Münster

Der Fall selbst ist mal wieder herrlich sinnfrei, ganz so, wie es der Titel "Summ, Summ, Summ" vermuten lässt. Niemand in Deutschland kriegt diesen Nonsens besser hin als Münster. Mag Til Schweiger der Chef bei deutschen Action-Krimis sein, die "Tatort"-Könige sind Thiel und Boerne. Warum? Hier dürfen selbst die Giftspinnen überleben. Und: Niemand kocht weiche Eier.

Die "Tatort"-Folge "Summ, Summ, Summ" wurde erstmals am 24. März 2013 ausgestrahlt. Die ARD wiederholt den Film am Ostersonntag um 20.15 Uhr.


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