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"Tatort"-Kritik: Die Braut, die sich nicht traut

Sobald ein "Tatort" zuletzt das sichere Terrain der deutschen Mehrheitsgesellschaft verlassen und Kriminalität im Migranten-Milieu thematisiert hat, konnte man sich einer Sache sicher sein - TV-Deutschand schaut ganz genau hin. Auch diesmal: Der Bremer Krimi "Familienaufstellung" sorgte für Top-Quoten.

Von Carsten Heidböhmer

Mehr als 8,4 Millionen Zuschauer waren nach Senderangaben beim gestrigen "Tatort" dabei und schauten den Bremer Ermittlern bei der Arbeit zu. Und darum ging es diesmal: Die Medizinstudentin Rojin liegt tot in ihrem Bett, ein Messer ragt aus ihrer Brust. War es Selbstmord? Ein Abschiedsbrief sowie die Aussagen ihrer Familie scheinen darauf hinzudeuten. Doch Inga Lürsen (Sabine Postel) und ihr Co-Ermittler Stedefreund (Oliver Mommsen) ermitteln auch in einer anderen Richtung: Rojin war die Tochter des angesehenen türkischen Unternehmers Korkmaz (smart wie Pierce Brosnan: Erol Sander), der hinter der Fassade eines perfekt integrierten Mitbürgers ein knochenhartes Regiment führt. Nur wenige Tage später soll seine jüngere Tochter Arzu (Jennifer Ulrich) zwangsverheiratet werden. Und Rojin wollte sich von ihrem deutschen Ehemann scheiden lassen. Wurde sie also beseitigt, um ihre Familie vor der Schande zu bewahren?

Das Autorenduo, bestehend aus der türkisch-kurdischen Frauenrechtlerin Seyran Ateş und der postfeministischen Schriftstellerin Thea Dorn, hat einen klugen Kniff gewählt, um die nahe liegenden Klischees von aufgeklärten Deutschen und traditionsverblendeten Türken zu vermeiden: Sie lassen die beiden Ermittler konträre Positionen einnehmen. Inga Lürsen mit ihrer frauenbewegten 70er-Jahre-Vergangenheit steht den patriarchalischen Strukturen des Korkmaz-Clans ablehnend gegenüber und neigt zur Vorverurteilung. Stedefreund dagegen verkörpert den multikulturellen Gutmenschen, der nie um eine Relativierung der Unterdrückung verlegen ist: Seine Oma und Nonnen trügen doch auch Kopftücher, "wir Deutschen" seien da also keinen Deut besser.

Zwangsheirat unterm Designer-Kopftuch

Während Lürsen also die "Fascho-Feministin" gibt, ist Stedefreund der "Muslim-Macho-Versteher". Gerade weil beide ihre Positionen leicht übertreiben, zeigen sie, wie schwer eine Annäherung an das Thema Zwangsehe ist, die den handelnden Personen Respekt zukommen lässt. Ganz sicher profitiert dieser "Tatort" davon, dass er in sozial gehobenen Kreisen angesiedelt ist und damit das Weiterbestehen patriarchaler Strukturen nicht allein als ein Problem von Bildung und sozialer Schicht darstellt. "Man kann seine Töchter auch unterm Designer-Kopftuch zwangsverheiraten", lautet der lapidare Kommentar einer mit der Toten befreundeten Anwältin, die junge türkische Frauen bei der Loslösung von ihren Familien unterstützt und in der man Drehbuchautorin Ateş durchaus wiedererkennen mag.

Zum Ende hin will der "Tatort" vielleicht ein bisschen zu viel. Da werden en passant noch bekannte "Ehrenmord"-Fälle eingebaut, in denen der jüngste Sohn schließlich die Schuld auf sich nimmt, da er nach dem Jugendstrafrecht verurteilt wird und damit die kürzeste Haftstrafe zu verbüßen hat. Zudem gibt es noch einen überflüssigen Showdown auf der Hochzeitsfeier, in der sich die Braut als die Täterin entpuppt, die sich einfach nicht traut, sich gegen ihre Familie aufzulehnen und ihr eigenes Leben zu führen.

Die letzte Einstellung hält dann noch einmal das ganze Elend einer gescheiterten Integration fest: Auf der einen Seite steht die türkische Großfamilie Kormaz, jetzt noch enger zusammengerückt. Auf der anderen Seite nehmen die Polizisten Lürsen und Stedefreund Position ein - nun ebenfalls zu einem monolithischen Block vereint. Da helfen alle guten Ansätze nichs, am Schluss endet es doch beim "Wir" gegen "die". Kein beruhigender Gedanke.

kann man sich gegen eine maßnahme vom jobcenter wehren?
hallo. ich bin quasi arbeitsunfähig seit meinem 18ten lebensjahr. ich wiege 200 kg und habe eine betreuung weil ich sonst gar nichts schaffen würde. sie bringt mich zu terminen und begleitet mich zu arzt besuchen. das einzige was ich noch alleine kann ist einkaufen und das auch nur weil es nunmal lebensnotwendig ist ,jedoch bin ich danach total erschöpft und fertig.ich kann keine 200 meter mehr laufen.und mal ganz abgesehen von meiner körperlich verfassung leide ich seit meiner kindheit an starken depressionen,borderline,panikattacken,einer traumatischen belastungsstörung und angstzuständen. ich bin demnach körperlich sowie auch psychisch ziemlich fertig. gestern war ich beim amtsarzt zur begutachtung sowie auch einmal vor 2 jahren. und die ärztin sagt mir ernsthaft,das es zumindest köperlich nicht ausreichen würde das ich weiterhin krank geschrieben werden kann und sagte,das eine maßnahme sicherlich gut sein kann.und das obwohl ich bereits sagte,das ich körperlich unfähig bin irgendwas alleine zu schaffen und ,meine betreuerin mich überallhin begleiten muss.(ich habe kein auto)ich bin vollkommen entsesetzt und habe nun angst das sie mich in eine maßnahme stecvken welche ich einfach nicht schaffe und sie mir dann das minum an geld nehmen welches ich bekomme und ich dann verhungernd und auf der starße leben muss,eben weil es ein ding der unmöglichkeit für mich darstellt.kann man sich da irgendwie wehren?sie sagt sie findet ich sei zu jung um berentet zu werden (28).ich habe gerade wirklich angst.kann man einen menschen zwingen etwas für ihn unmögliches zu tun?ich hab das gefühl die wollen irgendeine quote erfüllen und solange man die arme bewegen kann,ist man arbeitsfähig...hilfe :(